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Nichts als tröstende Worte für die Kameraden

Die Ortswehren kämpfen weiter allerorts mit Missständen. Für den Feuerwehrverband kommt die Kritik offenbar überraschend.

© Dietmar Thomas

Von Eric Mittmann

Hartha. Für Alterskameraden wie Dieter Möbius und Rolf Strini war die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehren von Hartha in diesem Jahr wohl ein freudiges Ereignis. Es gab Bier und Schnitzel, sie konnten vorm Feuerwehrfahrzeug posieren und von alten Einsätzen erzählen. Die Papierfabrik in Kriebstein 1991, die Straße des Friedens 1984, die Pestalozzi-Straße einen Tag vor Silvester 2001. „Früher haben wir noch Einteiler getragen, wenn wir ausgerückt sind. Bei uns auf dem Dorf waren da sogar die Stiefel mit dran“, erzählt Rolf Strini.

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Für die aktiven Mitglieder der drei Feuerwehren war die Jahreshauptversammlung dagegen ein Abend der Kritik. Leere Kassen, fehlende Fördergelder und der Bedarf nach Neuerungen werde von Jahr zu Jahr größer.

Es gebe überall riesige Probleme bei der Beschaffung von Ausrüstung, sowohl in Gersdorf als auch in Hartha und Wendishain. Letztgenannte warten seit 2010 auf die Sanierung ihres Gerätehauses. Dach, Heizung und Tore müssen erneuert werden. Nun befände man sich endlich auf der Zielgeraden. „Eine tolle Leistung, denn wir haben jetzt schon März“, merkte Wehrleiter Jörg Roßberg sarkastisch an. In Gersdorf sieht es nicht besser aus. „Bei uns herrschen aktuell 2,4 Grad Celsius im Gerätehaus“, sagte der dortige Wehrleiter Robert Prosch. In Hartha dauerte es zehn Jahr, bis im Gerätehaus vernünftige Computertechnik stand.

Vonseiten des Kreisfeuerwehrverbandes kamen am Ende nur tröstende Worte. Er habe bei keiner anderen Versammlung so viele Klagen gehört, sagte Ralf Polster, Beisitzer vom Feuerwehrverband. „Aber das ist letztendlich auch Kritik, die man ansprechen muss.“ Mehr sagte er zu den Wehklagen seiner Kameraden nicht. Stattdessen ging er auf die drei Hüpfburgen ein, die der Feuerwehr Mittelsachsen neuerdings zur Verfügung stehen und die gern ausgeliehen werden können.