Merken

Nichts geht auf der Baustelle

Seit Monaten ist nicht viel passiert im Gewerbegebiet Süd. Dabei sollte im Frühjahr die Vermarktung losgehen.

Teilen
Folgen
© Dietmar Thomas

Von Jens Hoyer

Döbeln. Was geht im Gewerbegebiet Süd? Im Moment gar nichts. Seit Dezember hat sich auf den Flächen an der B 169 kaum eine Baggerschaufel gerührt. Sie ist nach dem Abriss der Möbelwerke noch ein großes Matschfeld, auf dem riesige Haufen gebrochenen Abrissschutts liegen. Der Winter hat zu einer Zwangspause geführt – auf der Baustelle war es schlichtweg zu nass, um weiterzuarbeiten. In Kürze soll es aber weitergehen, sagte Bauleiter Martin Berger von der Firma Becker Umweltdienste. Sie ist von der Stadt beauftragt, die Gebäude abzureißen und Terrassen für eine künftige Bebauung anzulegen.

Dass der Untergrund nicht der beste ist, das war den Fachleuten schon klar. Zuerst muss ein 10 mal 20 Meter große Versuchsfläche angelegt werden, auf der die richtige Mischung des anstehenden lehmigen Bodens mit dem gebrochenen Ziegel- und Betonmaterial ermittelt wird. Ein Planungsbüro wird diesen Versuch begleiten. Im Dezember war noch die Rede davon, dass der Versuch Anfang des Jahres gestartet werden soll. Davon, wie der Versuch ausgeht und welcher Aufwand für die Geländeregulierung betrieben werden muss, hänge unter anderem auch die weitere Bauzeit ab, sagte Berger.

Stadt sieht sich noch im Plan

Wenn die drei Terrassen angelegt sind, kann die tatsächliche Erschließung des Gebietes erfolgen. Negative Auswirkungen durch die Verzögerungen sieht man bei der Stadtverwaltung nicht. Man liege noch im förderrechtlichen Bauzeitraum, so Stadtsprecher Thomas Mettcher. Was heißt, bisher können die Termine, die durch den Fördermittelbescheid gesetzt sind, noch eingehalten werden. Auch auf die Vermarktung des Geländes habe der Baustopp keine Auswirkungen. Im Dezember war von sechs Inderessenten für die Flächen die Rede. Das Gewerbegebiet wäre damit schon zu großen Teilen ausgelastet. Rund 2,5 Hektar werden bebaubar sein. Insgesamt ist das Gewerbegebiet 3,6 Hektar groß.

Die Erschließung des Gebietes war von Anfang an eine langwierige Angelegenheit mit einigen Schwierigkeiten und Verzögerungen gewesen. Mit einer sogenannten Nachtragsliquidation der pleite gegangenen Möbelwerke hatte die Stadt das Grundstück erst einmal in ihren Besitz bringen müssen. Eine andere Fläche wurde dazugekauft. Einigen Interessenten dauerte die Erschließung zu lange. Zuletzt war die Firma Polenz abgesprungen, die ihren Firmensitz aus dem Hochwassergebiet verlegen wollte. Sie hatte vor zwei Jahren mit dem Bau des neuen Betriebes im Gewerbegebiet Mockritz begonnen.

Abriss und Erschließung im Gewerbegebiet Süd kosten die Stadt reichlich zwei Millionen Euro, die zu rund 80 Prozent mit Fördermitteln finanziert werden können. Die Anbindung an die B 169 wird allerdings noch nicht perfekt sein, wenn es in Betrieb geht. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr plant aber den Ausbau der Bundesstraße und damit auch einen neuen Kreuzungspunkt. Über den wird dann auch das Gewerbegebiet erschlossen.