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Wechselspiel bei Nieskyer Ärzten

Das Facharztzentrum des Emmaus-Krankenhauses verliert eine Medizinerin. Den Patienten in der Stadt aber bleibt sie erhalten.

2015 stieg Sandra Beinlich (rechts) als Assistenzärztin im Krankenhaus Emmaus Niesky ein, nun hat sie das Facharztzentrum verlassen und wird ab Frühjahr 2022 ihre eigene Praxis leiten.
2015 stieg Sandra Beinlich (rechts) als Assistenzärztin im Krankenhaus Emmaus Niesky ein, nun hat sie das Facharztzentrum verlassen und wird ab Frühjahr 2022 ihre eigene Praxis leiten. ©  Archiv/André Schulze

Seit dem 1. April haben die Allgemeinmediziner am Facharztzentrum des Krankenhauses Emmaus in Niesky eine Kollegin weniger. Die Klinik versucht nun, die Lücke schnellstmöglich zu schließen.

Den Verlust hält Viktor Franke für bedauerlich, aber nicht zu ändern. "Alle ambulant tätigen Ärzte stehen vor der grundsätzlichen Entscheidung, ob sie lieber im Angestelltenverhältnis eines Medizinischen Versorgungszentrums oder als selbstständige Praxisbetreiber tätig sein wollen", erklärt der Krankenhaus-Sprecher die Situation. Beide Varianten hätten Vor- und Nachteile, die bereits während der Ausbildung zum Tragen kommen. Sandra Beinlich, die sich im Facharztzentrum zur Fachärztin für Allgemeinmedizin ausbilden ließ, wählte die zweite Möglichkeit. Seit Anfang April verstärkt sie das Praxisteam von Dr. Monika Melchior in der Ullersdorfer Straße und setzt dort ihre Ausbildung fort.

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Sandra Beinlich wird 2022 Monika Melchior ersetzen

Obwohl der Weggang der Medizinerin im Facharztzentrum eine Lücke reißt, kann man die Entscheidung der ehemaligen Kollegin doch nachvollziehen. "Wir sind uns sicher, dass Frau Beinlich als niedergelassene Ärztin eine hervorragende Arbeit für ihre Patienten leisten wird", so Viktor Franke. Für die hiesige Bevölkerung am günstigsten wäre dies, wenn sie das weiter in Niesky tun würde.

Dies steht unterdessen fest. Auch wenn Sandra Beinlich aktuell noch kein großes Aufheben darum machen möchte: Nach Abschluss ihrer Facharztausbildung wird sie im Frühjahr 2022 die Praxis von Monika Melchior übernehmen, die dann - mit 68 Jahren - in den Ruhestand geht.

Die frei gewordene Stelle wird im Ärztezentrum des Emmaus-Krankenhauses so schnell wie möglich neu besetzt. Wie gut das gelingt, ist allerdings offen. Klinik-Sprecher Franke geht davon aus, dass dies "zeitnah durch eine Neueinstellung" geschieht. Man befinde sich mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) bereits in Abstimmungen.

4,5 Hausarzt-Zulassungen sind noch möglich

Dass in Niesky durchaus noch Bedarf an neuen Allgemeinmedizinern besteht, weist die aktuelle Statistik der KVS aus. Demnach sind für den Versorgungsbereich Niesky mit 26.471 Einwohnern 17,5 Arztstellen vorgesehen. Laut KVS-Sprecherin Katharina Bachmann-Bux liegt der momentane Versorgungsgrad bei 91,3 Prozent. Das bedeutet: "In diesem Planungsbereich sind weitere 4,5 Zulassungen für Hausärzte möglich."

Entsprechende Interessenten zu finden, ist jedoch nicht leicht. Zuletzt hatte sich im Herbst 2017 Sylvana Kretschmar mit einer eigenen Praxis selbstständig gemacht. Mehrere Hausärzte haben jedoch - wie Monika Melchior - das Rentenalter längst erreicht oder stehen kurz davor. Auch sie gilt es, in den nächsten Jahren zu ersetzen.

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