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Neustart in Priestewitz

Ab heute übernimmt Manuela Gajewi (parteilos) die Geschäfte in der Priestewitzer Verwaltung. Sie hat viel vor. Hausintern gab es zuvor ein paar Probleme.

© Kristin Richter

Von Catharina Karlshaus

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Priestewitz. Eigentlich ist alles wie immer. Ein ganz normaler Donnerstag, an dem Manuela Gajewi das tut, was sie bereits seit 17 Jahren macht. Sie wird arbeiten gehen in die hiesige Gemeindeverwaltung und dem momentanen Unterlagenberg auf ihrem Schreibtisch zu Leibe rücken. Was die prall gefüllten Mappen, behördlichen Briefe und Ratsvorlagen jedoch nicht wissen können: Es ist nicht mehr die Hauptamtsleiterin, die sich professionell an ihnen zu schaffen macht. Es ist die neue Priestewitzer Bürgermeisterin, die mit dem 1. Februar die Geschäfte von Susann Frentzen übernommen hat. Nach siebenjähriger Amtszeit war die bisherige Verwaltungschefin im November nicht mehr wiedergewählt worden.

Seitdem war es nicht nur still geworden um die parteilose Politikerin. Auch Manuela Gajewi hielt sich lieber aus der Öffentlichkeit zurück. Vornehmlich kümmerte sich der stellvertretende Bürgermeister Konrad Zscheile um die Belange der Gemeinde – mit nicht geringem Aufwand. Dass der ehrenamtlich Tätige diese nun in die Hände von Manuela Gajewi legen kann, dürfte für den Wassermeister eine große Erleichterung sein. „Herr Zscheile hat als voll Berufstätiger vor allem in den letzten drei Monaten mehr getan, als man erwarten konnte. Ich bin ihm sehr dankbar, denn er war immer zur Stelle, wenn wir ihn gebraucht haben“, betont Manuela Gajewi.

Über eine etwaige Übergabe mit ihrer Vorgängerin möchte die 49-jährige Verwaltungsfachwirtin aus Blattersleben nicht reden. Hausinterne Dinge sollte man nicht nach außen tragen, so ihr Grundsatz, und daran werde sie sich auch künftig halten. Viel wichtiger sei der gemeinsame Neustart mit allen Verwaltungsmitarbeitern, die sich aufgrund der personellen Neuausrichtung an verschiedenen Stellen nun auch erst einmal in veränderter Konstellation zusammen finden müssten. Allerdings: „Da habe ich absolut überhaupt keine Sorgen! Das Team ist hochmotiviert, und wir freuen uns darauf, etwas gemeinsam für unsere Gemeinde bewegen zu können“, versichert Manuela Gajewi. Vor allem das gemeinsame Handeln, sowohl mit den Mitarbeitern und den Räten sei ihr dabei wichtig. Schließlich arbeite man seit vielen Jahren schon in einem Haus, der eine könne vom Wissen des anderen profitieren. Daran solle sich auch in ihrer neuen Eigenschaft als Bürgermeisterin nichts ändern.

Ein Amt, vor dem sie nach wie vor gesunden Respekt hätte. „Es wäre gelogen, wenn ich bestreiten würde, dass ich nicht aufgeregt bin. Natürlich bin ich das und werde am Anfang sicherlich auch nicht immer gleich alles richtig machen“, sagt Manuela Gajewi entschuldigend und lacht.

Definitiv sicher sei sie sich jedoch darin, dass sie keinesfalls nur in der Amtsstube sitzen werde. Aus den Wahlveranstaltungen, die sie durch einen Teil der 22 Ortsteile führte, habe sie bestätigt bekommen, dass miteinander Reden das A und O sei. „Und mir ist klar, dass viele Einwohner einerseits den Gang in die Verwaltung scheuen und andererseits auch gar keine Zeit dafür finden“, so Manuela Gajewi. Deshalb werde sie sich auf den Weg zu den Priestewitzern machen. Nicht nur wie heute zu den lieb gewonnenen Gratulationen anlässlich runder Geburtstage von Senioren. Nein, einfach mal zum Schwatz über die Probleme vor Ort oder zum Hören, was vielleicht gerade große Freude bereitet. „Wir machen die Arbeit ja in der Verwaltung für unsere Einwohner. Also müssen wir auch wissen, wie es diesen wirklich geht!“ Ihnen dabei irgendetwas zu versprechen, lehnt die künftige Bürgermeisterin rundheraus ab. Der Breitbandausbau stünde in diesem Jahr im Fokus und die Realisierung all jener Vorhaben, die der Gemeinderat bereits auf den Weg gebracht habe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Wir legen jetzt los! Zu tun gibt es noch genug, und ich freue mich darauf!“