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Keine Bewährung für Nieskyer Betrüger

Strafaussetzung ist auch eine Vertrauenssache, und das hatte der 43-jährige Mann zu oft missbraucht.

© David-Wolfgang Ebener/dpa

Die Hoffnung des 43-jährigen Angeklgten, mit seinem umfassenden Geständnis, der gezeigten Reue und dem Versprechen der Wiedergutmachung des Schadens noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen, hat sich nicht erfüllt. Richter Sven Handke verurteilte ihn wegen der Betrugsserie an Nieskyern zu zwei Strafen, einmal wegen 26-fachen Betruges zu 20 Monaten Freiheitsentzug, und dazu wegen 57-fachen Betruges zu zwei Jahren Freiheitsentzug. Zwei Strafen statt einer Gesamtstrafe gab es deshalb, weil eine Berufungsverhandlung vor dem Bautzener Amtsgericht – der Angeklagte wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt – eine Zäsur darstellte. Aber auch danach setzte der 43-jährige Familienvater seine Betrügereien fort.

Der Angeklagte hatte für Bekannte auch aus dem familiären Umfeld angeblich Geld angelegt und dafür Bargeld bekommen, später vielfach auch zur Aufstockung der Anlage. In Wirklichkeit hatte er von dem Geld sein Leben finanziert, eine Fassade aufrechterhalten. Nachweise für die Geldanlagen oder Kontoauszüge hatte er gefälscht. Seine Hoffnung, alles wieder zurückzahlen zu können, erwies sich als Lebenslüge. Der Schwindel flog auf.

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Erneutes Vertrauen nicht verdient

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Insgesamt ist den Opfern ein Schaden von gut 155.000 Euro entstanden, der laut Urteil eingezogen wird. Da das Geld nicht da sein dürfte, wird der Angeklagte diese Schulden also abzahlen müssen. Den Willen dazu hatte er im Verfahren bekundet, allerdings wird das selbst bei großem Optimismus so schnell nicht möglich sein. "Das dauert mindestens sieben, acht Jahre. Bei dem teils hohen Alter ihrer Opfer müssen Sie damit rechnen, dass sie dann nicht mehr am Leben sein könnten", sagte Handke, der auch begründete, warum trotz Geständnis und gutem Willen keine Bewährung ausgesprochen werden kann: "Ihr Verteidiger hat ja schon gesagt, dass es bei einer Bewährung um Vertrauen geht, dass sie nämlich keine weiteren Straftaten begehen. Aber Vertrauen, selbst das ihrer Bekannten, haben Sie immer wieder und über Jahre missbraucht. Auch das Vertrauen der Bautzener Richter, die Ihnen eine Bewährung zugestanden hatten. Eine Vorladung der Polizei hat Sie nicht davon abgehalten, weitere Betrügereien zu begehen, auch nicht die Trennung Ihrer Frau von Ihnen. Warum sollten wir glauben, dass es jetzt plötzlich anders werden würde. Nein, Sie haben kein Vertrauen verdient. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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