Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Görlitz
Merken

Fest an der Wehrkirche in Horka ist Besuchermagnet

Die historische Wehranlage ist längst kein Geheimtipp mehr. Aber gebaut werden muss schon wieder an dem Gemäuer.

Von Carla Mattern
 3 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Beim 17. historischen Markt in der Wehrkirche Horka am Sonntag: der rauchende Drache aus Baumstämmen wird von einem kleinen Jungen betrachtet.
Beim 17. historischen Markt in der Wehrkirche Horka am Sonntag: der rauchende Drache aus Baumstämmen wird von einem kleinen Jungen betrachtet. © SZ/Steffen Gerhardt

Legendär war die Idee, das Geld zusammenzubekommen, damit die Zinnen der historischen Wehranlage in Horka restauriert werden können. Erbaut etwa in der Zeit der Hussitenkriege um 1430 hatte der Zahn der Zeit so an der einzigartigen Anlage genagt, dass sie zu zerfallen drohte und damit auch ein in der Region einmaliges Baudenkmal. "Horka verteidigt seine Zinnen nicht gegen die Hussiten, sondern gegen den Verfall", so hatte der Verein "Historische Wehranlage in Horka die Aktion genannt. Die Resonanz war riesig, in nur 80 Tagen die Patenschaften mit je 500 Euro für die 50 Zinnen schnell zusammengekommen. Dann wurde gebaut und im Sommer 2014 mit einem Fest mit großem Umzug durchs Dorf die sanierte Anlage gefeiert.

Mitarbeiter vom Tierpark Görlitz zeigen, wie mit einer mechanischen Handschere die Schafe geschoren werden.
Mitarbeiter vom Tierpark Görlitz zeigen, wie mit einer mechanischen Handschere die Schafe geschoren werden. © SZ/Steffen Gerhardt

Den Verein gibt es noch immer und auch die Feste rund um die Wehrkirche in Horka. Mit viel Aufwand und Liebe zum Detail vorbereitet feiern die Horkaer ihren historischen Markt. Am vergangenen Sonntag bereits zum 17. Mal. Und wieder erwies sich das Fest als Besuchermagnet. Bis zu 3.500 Menschen wurden auf dem Gelände gezählt, sagt Pfarrer Ulf Schwäbe. Genauer sagen kann er das nicht, denn es wird kein Eintritt erhoben. Auf jeden Fall müssen es mehr Besucher gewesen sein als im vergangenen Jahr, da waren es etwa 3.300 Besucher, denn, so Ulf Schwäbe "es war alles noch schneller aufgegessen und ausgetrunken." Selbst beim Imbissangebot legen die Veranstalter viel Wert auf das Besondere. Es soll Besucher geben, die extra wegen der geräucherten Forelle nach Horka reisen.

Im Pfarrgarten an der Horkaer Wehrkirche ist nicht oft so viel los wie am vergangenen Sonntag.
Im Pfarrgarten an der Horkaer Wehrkirche ist nicht oft so viel los wie am vergangenen Sonntag. © SZ/Steffen Gerhardt

Mittelalterliche Musik, Führungen durch die Kirche, auf den Turm und in die Gruft, ganz viele Spieleangebote für Kinder, ein von der Grundschule vorbereitetes "zauberhaftes Programm passend zum historischen Ambiente mit dem Titel Heinrichs Schwertleite" so der Pfarrer, Handwerkliches vom Korbmacher aus Stannewisch, einem Schnitzer aus Rothenburg, eine Schafschur zum Anschauen, durchgeführt von Mitarbeitern des Görlitzer Tierparkes, ein Hexenkarussell, ein Drachen zum Anfassen und nicht zu vergessen die Strohballen zum Toben für die Kinder. All das macht den Markt aus, der sehr gewonnen hat, seitdem es mit dem Pfarrgarten viel mehr Platz und auch zwei Eingänge gibt.

Die Kunst, Sandstein eine neue Form mit Hammer und Meißel zu geben, zeigte Steinmetz Robert Sauermann vom Handwerksbetrieb Bildhauerei Sauermann in Löbau auf dem historischen Markt.
Die Kunst, Sandstein eine neue Form mit Hammer und Meißel zu geben, zeigte Steinmetz Robert Sauermann vom Handwerksbetrieb Bildhauerei Sauermann in Löbau auf dem historischen Markt. © SZ/Steffen Gerhardt
  • Hier können Sie sich für unseren kostenlosen Görlitz-Niesky-Newsletter anmelden.

Doch das Feiern dient nicht nur der Geselligkeit. Der Verein hat auch in diesem Jahr wieder um Spenden gebeten. Denn das nächste Projekt steht an. Das Torhaus muss saniert werden. "Wir wurden großzügig von den Besuchern mit Spenden bedacht. Es war wohl ein Rekord-Ergebnis", sagt Pfarrer Ulf Schwäbe am Montag. Und Sorgen bereitet auch der Laufgang der Wehrmauer. Bevor es tiefergehende Schäden gibt, muss auch da schon wieder repariert werden.