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Strahlende Aussichten?

Der Landkreis Görlitz bleibt in der Vorauswahl zu einem Atommüll-Endlager. Panik ist deshalb nicht angesagt, Wachsamkeit schon.

© Bildstelle

Dass der Landkreis Görlitz völlig ausscheiden würde bei der Suche nach einem atomaren Endlager, war nicht zu erwarten. Nun ist er also fast mit seiner gesamten Fläche drin. Schwarzmaler dürften das Ende der ländlichen Idylle schon vor sich sehen, Optimisten darauf hoffen, dass der Kelch des unterirdischen Strahlenmolochs noch einmal an der Region vorbei geht.

Wen es tatsächlich trifft, kann heute noch niemand sagen. Gerademal die erste Etappe des Findungsprozesses ist geschafft. Was verwunderlich stimmt im weiteren Verfahrensweg ist ein Punkt, den Landrat Bernd Lange anspricht und den er als "makaber" bezeichnet: die Besiedlungsdichte. Weniger stark bevölkerten Landstrichen soll es also eher zuzumuten sein, dass 300 Meter unter ihnen hunderte Castorbehälter mit ihrem gefährlichen Inhalt vor sich hin schlummern. Warum eigentlich? Weil weniger Leute dagegen protestieren können? Weil Umweltzerstörungen weniger Leuten auffallen? Weil ganz einfach weniger Menschen von dem Einschnitt in die Lebensqualität ihrer Heimat betroffen sind? Das ist ungerecht. Lange spricht es deutlich an: Jeder Mensch ist gleichwertig zu betrachten!

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So gesehen darf sich der Findungsprozess nicht gänzlich auf die Erkenntnisse der vom Bund eingesetzten Gesellschaft für Endlagerung beschränken. Die Menschen überall in der Republik sollten genau hinsehen, was da erforscht, ermittelt, begutachtet und zur Entscheidung vorgeschlagen wird. Natürlich auch in der Lausitz. Ich werde das tun, schon von Berufs wegen. Wobei ich ganz ehrlich bin: Ich zähle mich zu den Optimisten.

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