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Atommüll: Görlitz und Bautzen erreichen Teilerfolg

Die Argumente der Kreise werden bei der Endlager-Suche berücksichtigt. Ob die Region damit als Kandidat ausscheidet, muss sich aber erst noch zeigen.

Bleibt die Oberlausitz geeignet für ein Atommüll-Endlager oder nicht? Die weitere Eingrenzung der Gebiete soll im März 2022 vorgestellt werden.
Bleibt die Oberlausitz geeignet für ein Atommüll-Endlager oder nicht? Die weitere Eingrenzung der Gebiete soll im März 2022 vorgestellt werden. © SZ/Archiv

Mitte Juli hatten sich die Landkreise Görlitz und Bautzen mit einer Stellungnahme an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) gewandt. Nun steht fest, dass einige der Argumente bei der weiteren Endlagersuche berücksichtigt werden. Das legen die Ergebnisse der dritten Fachkonferenz Teilgebiete nahe, die am vergangenen Wochenende teils digital, teils vor Ort in Darmstadt stattfand und damit diese Form der Öffentlichkeitsbeteiligung in dem aktuellen Stadium des Verfahrens beendete.

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Die Landräte Bernd Lange und Michael Harig hatten moniert, dass laut der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) noch immer 54 Prozent der Landesfläche potenziell als Standort für ein Endlager für hoch radioaktive Stoffe infrage kommen und dass dies für große Verunsicherung in der Bevölkerung sorge. Zudem äußerten sie schwerwiegende Vorbehalte gegen die Eignung des Kristallingesteins des Lausitzer Granits auf ostsächsischem Gebiet und des Tongesteins im sächsischen Teil Niederschlesiens. Der mit einbezogene Experte und frühere Zittauer Hochschulprofessor Bernd Delakowitz begründete die Nichteignung der hiesigen Granitformation unter anderem mit den unterschiedlichen geologischen Entstehungszeiträumen. Damit sei dies kein geschlossener und kompakter Block, begründete er.

Nähere Untersuchungen zum Granit sind nötig

Die dritte und abschließende Fachkonferenz Teilgebiete regt deshalb aufgrund der "großen Bandbreite Gesteins-spezifischer Eigenschaften der kristallinen Gesteine" nun eine "differenziertere Betrachtung" an. Wünschenswert sei eine "Untergliederung der Teilgebiete nach mehr regionalgeologischen Kriterien." Weil Kristallingebiete seit 300 Millionen Jahren "mehrfach bruchtektonisch" geprägt seien - damit also unregelmäßig entstanden sind - sollen aktive Störungen intensiv untersucht werden. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass "das Kristallingestein das im Standortauswahlgesetz geforderte Kriterium zur Gebirgsdurchlässigkeit aufgrund der Klüftigkeit nicht" erfüllt. Klüfte sind Trennflächen oder regelrechte Lücken im Gestein, die durch Druck oder tektonische Einflüsse entstehen.

Auch in der Beurteilung des Umgangs der BGE mit Tongestein findet die Fachkonferenz Teilgebiete vom vergangenen Wochenende deutliche Worte. Die entsprechenden Flächen seien "so groß und heterogen, dass ihre Endlagervoraussetzungen nicht sinnvoll als günstig oder ungünstig bewertet werden können." Deshalb müsse eine weitere Eingrenzung erfolgen.

Eingrenzungsmethoden werden im März vorgestellt

Innerhalb eines Monats werden die Ergebnisse der Fachkonferenz nun an die mit der Endlagersuche beauftragte BGE übergeben, die dieses Material im weiteren Fortgang berücksichtigen muss. Vor allem wird darauf gedrungen, zügig die Eingrenzung der weiter in die Suche einbezogenen Territorien vorzunehmen. Die Bundesgesellschaft wiederum hat bereits angekündigt, die Methoden dazu im März 2022 vorzustellen.

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