merken
PLUS Sebnitz

Neustadt: Abbiegespur wird doch gebaut

Das Gewerbegebiet am Fuchsberg in Berthelsdorf soll schneller erreichbar sein. Dafür geht das Straßenbauamt 2022 einen weiteren Schritt.

Die Linksabbiegespur auf der Ortsumgehungsstraße S156 von Bischofswerda nach Neustadt kommt.
Die Linksabbiegespur auf der Ortsumgehungsstraße S156 von Bischofswerda nach Neustadt kommt. © Steffen Unger

Die Stadt Neustadt in Sachsen soll sich als Wirtschaftsstandort weiterentwickeln. Das heißt, es müssen auch neue Gewerbeflächen angeboten werden. Jetzt könnte es einen Schritt weiter gehen.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hat signalisiert, dass im kommenden Jahr die Abbiegespur auf der Ortsumgehungsstraße S156 aus Richtung Bischofswerda kommend, gebaut werden soll. Das war zwar schon lange beschlossene Sache. Doch bis dato war unklar, ob sie kommt oder nicht. Nun ist das Vorhaben in den Finanzplan für 2022 eingeordnet, informiert Neustadts Bürgermeister Peter Mühle (NfN).

Anzeige
So meistert Ihr die internationale Zukunft
So meistert Ihr die internationale Zukunft

Im Herzen Europas ausgebildet für alle Aufgaben im Rest der Welt: Die Hochschule Zittau/Görlitz setzt mit einem neuen Studiengang Maßstäbe.

Schon seit mehreren Jahren wird für die Entwicklung von Gewerbegebieten in Neustadt keine grüne Wiese mehr erschlossen, sondern Industriebrachen werden revitalisiert. Zwei Beispiele sind die beiden Gewerbegebiete der Industrie-Center Neustadt GmbH (ICN) an der Kirschallee in Langburkersdorf. Solche Brachflächen gibt es jetzt nur noch an der ehemaligen Milchviehanlage in Polenz sowie am Güterbahnhof in Neustadt.

An beiden Flächen ist die Stadt schon länger dran. Die kleinen Restflächen an der Kirschallee werden von der ICN verwaltet. Sind diese verkauft, bleibt lediglich das Mischgebiet an der Heinrich-Hertz-Straße, aber eben nur für kleines Gewerbe im Zusammenhang mit dem Schwerpunkt Wohnen. Deshalb setzt die Stadt auf die Erweiterung des Fuchsberg-Geländes im Ortsteil Berthelsdorf. Dort gibt es bereits einige Firmen. Aber es besteht die Möglichkeit der Erweiterung.

Kritiker befürchten Unfallschwerpunkt

Das Ganze hat allerdings auch einen Haken. Damit das Gewerbegebiet künftig gefahrlos von der Ortsumgehungsstraße S156 Bischofswerda-Neustadt erreichbar ist, soll dort das Landesamt für Straßenbau und Verkehr eine Linksabbiegespur aus Richtung Bischofswerda bauen. Die Stadt hat ihrerseits alles bereits in die Vorplanung für die Erweiterung des Gewerbegebietes eingebunden.

Doch sowohl zum Gewerbegebiet selbst, als auch zur Abbiegespur gibt es kritische Stimmen. Die befürchten, dass sich damit ein Unfallschwerpunkt entwickeln könnte, weil die Trasse auch die Anbindung an die Autobahn bei Burkau ist und damit viel befahren. Derzeit kann man dort ohne Abbiegespur aus Richtung Neustadt bereits auf einen Radweg einfahren. Schon das sei bedenklich. Deshalb fordern die Kritiker, dass die Straße nicht noch durch eine Abbiegespur ergänzt, sondern generell die Zufahrt gesperrt wird. Das Gewerbegebiet benötige keine zusätzliche Zufahrt, da es diese bereits über die Bischofswerdaer Straße in Berthelsdorf gebe.

Die Befürchtungen hält die Stadt Neustadt für unbegründet. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr habe dort schon immer eine Abfahrt vorgesehen. Die Spur ist mit dem Planfeststellungsverfahren bereits vor dem Bau der Ortsumgehung festgeschrieben worden. Aus finanziellen Gründen wurde die bis jetzt nicht angelegt.

Ziel ist es, neben der Abbiegespur in Höhe des Bahnwärterhauses einen schienengleichen Übergang zu schaffen. Dieser wird dann mit den entsprechenden Sicherheitseinrichtungen ausgestattet. Daran müsse sich die Stadt Neustadt finanziell beteiligen, so der Bürgermeister.

Mehr zum Thema Sebnitz