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Neues Wohngebiet in Neustadt

Das Areal an der Heinrich-Hertz-Straße ist jetzt vollständig erschlossen. In Neustadt setzt man auch auf viele neue Einwohner.

Von Anja Weber
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Bürgermeister Peter Mühle (links) schneidet zusammen mit Anett Schulz von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und Wolfgang Mischke von der STRABAG AG das symbolische Band durch.
Bürgermeister Peter Mühle (links) schneidet zusammen mit Anett Schulz von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und Wolfgang Mischke von der STRABAG AG das symbolische Band durch. © Daniel Schäfer

Die Einwohnerzahlen schrumpfen auch in Neustadt. Es sterben nach wie vor mehr Leute, als geboren werden. Deshalb kämpft Neustadt um mehr Zuzug. Das geht jedoch nur, wenn es auch Flächen für neue Wohngebiete gibt. Jetzt kam ein weiteres Areal an der Heinrich-Hertz-Straße dazu. Das Wohngebiet ist jetzt komplett erschlossen.

Ziel der Stadt ist es, die Bevölkerungsstruktur stabil zu halten. Ein Hauptschwerpunkt ist dabei die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das geht nur über Gewerbeflächen und entsprechende Ansiedlung von Handwerk, Gewerbe und größeren Unternehmen. Ein zweiter Schwerpunkt in der Entwicklung ist der Zuzug von neuen Einwohnern. Deshalb braucht es auch Wohngebiete. Laut Statistik packen hauptsächlich jüngere Menschen zwischen 25 und 40 Jahren ihre Koffer, um innerhalb Sachsens umzuziehen. Neustadt könnte da von der guten Verkehrsanbindung an die A4 profitieren und liegt damit sozusagen auch noch im Speckgürtel von Dresden. Man ist schnell von Neustadt in der Landeshauptstadt ebenso wie in der Oberlausitz. Das gesamte Potenzial will die Stadt abschöpfen.

Um auch den Zuzug zu ermöglichen, entstanden in den letzten fünf Jahren gleich mehrere Wohngebiete. Die Stadt bedient sich da verschiedener Erschließungsträger. Als neuestes Wohngebiet kam nun das in der Heinrich-Hertz-Straße hinzu. Es ist ein Mischgebiet und ermöglicht es so, dass sich nicht nur reine Eigenheimbauer hier niederlassen können, sondern auch Kleingewerbe erlaubt ist. Etwa die Hälfte der Baugrundstücke kann für nicht störendes Gewerbe genutzt werden.

Wer noch bauen will, muss schnell sein

Am 9. Oktober 2020 wurde hier der erste Spatenstich gesetzt. Das Gebiet wurde in zwei Bauabschnitten erschlossen. Ein erster wurde im Juni dieses Jahres fertig. Die ersten Häuser stehen bereits. Jetzt steht das komplette Areal zur Verfügung. Insgesamt sind im Wohnbaugebiet Heinrich-Hertz-Straße 45 Baugrundstücke, Wohn- und Mischbauflächen. Und die Nachfrage zeigt, Neustadt ist als Wohnstandort begehrt. Wie Pressesprecherin Sarina Mann mitteilt, sind bereits 30 der Grundstücke verkauft, neun sind reserviert. Nur noch sechs Baufelder sind frei. Wer also dort noch bauen möchte, sollte wohl schnell sein. Bei sieben Grundstücken wurde mit dem Bau begonnen, für weitere drei liegt der Bauantrag vor. Die Grundstücke sind zwischen 450 und bis zu 750 Quadratmeter groß. Der Quadratmeterpreis für ein reines Wohnbaugrundstück liegt bei 75 Euro pro Quadratmeter und für eine Mischbaufläche bei 65 Euro pro Quadratmeter.

Das Areal an der Heinrich-Hertz-Straße war ursprünglich als reines Gewerbegebiet gedacht. Allerdings blieb die Stadt auf den Flächen sitzen. 2018 hatte der Stadtrat dann beschlossen, die Fläche vom Gewerbegebiet in urbares Land umzuwandeln, weil bereits da die Nachfrage nach Wohnbauflächen gestiegen war.

Um den Bedarf zu decken, ist in jüngster Zeit auch im Bereich Berghausstraße/Schillerstraße ein weiteres Wohngebiet entstanden.

Was sonst noch geplant ist

Ein Ziel der Stadtentwicklung ist es, weitere attraktive Wohnstandorte in Neustadt zu schaffen. Ideen gibt es da bereits einige. Vorgesehen ist unter anderem, dass im Rahmen des Programmes Stadtumbau Ost an der Heinrich-Heine-Straße die noch aus DDR-Zeiten stammenden Wohnblöcke 86 bis 102 durch die Wohnungsgenossenschaft Neustadt abgerissen werden. Die Blöcke verzeichnen einen Leerstand von über 30 Prozent. Bei den noch verbliebenen Mietern sorgte das zwar für Ärger. Aber offenbar führt kein Weg herum.

Neustadts neueste Wohngebiete und die Pläne für neue Flächen für Bauwillige.
Neustadts neueste Wohngebiete und die Pläne für neue Flächen für Bauwillige. © SZ Grafik

Der Vermieter hält an den Plänen fest, da er kaum Chancen auf Neuvermietung sieht. Den Noch-Mietern werden andere Wohnungen zur Verfügung gestellt. An gleicher Stelle soll ein Wohngebiet in moderner Form entstehen. Da es über eine Infrastruktur mit Wasseranschluss und über Heizkanäle verfügt, kann es leichter umgebaut werden. Wenn sich ein Investor findet, könnte an der Heinrich-Heine-Straße demzufolge ein neues Wohngebiet mit Mietwohnungen oder Eigenheimen entstehen. 2023 will die Wohnungsgenossenschaft das Areal an einen möglichen Investor verkaufen.