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Museum gestaltet leere Schaufenster

Aus dem Fundus früherer Ausstellungen wird das Stadtbild belebt. Das bleibt keine einmalige Aktion in Niesky.

Die Museumsmitarbeiterinnen Claudia Wieltsch und Heike Mücke dekorieren leere Schaufenster mit Elementen aus ehemaligenSonderausstellungen im Raschkehaus und Wachsmannhaus.
Die Museumsmitarbeiterinnen Claudia Wieltsch und Heike Mücke dekorieren leere Schaufenster mit Elementen aus ehemaligenSonderausstellungen im Raschkehaus und Wachsmannhaus. © André Schulze

Mit den Nieskyern richtig Schlitten fahren, das wollten Claudia Wieltsch und Heike Mücke schon immer einmal. Nun ist dafür nicht nur der Schnee da, sondern auch ein Anlass. Beide Frauen sind bekannt als Mitarbeiterinnen vom Wachsmann-Haus und dem Raschke-Haus, kurz - den Nieskyer Museen. Auch ihnen sind die leeren Schaufenster in der Stadt nicht entgangen und so kamen sie auf eine Idee.

Sie stellten Elemente aus früheren Ausstellungen zusammen, um damit die Schaufenster zu dekorieren, die sonst leer bleiben. Zwei Fenster gehörten dem früheren Reisebüro von Schwarz-Reisen auf der Ödernitzer Straße. Dort ist nun die genannte Schlittenfahrt zu erleben. Die Wintersportgeräte und zwei Fototafeln sind einst Bestandteil der Sonderausstellung "Raus ins Grüne" gewesen. Sie wurde 2017 im Raschke-Haus gezeigt. "Im Winter hieß es natürlich: raus ins Weiße, deshalb haben wir diesen Teil der Ausstellung ausgewählt. Dieser passt gut zum Wetter jetzt", sagt Claudia Wieltsch.

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Drei Geschäfte gestaltet

Es bleibt nicht bei dem einen Laden auf der Ödernitzer Straße, den die beiden Frauen jetzt gestaltet haben. Zwei weitere Geschäfte sind noch dazu gekommen. Das ehemalige Uhrengeschäft an der Ecke zur Lehrergasse. Dort wird mit vier Tafeln an die "Verschwundenen Bauten von Niesky" erinnert. Häuser, die einst das Stadtbild prägten und durch Krieg und Stadterneuerung nach der Wende verschwunden sind oder Platz gemacht haben für neue Bauten. Wer erinnert sich noch an das Gummiwerk, den "Schiefen Emil" oder die alte Feuerwache an der heutigen Görlitzer Straße? Diese und andere Gebäude will die Ausstellung in Erinnerung rufen.

Ein weiterer Teil dieser Ausstellung wird auf zwei Tafeln in der Horkaer Straße, im früheren Früchte Liebig, gezeigt. Unterstützung bekamen die beiden Museumsfrauen von der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft. Ihr gehören die drei Geschäfte und sie findet diese Idee sehr gut. "Solange sich kein neuer Mieter gefunden hat, können wir die Schaufenster für das Museum nutzen", sagt Frau Wieltsch. Sie hat dafür noch einen anderen Grund: "Wir wollen nicht vergessen werden." Denn beide Museen müssen durch die Pandemie geschlossen bleiben und können keine Besucher empfangen.

So haben die Nieskyer wenigstens bei einem Stadtbummel die Gelegenheit, ein bisschen die Geschichte ihrer Stadt kennenzulernen oder sich daran zu erinnern. Und damit es beim Schaufensterbummel nicht irgendwann langweilig wird, sollen die Ausstellungsgegenstände monatlich durch andere interessante ersetzt werden.

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