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Nicht genügend Rettungsfahrzeuge nach Unfall auf A 14

Wegen einer umherfliegenden Plane stoppt die Polizei den Verkehr. Die Folge ist ein Stau, in den ein Sattelzug kracht – mit schwerwiegenden Folgen.

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© tnn

Tina Soltysiak

Mutzschen. s war eine Verkettung unglücklicher Zufälle: Gerade hatte die Polizei auf der Autobahn 14 zwischen Mutzschen und Leisnig den Verkehr in Richtung Dresden kurzzeitig gestoppt, um eine herumfliegende Plane zu sichern. Es bildete sich ein Stau, in den kurz darauf ein Sattelzug krachte. Bei dem Auffahrunfall am Dienstagabend 13 Menschen wurden verletzt, darunter vier Kinder und ein Säugling.

Der Unfall auf der A14

Bei einem Auffahr-Unfall an einem Stauende auf der A 14 in Sachsen sind 13 Menschen verletzt worden, darunter vier Kinder und ein Säugling.
Bei einem Auffahr-Unfall an einem Stauende auf der A 14 in Sachsen sind 13 Menschen verletzt worden, darunter vier Kinder und ein Säugling.

Der 38-jährige Fahrer des Sattelzugs hatte nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig das Stauende zu spät erkannt und rammte einen anderen Laster. Er touchierte er ein weiteres Autos und krachte in die Mittelleitplanke, wurde dann auf die Fahrbahn zurückgeschleudert und schob fünf weitere Autos ineinander. Ein nachfolgender Wagen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in die Unfallstelle.

Die Lage sei zunächst unübersichtlich gewesen, sagt Rico Schneider, Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Zschoppach. „Fünf Autos und zwei Laster waren alle ineinander gerutscht. Darunter ein Fahrzeug mit norwegischem Kennzeichen und ein polnischer Lkw-Fahrer. Die Verständigung war deshalb zum Teil schwierig“, sagt er.

Es habe einige Minuten gedauert, bis sich die Kameraden einen Überblick verschafft hatten. „Die Situation war am Anfang ganz schön anstrengend. Denn es gab zudem 13 Verletzte“, sagt Rico Schneider. Zwei Erwachsene seien sehr schwer verletzt worden, sechs weitere sowie fünf Kinder leicht. Alle hätten ohne den Einsatz von Rettungsgerät befreit werden können, so Schneider.

Für die Vielzahl an Verletzten hätten zunächst nicht genügend Rettungsfahrzeuge bereitgestanden. „Deshalb war die Versorgung der Verletzten zunächst unsere Hauptaufgabe.“ Nach und nach seien weitere Rettungswagen eingetroffen. Alle Unfallbeteiligten mussten in umliegende Kliniken transportiert werden, so Schneider.

Daher sei es zunächst nicht möglich gewesen, nähere Angaben zum Alter oder der Art der Verletzungen zu machen. Einer Polizeisprecherin zufolge wurden auch Ermittlungen zur Herkunft der Plane eingeleitet, die der Auslöser für den Stau war.

An der Unfallstelle liefen Hunderte Liter Diesel aus, die die Feuerwehr beseitigen musste. Während der langwierigen Aufräum- und Bergungsarbeiten kam es zu erheblichen Behinderungen und kilometerlangen Staus. Erst am Morgen rollte der Verkehr in Richtung Dresden wieder an.

Zu einem weiteren schweren Unfall kam es kurz vor Heiligabend in Brandenburg. Ein Lastwagen kippte auf ein Auto und tötete vier Insassen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Zwei weitere wurden bei dem Unfall am Dienstag verletzt. Auf der Bundesstraße 1 bei Heidekrug in der Nähe von Berlin war der Sattelschlepper aus bislang ungeklärter Ursache ins Schleudern geraten. Das Fahrzeug drehte sich daraufhin um 180 Grad und kippte um. Dabei begrub es ein in Richtung Berlin fahrendes Auto unter sich. „In dem Pkw waren fünf Insassen, wobei nur einer überlebt hat“, sagte ein Sprecher. Der Lasterfahrer wurde leicht verletzt.

In Chemnitz verunglückte am Dienstagnachmittag ein 73 Jahre alter Mann mit seinem Auto und starb. Möglicherweise führten gesundheitliche Probleme zu dem Unfall, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Mann war im Stadtteil Grüna mit seinem Wagen gegen ein geparktes Auto geprallt. Die Todesursache stand zunächst nicht fest. Beide Autos wurden erheblich beschädigt. (mit dpa)