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Wer macht was gegen diese Ruinen?

In Nieder-Gebelzig liegen seit dem Brand im Februar Gebäude in Schutt und Asche. Das ärgert die Nachbarn. Die Gemeinde blieb bislang auf den Löschkosten sitzen.

Seit dem Brand vom 21. Februar ist die Zufahrtsstraße für einen Teil der Anwohner auf dem ehemaligen Niedergebelziger Gutshof gesperrt. Sie müssen nun einen Umweg in Kauf nehmen.
Seit dem Brand vom 21. Februar ist die Zufahrtsstraße für einen Teil der Anwohner auf dem ehemaligen Niedergebelziger Gutshof gesperrt. Sie müssen nun einen Umweg in Kauf nehmen. © Berhard Donke

Von Berhard Donke

Roland Kullmann ärgert sich. Täglich muss er auf die Ruine des ehemaligen Wohn- und Stallgebäudes in Nieder-Gebelzig schauen - kein schöner Anblick.

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Sein Haus an der Gröditzer Straße liegt direkt nebenan. Auch andere Anwohner wie Maik Rohrmann klagen über den optischen Schandfleck. Einst wurden die Gebäude 1875 erbaut, und gehörten zu einem Rittergut. Ein Feuer hatte im Februar große Teile des Gebäudes, welches noch bis Ende der 1990er-Jahre Mieter beherbergte, zerstört. Seither liegt dort sprichwörtlich alles in Schutt und Asche.

"Für mich und meine Familie mindert der Anblick Lebens- und Wohnqualität", sagt Kullmann - und verweist auf ein weiteres teilweise abgerissenes Gebäude gleich daneben, das ebenfalls zum ehemaligen Gutshof gehört. Man müsse fast von einer Ruinenlandschaft sprechen, so Kullmann.

Den täglichen Anblick dieses durch Brand teilzerstörten ehemaligen zum Gutshof Nieder Gebelzig gehörenden Wohn- und Wirtschaftsgebäude stört die Anwohner und mindert ihre Lebensqualität.
Den täglichen Anblick dieses durch Brand teilzerstörten ehemaligen zum Gutshof Nieder Gebelzig gehörenden Wohn- und Wirtschaftsgebäude stört die Anwohner und mindert ihre Lebensqualität. © Berhard Donke

"Es ist ja nicht nur der hässliche Anblick, der uns stört. Die Ruine bedeute auch eine Gefahrenquelle für unsere Kinder", sagt Rohrmann. Zudem könne sich unkontrolliert Ungeziefer ansiedeln - und die Anwohner gelangen nur noch über einen Umweg zu ihren Häusern, weil die eigentliche Zufahrt aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Rohrmann äußert sich enttäuscht, dass die Gemeinde nichts unternehme.

Zudem geht das Gerücht im Dorf um, dass der Eigentümer - ein Bürger, der im thüringischen Suhl leben soll - angeblich seit Jahren für das Gebäude keine Grundstückssteuern bezahlt haben soll. Diese Behauptung weist Bürgermeister Denis Riese von sich. Er sagt zudem: "Der Eigentümer hat bis heute auf Anschreiben der zuständigen Ämter offensichtlich nicht reagiert und kommt seinen Sicherungspflichten nicht nach." Die Kosten für die Feuerwehr hat die Kommune in Vorleistung gezahlt.

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