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Rätsel um toten Sika-Hirsch

Im Hohwald wurde im Januar ein exotischer Hirsch gefunden. Offenbar gibt es in der Nähe gleich zwei Wildtiergehege.

Frei lebendes Sikawild gibt es in der Umgebung nicht. Das ist schon mal sicher.
Frei lebendes Sikawild gibt es in der Umgebung nicht. Das ist schon mal sicher. © dpa

Der Sika-Hirsch, welcher am 4. Januar in einem Waldstück im Hohwald gefunden wurde, war schon tot. Das hat die Polizei bestätigt. Unbekannte haben dem Tier das Geweih abgenommen. Und das war offenbar illegal. Es sei denn, es war ein Jäger. Denn nur er könnte sich das Geweih auch aneignen, laut sächsischen Jagdgesetzes. Allerdings ist bei der Jagdbehörde keine Anzeige über das Auffinden des verendeten Sika-Hirsches eingegangen, sagt Steffen Klemt, Amtsleiter für Sicherheit und Ordnung im Landratsamt in Pirna. Aus diesem Grund sei auch der zuständige Jäger nicht informiert gewesen.

Es bleibt auch weiter unklar, woher der Hirsch stammen könnte. "In der Nähe des Fundortes gibt es kein vom Veterinäramt kontrolliertes Gatter", sagt Amtstierärztin Benita Plischke. Derartige Gatter oder Wildtiergehege müssten von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt werden.

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Keine Kennzeichnungspflicht im Gehege

Auch im Forstbezirk Neustadt wird weiter gerätselt. Hohwald-Revierförster Mike Metka hat ebenfalls keine neuen Erkenntnisse. Der Sika-Hirsch sei unweit der Hohwaldklinik abgelegt worden. Sicher ist er sich darüber, dass der Hirsch aus einem Gehege stammen muss, da es in der Umgebung kein frei lebendes Sikawild gebe. Das wäre ihm auf jeden Fall schon mal begegnet. Immerhin kennt er dieses Waldstück seit vielen Jahren. Ein Gehege so weiß er, gibt es am Eingang des Hohwaldes. Dort könnte auch Sikawild drin sein. Ein weiteres Wildtiergehege möglicherweise auch mit Sikahaltung gibt es im etwa 20 Autominuten entfernten Schmölln-Putzkau. Nicht geklärt werden konnte offenbar auch, ob der Hirsch dort gestorben oder tatsächlich abgelegt wurde.

Allerdings wird das ganze von Experten schon kritisch gesehen. "Wenn die Gehegetiere, wie andere Nutztiere eine Kennzeichnungspflicht hätten, wäre es einfacher, den ehemaligen Besitzer zu finden", sagt Kerstin Rödiger, Pressesprecherin beim Forstbezirk Neustadt. Unverständlich ist auch ihr, weshalb es für Gehegetiere, wie Damwild oder eben auch Sikawild keine Kennzeichnungspflicht gibt. (SZ/web)

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