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Eine Bank zum Jubiläum in Neustadt

Die Hofmühle in Langburkersdorf ist eines der ältesten Gebäude im Raum Neustadt. Große Feierlichkeiten zum 550. Geburtstag durfte es nicht geben.

Dieter Mutscher (links) und Jochen Paufler beim Aufstellen der Rundbank.
Dieter Mutscher (links) und Jochen Paufler beim Aufstellen der Rundbank. © Stadtverwaltung: Sarina Mann

Um das Areal samt Hofmühle kümmert sich der Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf. Coronabedingt gab es in den letzten Monaten kaum gemeinsame Arbeitseinsätze und wenn dann nur mit Abstand. Inzwischen können die Mitglieder auch wieder gemeinsam im Schlossareal werkeln. Und so wurde eine lang gehegte Idee in die Tat umgesetzt.

Im Jahr 2020 wurde die Hofmühle im Ortsteil Langburkersdorf, eines wohl zu den ältesten im Neustädter Tal zählenden Gebäude, 550 Jahre alt. Große Feierlichkeiten durfte es nicht geben. Dennoch wollte man das Jubiläum nicht ganz vergessen.

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Aus diesem Anlass pflanzten die Stadt Neustadt in Sachsen und der Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf eine Blutbuche am 3. Dezember 2020 auf dem Parkplatz gegenüber der Hofmühle. Zu diesem Zeitpunkt stand bei Erika und Dieter Mutscher, Mitglieder des Vereins und Betreiber der Hofmühle schon fest, dass an diesem Baum auch eine Sitzgelegenheit geben muss. Der städtische Bauhof stellte eine gebrauchte Rundbank zur Verfügung, die vom Vereinsmitglied Jochen Paufler aufgearbeitet und gestrichen sowie anschließend von den Mitarbeitern des Bauhofs aufgebaut wurde. Als letztes Highlight bekam die Bank am 21. Juni 2021 ein Schild, das an die langjährige Geschichte der Hofmühle erinnert.

Von der Sägemühle zur Stielfabrik

In der Hofmühle befindet sich heute eine Ausstellung "Haus, Hof und Feld - bäuerliches Leben vergangener Zeiten". Neben historischen landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften lernt der Besucher eine komplett eingerichtete Wohnung, ein altes Klassenzimmer, historisches Handwerk, Schuster- und Sattlerei aus dem Leben der damaligen Zeit kennen.
In der oberen Etage zeigt die Ausstellung "Fenster in die Vergangenheit" historische Postkarten der Ortsteile Langburkersdorf, Berthelsdorf, Rugiswalde, Ober- und Niederottendorf.

Seit der ersten urkundlichen Erwähnung um 1470 hat die Hofmühle in Langburkersdorf schon viel erlebt. Besitzer wechselten und die Mühle hatte unterschiedliche Funktionen. Bekannt ist, dass die Hofmühle als Mahl- und Sägemühle arbeitete. Der Mahlmühlenbetrieb wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingestellt. 1871 vernichtete ein Brand, der vom Neustädter Malzhaus ausging, auch die Hofmühle mit all ihren Holzlagerbeständen. Danach wurde sie im heute bekanntem Umfang und Baustil wieder errichtet. Anschließend führte der damalige Besitzer Heinrich Gustav Wießner umfangreiche Modernisierungen durch.

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Die Hofmühle bekam eine Dampfkraftanlage und einen 34 Meter hohen Schornstein. Um 1950 wurde ein großer Elektromotor installiert, um den nötigen Energiebedarf für die Sägemühle zu erreichen.

Nach der Verstaatlichung 1968 und der Übernahme durch den VEB Stielewerke Ringenhain wurde der Innenbereich der neuen Produktion angepasst und damit Sägegatter und Dampfmaschine ausgebaut. Das war das Ende des gewerblichen Betriebes.

Heimatverein bemüht sich um Erhalt der Mühle

Nach der Wende erwarb 2002 die damalige Gemeinde Hohwald das Gebäude und seit 2007 bemüht sich der Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf darum, das Gebäude in seiner Funktion als Denkmal zu erhalten. Unter Regie von Erika und Dieter Mutscher wurden zunächst historische landwirtschaftliche Geräte, die Einwohner zur Verfügung gestellt haben, von freiwilligen Helfern so hergerichtet, dass man sie im Gebäude der Hofmühle zeigen konnte. Damit war der Anfang gemacht. Seitdem finden hier Führungen und Veranstaltungen statt, die in letzter Zeit allerdings coronabedingt ausfallen mussten.

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