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Rothenburg: Was ein sicherer Fußweg mit Demokratie zu tun hat

"Zeit.Zeichen!" nennt sich ein Projekt der Diakonie St. Martin, das Menschen mit Behinderung die Demokratie erlebbar macht. Eine Ausstellung in Rothenburg gibt Einblicke.

Von Steffen Gerhardt
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"Zeit.Zeichen" heißt eine Ausstellung im Mehrgenerationenhaus Rothenburg. Sie fasst ein Projekt zusammen zum Thema Demokratiebildung für Menschen mit Lernbesonderheiten.
"Zeit.Zeichen" heißt eine Ausstellung im Mehrgenerationenhaus Rothenburg. Sie fasst ein Projekt zusammen zum Thema Demokratiebildung für Menschen mit Lernbesonderheiten. © André Schulze

Aus der Vergangenheit lernen und die Gegenwart verstehen. Damit beschäftigten sich in einem Projekt die Bewohner des Martinshofes in den vergangenen Monaten. Was dabei herausgekommen ist, zeigt jetzt eine Ausstellung im Mehrgenerationenhaus in Rothenburg am Stadtpark.

"Zeit.Zeichen" nennt sich das Projekt, das die Diakonie St. Martin in Kooperation mit dem Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) in Ostritz ins Leben gerufen hatte. Einem, dem das Thema Demokratie sehr am Herzen liegt, ist Diakon Andreas Drese. "Mit dem Projekt wollen wir erreichen, dass auch Menschen mit Lernbesonderheiten sich einmischen und Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen haben. Ihre Sprachfertigkeit entwickeln und sich wertgeschätzt fühlen", so der für Bildung, Begegnung und Unterkunft zuständige Geschäftsbereichsleiter der Diakonie.

Andreas Drese macht das an einem Beispiel deutlich: Wenn Menschen mit Handicap sich für einen sicheren Fußgängerweg in ihrer Stadt einsetzen, dann hat auch die Seniorin mit dem Rollator und die junge Mutti mit ihren Kindern etwas davon. "Denn Demokratie heißt auch, dass alle Menschen gemeinsam Probleme lösen."

Thema „Euthanasie“ bewegt

Politische Bildung ist nicht nur was für Menschen mit höherer Bildung. Das wurde mit diesem Projekt deutlich. Beim Thema „Euthanasie“ im Dritten Reich kann sich der Martinshof nicht herausnehmen. Seine Bewohner sind ebenso direkt betroffen gewesen. Aber auch der Umgang mit Behinderten und Benachteiligten im Sozialismus, konkret in der DDR, wurde thematisiert. Am Ende stand die Erkenntnis, dass Demokratie nur funktioniert, wenn sie von vielen verschiedenen Menschen gestaltet wird. Die Bewohner des Martinshofes fühlen sich dazugehörig.