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Der Mauerbau zu Neustadt

Das massige Bauwerk soll ein neues Wohngebiet vor Lärm schützen. Ein Vorhaben, das für viel Gesprächsstoff sorgte.

Eigenartig anzuschauen, Neustadts neue Mauer. Doch der Grund, warum sie gebaut wurde, ist ein wichtiger.
Eigenartig anzuschauen, Neustadts neue Mauer. Doch der Grund, warum sie gebaut wurde, ist ein wichtiger. © Steffen Unger

Jetzt ist sie fertig, die Mauer, die sich zwischen der Firma Gerodur und dem neuen Wohngebiet an der Heinrich-Hertz-Straße in Neustadt entlangschlängelt. Ganze 245 Meter lang und drei Meter hoch ist das Ungetüm, welches unmittelbar am Radweg zwischen der stillgelegten Bahnstrecke nach Neukirch und der Firma Gerodur errichtet wurde. Sie soll die neuen Bewohner und Hauseigentümer vor Lärm schützen, eine Forderung aus dem Bebauungsplan für dieses Gebiet.

In Neustadt hat man bereits Erfahrungen mit solch einem Mauerbau. So wurde zum Beispiel dies gleiche Bauweise auch für eine Stützwand im Gewerbegebiet an der Kirschallee angewandt. Und da sich das dort offenbar bewährt hat, wurde nun eine Lärmschutzwand in gleicher Bauweise errichtet. Aufgrund der Länge und Höhe sorgte die allerdings für einige Lacher in der Stadt, was man in der Stadtverwaltung wiederum nicht verstehen konnte.

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Es handele sich hier um ein ganz normales Bauwerk. Noch dazu spare man bei diesem Verfahren Kosten. Für die Mauer wurden Drahtkörbe verwendet. Diese wurden mit Vlies ausgekleidet. Danach wurden die Körbe mit dem bei der Erschließung angefallenen Erdaushub befüllt.

Bauherren können im Juni starten

Das so entstandene komplexe Bauwerk soll laut Experten noch effizientere Lärmschutzwerte aufweisen als bei einer herkömmlichen Betonmauer. Eigenartig sieht das Gebilde dennoch aus. Das Positive, die Mauer soll offenbar nicht braun bleiben. Erdaushub und Drahtgeflecht lassen immerhin eine Begrünung zu.

Hinter der Mauer läuft indessen auch die Erschließung des neuen Wohngebietes an der Heinrich-Hertz-Straße weiter. Zunächst war der östliche Teil dran. Die Kanal- und Leitungsarbeiten konnten hier bereits abgeschlossen werden. Mit dem Straßenbau wurde ebenfalls begonnen. Bis Ende Mai soll hier alles fertig sein, sodass laut Aussagen der Stadtverwaltung ab Juni 2021 die Bauherren starten können.

Nach der Winterpause wurde mit den Kanal- und Straßenbauarbeiten im westlichen Gebiet begonnen. Hier hofft man, bis Ende des Jahres mit der Erschließung fertig zu sein. 2022 könnten dann in diesem Bereich die Grundstückseigentümer mit dem Hausbau beginnen. Insgesamt entstehen in diesem Wohngebiet 45 Bauparzellen. Die ersten sind bereits verkauft und einige reserviert.

Das Gebiet zwischen Friedhof, Kleingärten und ehemaliger Bahntrasse war jahrelang als Gewerbegebiet deklariert gewesen. Bauen wollte hier allerdings keine Firma. Doch es stieg die Nachfrage nach Wohnbauflächen. Im Mai 2018 beschloss deshalb der Stadtrat, die Fläche von Gewerbe in ein urbanes Gebiet umzuwandeln. Dabei handelt es sich um eine Mischbaufläche aus Wohnen und Gewerbe, wobei der Anteil der Einfamilienhäuser in diesem Fall überwiegen soll. Erlaubt wären in solch einem Gebiet beispielsweise Handwerksbetriebe, aber auch soziale, kulturelle und andere Einrichtungen.

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