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Star-Tenor gastiert in Neustädter Kirche

Björn Casapietra musste coronabedingt drei Konzerte in Neustadt verschieben. Am 16. Oktober darf er nun vor viel Publikum wieder auftreten.

Björn Casapietra gastiert am 16. Oktober in der St.-Jacobi-Kirche in Neustadt.
Björn Casapietra gastiert am 16. Oktober in der St.-Jacobi-Kirche in Neustadt. © Björn Casapietra

Nach langen Monaten ohne sein Publikum kommt Star-Tenor Björn Casapietra am 16. Oktober nach Neustadt. Er bringt nun eine Fortsetzung seiner schönsten Himmelslieder. Der Sänger ist seinem Motto über die Jahre stets treu geblieben: Musik muss Herz und Seele berühren sowie Hoffnung und Zuversicht unter die Menschen bringen, besonders in unruhigen Zeiten. Sächsische.de sprach vorab mit ihm.

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Ihr Konzert in Neustadt musste coronabedingt verschoben werden. Was bedeutet das für einen Künstler wie Sie?

Ich habe ein Jahr und sechs Monate keine Konzerte geben können. Meinen Beruf nicht ausüben, keine Musik machen können. Das war hart. Es fühlte sich an, wie auf Leim zu laufen. Da wir aber im großartigsten Land der Welt leben habe ich diese Hilfen für Künstler bekommen. Und die waren wirklich in Ordnung. Ums Geld ging es also nicht, sondern darum, dass einem quasi der Sinn des Lebens fehlte. Aber jetzt sind wir seit Anfang Juli wieder unterwegs und es läuft ganz fantastisch. Keines unserer Konzerte endet ohne Standing Ovations. Ich sage das nicht, um anzugeben, sondern, weil ich stolz darauf bin. Und ich freue mich so sehr auf unser Gastspiel in Neustadt. Ich möchte mein Publikum mit meiner Stimme, und mit unseren Liedern verzaubern.

Warum freuen Sie sich auf Neustadt ganz besonders?

Ich habe vor vielen Jahren ein Konzert in Neustadt gegeben. Damals war ich noch nicht der Sänger, der ich heute bin. Damals war ich noch auf der Suche und sehr unsicher. Inzwischen weiß ich wie und vor allem was ich singen muss, um die Menschen in der Seele zu erreichen. Ich möchte nicht nur für die Ohren singen. Ich möchte, dass mein Publikum von einer Gänsehaut in ein Lachen und von einem Lachen in eine Gänsehaut fällt.

Im Moment herrscht mir zu viel Angst. Zuerst hatten wir Angst vor einem tödlichen Virus, an dessen Ende ein qualvoller Erstickungstod steht. Dann hatten wir Angst vor der Impfung, vor Nebenwirkungen, davor, unseren Job zu verlieren, Angst um den kleinen Laden. Musik hat jetzt den Auftrag zu heilen. Und was würde sich dafür besser eignen als Himmelslieder. Musik hat jetzt den Auftrag Zuversicht, Kraft und Hoffnung zu schenken. Das ist mein Job.

Wie haben Sie die Zeit der Stille oder auch vielmehr des Stillstandes verbracht?

Ich habe meiner Tochter beim Homeschooling geholfen. Man könnte sagen, ich habe quasi mein Abitur nachgeholt. Tatsächlich bin ich viel joggen gegangen und habe abends nur Salat gegessen. Ich wollte verhindern, dass ich nach der Pandemie aussehe wie Luciano Pavarotti. Mir hat mein Beruf gefehlt. Mir hat mein Publikum gefehlt. Und ich habe gemerkt was es für mich bedeutet, wenn ich meinen Beruf nicht ausüben kann. Es tut nicht nur dem Publikum, es tut auch mir in der Seele gut, wenn ich das Ave-Maria von Franz Schubert singe. Oder das Halleluja von Leonard Cohen. Das sind Lieder, die einem Kraft geben. Wie ich schon sagte, Musik ist jetzt ganz wichtig. Sie muss heilen, sie muss Hoffnung machen. Wir sind durch diese Pandemie durchgekommen. Und wir sollten stärker aus ihr hervorgehen als wir hereingegangen sind. Ich möchte in Neustadt ein Konzert singen, dass niemand mehr vergisst.

Vielen Dank für die offenen Worte.

  • Konzert: Sonnabend, 16. Oktober 2021, 18 Uhr, Ev.-Luth. Jacobi-Kirche, Kirchplatz 1, 01844 Neustadt

Karten gibt es bei allen Eventim-Vorverkaufsstellen online bei Eventime, Ticketonline und getgo.

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