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Nicht die Bahn - die Schiene ist die Lösung

© SZ-Redakteur Udo Lemke © dpa

Ein Kommentar von Udo Lemke über die Idee, Lkw per Waggon zu fahren.

Das beinahe tägliche Verkehrschaos auf der Autobahn A 4 schreit förmlich nach Abhilfe. Sobald es irgendwo auf der Strecke einen Unfall gibt, geht nicht nur dort nichts mehr, sondern auch im weiteren Umfeld, weil sich der Ausweichverkehr beispielsweise durch Meißen und Wilsdruff quält. 

Was liegt also näher, als die Autobahn von vier auf sechs Spuren zu erweitern? Dadurch wird sich allerdings nicht viel ändern, denn der Lkw-Verkehr aus und nach Osten wird weiter anwachsen. Am besten wäre es, vieles, was früher per Eisenbahn transportiert worden ist und heute per Lkw transportiert wird – Schüttgüter wie Kies und Schotter und Getreide und andere Baumaterialien, Geräte und Maschinen usw. usf. – wieder vom Lkw auf die Bahn zu verlagern. Allerdings ist diese mit dem aktuellen Güterverkehr schon überfordert. 

Dennoch könnte die Schiene die Lösung für das Problem sein: Ein von der Bahn unabhängiges Gleissystem mit autonom fahrenden Waggons, die die Lkws huckepack nehmen und diese parallel zur Autobahn mit 120 km/h transportieren. 

Natürlich würden damit nicht alle Lkws von der Autobahn verschwinden, aber ein solches System wäre eine große Entlastung. Man sollte diese Idee nicht gleich als Spinnerei abtun, sondern ihr eine Chance geben, indem man sie ernsthaft prüft. Vom Waggonbau bis zum Aufbau der Schienenstränge würde sich nebenbei Arbeit für diejenigen finden, die durch den Braunkohleausstieg frei gesetzt werden.

E-Mail an Udo Lemke

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