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Neustart im Cunewalder Erlebnisbad

Nach der Flut war das Bad fast vier Jahre dicht. Nun ist es saniert. Ab 17. Mai können Gäste viele Veränderungen entdecken.

Von Katja Schäfer

Knallrote Poloshirts, kurze schwarze Hosen, Badelatschen – das Team des Cunewalder Erlebnisbades ist einheitlich gekleidet. Die Sachen sind soeben eingetroffen. Damit steht der Wiedereröffnung der Freizeiteinrichtung nach knapp vier Jahren Schließung nun wirklich nichts mehr im Wege. Am 17. Mai um 10 Uhr ist es so weit. „An diesem Tag kostet der Eintritt für alle Besucher nur einen Euro“, kündigt Bürgermeister Thomas Martolock (CDU) an.

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Dem Rathaus-Chef sind Freude und Stolz deutlich anzumerken, als er sechs Wochen vor der Einweihung durch das Bad führt. 2,3 Millionen Euro hat die Gemeinde in den zurückliegenden Monaten in die Erneuerung der Anlage investiert, die beim Hochwasser im August 2010 von den Wassermassen und einer Schlammlawine so stark beschädigt worden war, dass sie seitdem geschlossen bleiben musste. Bei der Sanierung und Umgestaltung hat die Gemeinde Wert darauf gelegt, den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig die Attraktivität zu erhöhen. Einige Dinge wurden ab-, dafür aber viele neue angeschafft.

Zum Beispiel gibt es den Strömungskanal nicht mehr. „Er war zwar bei den Besuchern sehr beliebt, hat aber sehr viel Strom verbraucht“, sagt der Bürgermeister. Stattdessen gibt es jetzt ein Kletternetz über dem Wasser und eine Schaukelbucht, in der die Badegäste mit ihren eigenen Bewegungen hohe Wellen erzeugen können. Neu ist auch eine breite gewellte Rutsche, auf der mehrere Leute nebeneinander ins Wasser sausen können. Sie ist vor allem für Jugendliche gedacht, die darauf Wettbewerbe austragen können. Die schon vorhandene Halbröhren-Rutsche wurde um zwei Kurven erweitert. Sie ist jetzt länger und steiler und damit auch schneller.

Wer in Ruhe seine Bahnen ziehen will, findet dazu nach wie vor im völlig separaten Schwimmerbecken Gelegenheit. Es wurde so umgebaut, dass die Zugänge und Einstiege jetzt senioren- und behindertenfreundlich sind. Ein extra Planschbecken gibt es aber nicht mehr; es ist in das Erlebnisbecken integriert worden. „Dadurch gibt es nicht mehr drei Wasserkreisläufe, sondern nur noch zwei. Das spart ebenfalls Energie“, erklärt Falko Hinz. Er ist Geschäftsführer des Unternehmens Bauplanung Bautzen, das das Bad geplant hat.

Ob die jüngsten Badegäste überhaupt ins Planschbecken gehen, ist allerdings fraglich. Wo doch eine völlig neue Kinderspiellandschaft lockt. Dort können Mädchen und Jungen klettern, schaukeln und buddeln. Der Clou ist aber ein großer Wasserspielplatz mit Kanälen, Wehren und Schaufelrad. Das Wasser dafür kommt aus einer Quelle. Der Sand des benachbarten Spielplatzes darf ausdrücklich zum Matschen verwendet werden.

Badbesucher, die dem Spielplatzalter entwachsen sind, dürfte eher die Beachvolleyball-Anlage interessieren. Für die Liegewiese, die durch den Bau der Spiellandschaft weggefallen ist, wurde im hinteren Bereich des Bades Ersatz geschaffen. Einen FKK-Bereich gibt es ebenfalls wieder. Freuen können sich die Besucher auch auf angewärmtes Wasser in beiden Becken. Allerdings sorgt dafür nicht mehr wie bisher eine Ölheizung, sondern eine Solaranlage. Den erneuerten Bad-Kiosk bewirtschaftet künftig Angela Schaaf, die seit einem Jahr den Nahkauf in Mittelcunewalde betreibt.

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Neben all den sichtbaren Veränderungen ist auch viel Geld in Dinge geflossen, die niemand entdeckt – die aber verhindern sollen, dass das nächste Hochwasser wieder Schaden anrichtet. Dazu gehören Schutzwälle und größere Rohre für einen im Untergrund fließenden Bach. Diese Arbeiten wurden zuallererst erledigt. Inzwischen nehmen die Bauarbeiter letzte Handgriffe im Bad vor. Zur gleichen Zeit läuft schon Wasser ins Schwimmerbecken. Diese Woche wird an einigen Stellen Rollrasen verlegt, damit er anwachsen kann, bis Mitte Mai die ersten Badegäste kommen. Nach dem Eröffnungstag müssen sie etwas mehr Geld mitbringen, als vor der Flut. Der Eintrittspreis ist gestiegen. Bis zum 16. Geburtstag beträgt er 2,50 Euro (bisher zwei Euro). Erwachsene zahlen vier (drei), Familien zehn Euro (acht). Kinder bis zum fünften Geburtstag kommen kostenlos rein. Zehner- und Jahreskarten sind schon jetzt in der Touristinformation und in der Gemeindeverwaltung erhältlich. „Sie eignen sich gut als Geschenk zu Ostern“, wirbt Touristinfo-Chefin Simone Bergmann.