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Neustadt schwant etwas

Nach einer tödlichen Attacke auf einen Schwan hat Neustadt nur noch „Hansi“ als Maskottchen. Aber vielleicht nicht mehr lange.

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© Steffen Unger

Von Katarina Gust

Neustadt. Er ist das Wahrzeichen von Neustadt und vom Teich im Arthur-Richter-Park an der Neustadthalle nicht mehr wegzudenken. Seit Jahrzehnten schnattern weiße Schwäne durch den Stadtpark. Im Moment ist der Bestand jedoch auf ein einziges Männchen zusammengeschrumpft. Im November letzten Jahres wurde sein Weibchen bei einer Attacke durch ein Wildtier so schwer verletzt, dass es verendete. „Hansi“, wie der Letzte seiner Art heißt, hat unverletzt überlebt. Er zieht aktuell auf einem Feuerlöschteich am Promenadenweg seine Runden. Denn in seinem Revier am Parkteich wird kräftig gebaut. Die Uferbefestigung wird seit dem vergangenen Herbst erneuert. „Hansi“ wurde deshalb an den Feuerlöschteich zwangsumgesiedelt.

Aus dem Übergangsquartier könnte jetzt jedoch ein Alterssitz werden. Das deutet Neustadts Bürgermeister Peter Mühle (NfN) an. „Hansi“ sei bereits an die 26 Jahre alt. Normalerweise werden Höckerschwäne zwischen 16 und 20 Jahre alt. Der Neustädter Schwan hat damit ein Methusalem-Alter erreicht. Zu manchen Menschen hat er über die Jahre Vertrauen gefasst und lässt sich sogar streicheln. Ein erneuter Umzug bedeute unnötigen Stress. „Er soll deshalb weiter auf dem Feuerlöschteich bleiben“, sagt Mühle.

Auf den Teich im Stadtpark soll dagegen ein neues Schwanenpaar ziehen. Um das will sich die Stadtverwaltung bemühen. „Die Tiere gehören einfach zum Stadtpark dazu“, sagt der Ratschef. Schon als Kind kenne er den Teich nur mit Schwänen. Mühle hofft, dass Neustadt ein neues Paar Jungschwäne findet. Höckerschwäne binden sich auf Lebenszeit. „Mit Hansi im gleichen Territorium würde das sicher nicht funktionieren“, äußert Mühle. Auch deshalb soll für ihn der Promenadenweg zum dauerhaften Domizil werden.

Die Neustädter konnten sich in den vergangenen Jahren kaum über Schwanennachwuchs freuen. Denn die Gelege wurden mehrfach von anderen Wildtieren geplündert. Ende 2011 glückte die Brut. Damals wurden zwei Jungschwäne an den Schlossteich in Graupa umgesiedelt. Sie hatten die Nachfolge des zuvor verstorbenen „Moritz“ angetreten. Die Geschwister aus Neustadt wurden damals auf die Namen Gottfried und Elsa getauft. Das glückliche Ende hielt jedoch nicht lange. Nur ein Jahr später starb Gottfried, vermutlich erfror er. Schwanendame Elsa verendete im Sommer 2013. Sie war im Geländer um den Schlossteich hängengeblieben und hatte sich den Flügel gebrochen. Drei Tage später starb das Tier. Seitdem dekorieren Plastikschwäne den Schlossteich. Neustadt hofft bei seinem neuen Schwanenpärchen auf mehr Glück.

Die Vorbereitungen für dessen Neuansiedlung laufen schon. Im großen Teich wurde das Schwanenhaus bereits aufgestellt. Die Unterkonstruktion besteht aus stabilen Betonringen. Bis Ende kommender Woche sollen alle Bauarbeiten beendet sein und neues Wasser einlaufen. Das will Neustadt feiern. Anlässlich des Kinder- und Familienfestes an der Neustadthalle am 21. Mai soll der neue Teich feierlich eröffnet werden. An einem kleinen Programm arbeitet die Stadtverwaltung bereits. Auch die Fontäne soll dann wieder sprudeln.