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Trauer um toten Schwan in Neustadt

Mit dem Tod der Schwänin schien auch das Schicksal von Schwanen-Opa Hansi besiegelt. Doch nun gibt es wieder Hoffnung und ein Happy End.

Ein Foto aus glücklicheren Tagen. Da war das Schwanenweibchen noch am Leben.
Ein Foto aus glücklicheren Tagen. Da war das Schwanenweibchen noch am Leben. © Steffen Unger

Die Schwäne sind seit jeher der Hingucker auf dem Teich im Arthur-Richter-Park in Neustadt. Und seit jeher nehmen Einwohner auch Anteil am Schicksal der Schwäne. Umso größer war die Trauer, als am Morgen des 25. April das Schwanenweibchen plötzlich tot im Park lag. Noch im vergangenen Jahr hatte Opa Hansi, wie der alternde Schwan genannt wird, mit seiner jungen Schwanendame vier Sprösslinge gezeugt. Nur zwei Jungschwäne überlebten das Jahr. Als bekannt wurde, dass die anderen zwei verschwunden waren, ihre Kadaver aber nicht gefunden wurden, sorgte das für hitzige Diskussionen.

Kein Schwanennachwuchs auf dem Stadtteich

Eines ist nun sicher, in diesem Jahr wird es keinen Schwanennachwuchs auf dem Stadtteich geben. Deshalb haben die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofes auch überlegt, ob sie die beiden Schwäne auf Grützners Teich mit dem Altschwan austauschen. Allerdings wäre dann Opa Hansi auch wieder allein gewesen. Um Konkurrenzkämpfe zu vermeiden wurden die beiden Jungschwäne bereits an der Elbe in ihre Freiheit entlassen.

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Doch wer hat nun das Schwanenweibchen auf dem Gewissen? Im Stadtpark selbst treiben sich natürlich immer wieder andere Wildtiere herum. Sie werden zum Teil auch noch angelockt. Offenbar werden in den Teichen mit Wasservögeln, nicht nur im Stadtpark, Essenreste entsorgt. Mitunter wurden ganze Brote gefunden. Schwäne und Enten fressen das nicht. Deshalb hat die Stadtverwaltung auch mehrmals darauf hingewiesen: Es ist verboten, Wasservögel zu füttern, sie finden genügend natürliche Nahrung. Die Stadt erlaubt kleine Brotstückchen. Das wurde wohl missverstanden. Nicht nur die Vögel werden in Gefahr gebracht. Mit Lebensmittelresten werden Füchse oder Ratten ins Stadtgebiet gelockt. Und wenn diese dann hier eine ständige Nahrungsquelle finden, kommen sie immer wieder. Aus diesem Grund appelliert die Stadtverwaltung an die sogenannten "Tierfreunde", künftig keine Essenreste mehr in und an den Teichen abzulegen.

Marderhunde sind für Mensch und Tier gefährlich

Die Mitarbeiter des Bauhofes gehen nun davon aus, dass ein Marder oder auch ein Marderhund die Schwänin getötet haben könnte. Letztere erobern offenbar mehr und mehr auch Stadtgebiete. Für einen Marder oder einen Fuchs dürfte die Schwänin wohl zu groß gewesen sein. Immerhin hatte sie sich auch gegen den Angriff gewehrt. Marderhunde gleichen einem kleinen Waschbären. Sie sind aber nicht mit diesen verwandt, sondern gehören zur Familie der Hunde. Manche Naturschützer fürchten bereits, dass sich die Marderhunde stark ausbreiten und andere Tierarten gefährden könnten, weil hier ihre natürlichen Feinde fehlen. Bis jetzt ist das jedoch nicht nachgewiesen.

Sollte tatsächlich ein Marderhund das Schwanenweibchen angegriffen haben, wäre das nicht nur für die anderen Schwäne eine Gefahr, sondern auch für Menschen und Tiere. Denn Marderhunde können nicht nur Parasiten wie den Fuchsbandwum übertragen sondern laut Experten Menschen und zum Beispiel Hunde anfallen.

Happy End für Opa Hansi

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So traurig wie die Geschichte um das junge Schwanenweibchen auch ist, für Opa Hansi gibt es ein Happy End. Er muss nicht allein auf Grützners Teich seine Runden ziehen. Gotthard Muschter, Geflügelzüchter aus Langburkersdorf und langjähriger Betreuer von Neustadts Schwänen konnte wohl dem Trauerspiel nicht länger zusehen. Er sponserte eine neue Schwänin. Diese kann nun ganz in Ruhe gemeinsam mit Opa Hansi die Zeit auf dem Stadtteich verbringen, falls sie nicht wieder von einem Wildtier geschnappt wird. in Neustadt war das übrigens nicht der erste Fall. Auf Grützners Teich wurde im Jahr 2016 bereits ein Schwanenweibchen von einem anderen Tier getötet.

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