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Nichts zu feiern in Ravensburg

Schwere Schnitzer im ersten Drittel bringen die Füchse auf die Verliererstraße. Am Ende steht es 5:0.

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© Titus Fischer

Von Titus Fischer und Marcel Pochanke

Ravensburg/Weißwasser. Die Auftakteuphorie ist erst einmal verrauscht. Nach dem Sieg in Kaufbeuren musste der neue Coach Paul Gardner gestern Abend in Ravensburg die erste Niederlage verdauen. Mit 5:0 verlor Weißwasser letztlich chancenlos und zeigte dabei eine schwache Leistung, verglichen mit den Auftritten der letzten Wochen.

Die ersten Minuten nahmen sich noch vielversprechend aus. Die Teams lieferten sich einen Schlagabtausch, Lüsch prüfte Rohde nach zwei Minuten. Bei den Füchsen hatte Paul Gardner auf der Torwartposition rotiert, er wollte sich ein Bild von der nominellen Nummer zwei, Johannes Wiedemann machen. Der 23-Jährige war bei seiner ersten ernsthaften Prüfung gleich machtlos. Austin Smith schloss einen gelungenen Ravensburger Angriff aus zentraler Position ab und traf unter die Latte zum 1:0. Das wäre kein Beinbruch gewesen, auch am Sonntag in Kaufbeuren waren die Gastgeber schnell in Führung gegangen, am Ende ging Weißwasser als Sieger vom Eis.

Gestern aber ließen die Lausitzer keine Tore, sondern schwere Fehler folgen. Ostwald kurvte hinter dem eigenen Gehäuse, um dann einen Pass diagonal durch das eigene Drittel zu spielen, genau in den Schläger von Detsch an der Blauen Linie. Der Verteidiger der Towerstars ging noch zwei Schritte und passte dann quer auf Vogt, der ins freie Tor vollstreckte. Das dritte Gegentor legte Dominic Bohac auf, der an der gegnerischen Zone einen Puck nicht kontrollieren konnte. Die pfeilschnellen Ravensburger Stürmer lauerten immerfort auf solche Gelegenheiten. Dieses Mal war es Rohloff, der Bohac die Scheibe abluchste und sich allein vor Wiedemann keine Blöße gab (13.).

Die Sicherheit im Spiel der Füchse war erst einmal dahin, bis zur Pause blieben die Bayern spielbestimmend, wirkten frischer und meist einen Zacken flinker auf dem Eis. Wohl um noch einmal einen Ruck durch die Mannschaft zu schicken, tauschte Gardner in der Pause den Torwart. An Wiedemann hatte es nicht gelegen, aber der Plan ging auf: In der Abwehr zeigten sich die Füchse im zweiten Abschnitt deutlich stabiler. Fallon bekam weniger zu tun als Wiedemann zuvor, konnte sich aber dennoch ein paar Mal auszeichnen. Was fehlte, war ein Tor seiner Kollegen, um Ravensburg noch einmal zu verunsichern. Die Tower Stars schalteten einen Gang zurück, ließen auch so kaum Zwingendes zu. Magowan scheiterte nach 25 Minuten mit seinem Alleingang an Rohde. Dann gab es eine Keilerei zwischen Lüsch und Keller, der Lausitzer musste für zwei, sein Kontrahent für vier Minuten auf die Strafbank. Aber auch in Überzahl waren Schüsse von der Blauen Linie das Gefährlichste, das Weißwasser zustande brachte.

Lavallee entlud seinen Ärger auf den Schiedsrichter, bekam dafür zehn Minuten aufgebrummt. Von draußen sah er die beste Gelegenheit für seine Mannschaft, als Haydar kurz vor der Sirene nur den Pfosten traf.

Auch im Schlussdrittel kontrollierte Ravensburg das Spiel, vergab früh eine Riesenchance zum 4:0. Die beste Gelegenheit für die Füchse bot sich bei einem Unterzahlkonter, aber ein Verteidiger warf sich im letzten Moment in Swinnens Querpass, Marius Schmidt hätte nur noch einzuschieben brauchen. Ähnlich einsatzstark klärte Swinnen in der 52. Minute vor dem eigenen Tor und verhinderte das vierte Tor, das in der Luft lag. Als je ein Spieler auf der Strafbank saß, zeigte sich im Vier gegen Vier die läuferische Überlegenheit des Tabellenvierten, Krestan nutzte sie zum 4:0. Für den Endstand sorgte Sezemsky mit einem unhaltbaren Gewaltschuss in Überzahl. Noch in der Schlussminute hatte Pozivil die Chance auf den verdienten Ehrentreffer, aber auch hier fehlte das Glück. Vielleicht hatten die Füchse auch schon das Winter Derby am Sonnabend im Hinterkopf. Aber auch da würden Fehler, wie sie Weißwasser zu Beginn der Partie machte, bitter bestraft.