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Jugendliche klettern auf Zug - und bekommen Stromschlag

Ein 14- und ein 17-Jähriger erleiden auf dem Bahnhof Niesky schwere Verletzungen. Zwei Rettungshubschrauber fliegen sie in eine Spezialklinik.

Einer der beiden verunfallten Jugendlichen wird durch Einsatzkräfte der Feuerwehr der Stadt Niesky von dem Waggon geborgen.
Einer der beiden verunfallten Jugendlichen wird durch Einsatzkräfte der Feuerwehr der Stadt Niesky von dem Waggon geborgen. © André Schulze

Der Leichtsinn zweier Jugendlicher hat am Dienstagabend zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Nieskyer Bahnhof geführt. Was war geschehen?

Eine Gruppe von rund zehn Teenagern hielt sich seit dem Nachmittag am Bahnhof in Niesky auf. Am frühen Abend kletterten ein 14- und ein 17-Jähriger auf einen abgestellten Güterzug. Ob dieser Leichtsinn eine Mutprobe sein sollte oder es pure Abenteuerlust war, werden die Ermittlungen der Polizei ergeben. Jedenfalls soll nach Augenzeugen einer der Jugendlichen die über den Waggons entlangführende Stromleitung berührt haben.

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Der dabei entstandene Lichtbogen führte bei beiden Jungs zu schweren Verbrennungen. Der 14-Jährige hat danach versucht, den vom Stromschlag getroffenen Jugendlichen aus dem Gefahrenbereich zu ziehen. Die umherstehenden Jugendlichen alarmierten geistesgegenwärtig die Rettungskräfte. Der Notruf ging um 18.26 Uhr bei der Stadtfeuerwehr in Niesky ein, bestätigt deren Sprecher Mathias Krause. Gleichzeitig rückten Polizei und Rettungsdienst an.

Zwei Rettungshubschrauber flogen die Jugendlichen in eine Spezialklinik nach Dresden.
Zwei Rettungshubschrauber flogen die Jugendlichen in eine Spezialklinik nach Dresden. © André Schulze

In Spezialklinik geflogen

Die Einsatzkräfte bargen beide Jugendlichen hinter einem Sichtschutz des Waggons. Zuvor musste die Bahnstrecke gesperrt und die Oberleitung stromlos geschaltet werden. Das übernahm ein Notfallmanager der Deutschen Bahn. Die Jugendlichen sind zunächst im Rettungswagen medizinisch versorgt worden. Aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen forderte die Notärztin zwei Rettungshubschrauber an. Diese flogen die beiden in eine Spezialklinik nach Dresden. Ob sie in Lebensgefahr schweben, konnte am Dienstagabend vor Ort nicht gesagt werden. Sie gelten als schwerverletzt.

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Nach Bekanntwerden des Unfalls kam auch das Team der Psychosozialen Notfallversorgung des Landkreises zum Bahnhof. Zwei Mitarbeiter übernahmen in einem bereitstehenden Linienbus die psychische Betreuung der Jugendlichen, die dieses schreckliche Ereignis miterleben mussten. Die Eltern der beiden verunglückten Jugendlichen verständigte die Polizei.

Welcher Schaden der Deutschen Bahn durch das Sperren der Gleisanlage und das Abschalten der Oberleitung entstanden ist, steht noch nicht fest.

Notarzt und Rettungsdienst übernahmen die medizinische Erstversorgung der von einem Stromschlag schwer verletzten Jugendlichen.
Notarzt und Rettungsdienst übernahmen die medizinische Erstversorgung der von einem Stromschlag schwer verletzten Jugendlichen. © André Schulze

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