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Neustadt: So geht es am alten Rewe weiter

Der neue Rewe-Markt an der Wilhelm-Kaulisch-Straße wächst. Jetzt sorgen sich Anwohner des Wohngebietes um den alten Standort.

Das Rewe-Einkaufscenter an der Maxim-Gorki-Straße in Neustadt zieht im Frühjahr um, ebenso der Discounter Kik.
Das Rewe-Einkaufscenter an der Maxim-Gorki-Straße in Neustadt zieht im Frühjahr um, ebenso der Discounter Kik. © Steffen Unger

Schnell mal um die Ecke einkaufen, einen Schwatz halten und dann fix wieder nach Hause, das soll auch in Zukunft im Einkaufsmarkt an der Maxim-Gorki-Straße in Neustadt möglich sein, auch wenn der jetzige Rewe-Markt in den Neubau an die Wilhelm-Kaulisch-Straße/Ecke Dresdner Straße zieht.

Allerdings haben so manche Neustädter damit ihre Sorgen und Bedenken, wie zum Beispiel Ingrid Grosse. Ihr gab der Beitrag zur Schließung des Penny-Marktes in Graupa auf Saechsiche.de zu denken. "Die Situation der vorwiegend älteren Bewohner von Neustadt-West und vom Bruno-Dietze-Ring wird dann ähnlich wie die der Pillnitzer. Ihr Einkaufsweg verdoppelt sich von etwa 700 auf 1.500 Meter vom Bruno-Dietze-Ring beziehungsweise von 300 auf 800 Meter von der Heinrich-Heine-Straße", sagt sei. Denn die meist alten Menschen müssten dann für Waren des täglichen Bedarfs andere Einkaufsmärkte nutzen und die gibt es nur entlang der Wilhelm-Kaulisch-Straße inklusive des neuen Rewe-Einkaufscenters. Man habe zwar versprochen, dass es einen Nachfolger geben werde. Aber Konkretes weiß man nicht. Und deshalb sind die Bewohner im Wohngebiet Maxim-Gorki-Straße/Heinrich-Heine-Straße/Friedrich Engels-Straße schon etwas skeptisch.

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Grundversorgung bleibt gesichert

Auch wenn man sich mit Namen noch bedeckt hält, es wird ein neuer Einkaufsmarkt kommen. "Die Grundversorgung im Wohngebiet wird gesichert. Das habe ich von Anfang an so gesagt und dabei bleibt es auch", sagt Neustadts Bürgermeister Peter Mühle (NFN). Auch er weiß, dass die meist älteren Bewohner solchen Aussagen gegenüber misstrauisch sind. Aber es bleibe dabei. Allerdings wird sich an dem Objekt einiges ändern. Der linke Bereich mit dem ehemaligen Blumengeschäft und dem Kik-Discounter wird abgerissen, weil der sich nicht mehr vermarkten lässt.

Damit kommt eigentlich das nächste Problem. In einem separaten Raum gibt es den Sparkassenautomaten, auch eine Dienstleistung, die für das Wohngebiet wichtig ist. Es ist eine Entscheidung der Sparkasse, ob dieser bleibt, aber man sei im Gespräch. Zumal dieser Automat stark frequentiert sei. "Wir sind es unseren älteren Menschen schuldig, dass man dort auch weiter Dienstleistungen anbietet", sagt Peter Mühle. Dazu komme, dass dieses Wohngebiet in Zukunft städtebaulich weiterentwickelt werden soll. Das heißt, nach dem geplanten Abriss von Wohnblöcken soll hier Platz unter anderem auch für Einfamilienhäuser geschaffen werden.

Neuer Name erst, wenn Mietvertrag gekündigt ist

Andreas Barth, Projektentwickler beim Unternehmen Saller Gewerbebau in Weimar, informierte bereits Ende 2020 auf Nachfrage von Saechsische.de, dass es zwei Interessenten gebe, die als Nahversorger in dem Wohngebiet einsteigen würden. Die Firma Saller ist sowohl für den Bau des neuen Rewe-Marktes der Bauträger als auch beim alten Markt. Dass man jetzt noch keine Namen nennen könne, hänge mit dem Mietvertrag zusammen. Da der Mietvertrag mit Rewe für das alte Objekt noch nicht gekündigt ist, könnten vorerst keine neuen verbindlichen Mietverträge abgeschlossen und damit auch keine Namen genannt werden, sagt der Projektentwickler. Es werde aber auf jeden Fall nur ein Nahversorger sein. Einen Ersatz für den ebenfalls mit umziehenden Bekleidungsdiscounter Kik werde es nicht geben.

Der neue Rewe-Markt an der Wilhelm-Kaulisch-Straße soll übrigens im Mai oder Juni übergeben werden. Der Markt wird eine Nutzfläche von 2.360 Quadratmetern haben. Neben dem Rewe-Markt wird auch der Textil-Discounter Kik mit einer Gesamtnutzfläche von 515 Quadratmetern einziehen. Übrig bleiben 370 Quadratmeter Fläche, die jedoch nicht an den Einzelhandel vermietet werden dürfen. Das ist eine Reaktion des Landratsamtes in Pirna. Denn die Stadt Sebnitz hatte gegen den Einkaufsmarkt sowie die Größe der Verkaufsfläche interveniert. Man sieht dadurch die eigenen Händler in Gefahr. Das Landratsamt legte daraufhin fest, dass eben jene Fläche nicht an den Einzelhandel vermietet werden darf. Ursprünglich sollte dort ein Sonderpostenmarkt mit einziehen.

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