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So geht es am Polenzer Waldbad weiter

Nach dem Streit um das Areal im Neustädter Ortsteil soll eine Studie Klarheit bringen. Doch das Ganze hat einen Haken.

Bernd Mutscher, der Pächter des Waldbades in Polenz ist froh, dass es jetzt einen Schritt weiter geht.
Bernd Mutscher, der Pächter des Waldbades in Polenz ist froh, dass es jetzt einen Schritt weiter geht. © Steffen Unger

Noch fehlt das Wasser im Schwimmbecken des Waldbades in Polenz. Bis zum Anbaden ist ja auch noch Zeit. Auf dem Caravan-Stellplatz davor treffen aber bereits Wohnmobile ein. Sogar im Winter waren einige da, sagt Bernd Mutscher der Betreiber des Areals, welches er nicht so schnöde als nur Waldbad bezeichnen will. Er sieht es als Tourismus- und Erholungszentrum Polenz.

Da sein Herz dafür brennt, ist er bei etwaigen Äußerungen oder Beschlüssen ziemlich hellhörig. Letztere kann er als CDU-Stadtrat allerdings nicht beeinflussen, da er befangen ist und nicht mitreden oder mit abstimmen darf, wenn es um das Gelände geht. Doch diskutieren mit den Badegästen, den Einwohnern kann er. Und auch die Kulturinitiative Polenz, deren Mitglied er ist, weiß er hinter sich. Die Truppe organisiert unter anderem die Veranstaltungen im Bad. Und will das auch weiter tun.

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Doch als im Juni 2020 eine Studie zur Umgestaltung der Fläche und dem Rückbau des Gewässers vorgestellt wurde, schmeckte ihnen das nicht. Nach den damaligen Plänen wäre wohl der eigentliche Charakter des Areals futsch gewesen. Aus Polenz blies der Stadtverwaltung starker Gegenwind entgegen. Die Kulturinitiative sammelte Unterschriften dafür, dass eine gute Lösung für das Areal gefunden wird.

Fraktionen legen gemeinsamen Antrag vor

Heftig diskutiert wurde auch im Stadtrat. Herausgekommen ist nun ein gemeinsamer Vorschlag der Fraktionen CDU, NfN, AfD, Die Linke. Dieser besagt, dass sich der Stadtrat zum Erhalt des Waldbades Polenz und Fortbestand als Naturfreibad bekennen soll. Das Unternehmen WasserWerkstatt Bamberg soll mit einer Machbarkeitsstudie zur Sanierung und Umgestaltung beauftragt werden. Diese Studie enthält, so ist es im Antrag formuliert, das Schwimmbecken, das Sanitär- und Sozialgebäude, die Spielmöglichkeiten sowie eine Ver- und Entsorgungsstation für Wasser und Zapfmöglichkeiten für Strom auf dem Stellplatz der Reisemobile.

Da man im Stadtrat keine Zeit mehr vergehen lassen will, wurden der Verwaltung auch enge Fristen gesetzt. Die Studie sollte nach Beschluss des Doppelhaushaltes umgehend in Auftrag gegeben werden. Ebenfalls unmittelbar danach soll die Errichtung eines Brunnens zur Befüllung des Beckens zum frühestmöglichen Termin realisiert werden. Zur Finanzierung der Studie sind 55.000 Euro bereits eingeplant. Am Mittwoch wurde der Doppelhaushalt nun beschlossen. Die Stadtverwaltung hatte empfohlen, dem Antrag der Fraktionen stattzugeben. Und der Stadtrat stimmte dem auch komplett zu.

Ursprüngliche Struktur des Bades erhalten

Vorgesehen ist unter anderem, das Waldbad in seiner jetzigen Struktur beizubehalten. Das heißt: Sanierung und Umbau zum Naturfreibad ohne die im Juni-Gutachten 2020 vorgesehene Erweiterung des Volleyballfeldes. Der Biotop (ehemaliger Gondelteich) soll weiterentwickelt werden. Für die Ver- und Entsorgungsstation auf dem Stellplatz für Reisemobile wurde bereits ein Standort gefunden. Kritisch stellt sich offenbar die Wassersituation dar. Die Menge und Qualität des Zuflusses über den Flämmigtbach verschlechtern sich zunehmend. Konkret heißt das, bei sinkendem Pegel steigt die Keimbelastung. Damit kann die Wasserqualität im Becken nicht mehr gewährleistet werden. Das Gesundheitsamt hat schon seit Jahren deshalb Auflagen erteilt. Um die Wasserversorgung besser zu sichern, soll eben auch ein Brunnen errichtet werden.

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