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Nach Brand: Autozulieferer fährt Produktion wieder hoch

Die Brandschäden in der Lackieranlage von Borbet in Kodersdorf sind beseitigt. Seit Montag wird wieder in dem Werk bei Görlitz gearbeitet.

Die Freiwilligen Feuerwehren übten bereits im vergangenen September bei Borbet Sachsen im Gewerbegebiet Kodersdorf. Das gehört mit zum Brandschutzkonzept des Felgenherstellers.
Die Freiwilligen Feuerwehren übten bereits im vergangenen September bei Borbet Sachsen im Gewerbegebiet Kodersdorf. Das gehört mit zum Brandschutzkonzept des Felgenherstellers. © André Schulze

Die ersten Felgen sollten bei Borbet Sachsen in Kodersdorf bereits am Montag frisch lackiert in den Versand rollen. Als Zeichen, dass das Werk in Kodersdorf wieder die ganze Produktion an Fahrzeugfelgen absichern kann. "Wir sind guter Dinge, dass die Lackieranlage heute wieder arbeiten kann", sagte Montagvormittag Geschäftsführer Reiner Dürkop auf Nachfrage der SZ.

Damit kommt es nach dem Brand am Freitagnachmittag zu keinen Lieferausfällen in dem Werk. "Kundenverträge und Lieferfristen können eingehalten werden", versichert die Geschäftsleitung. Sie analysierte am Montag den Brand und kommt zu dem Schluss, dass durch eine Verpuffung in der Lackieranlage das Feuer ausbrach. "Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt und es traten keine umweltschädigenden Substanzen aus", betont Reiner Dürkop.

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Schnell die Feuerwehr alarmiert

Aufmerksame Mitarbeiter der Lackiererei nahmen am frühen Freitagnachmittag Rauch und Brandgeruch innerhalb der Fertigungshalle wahr und alarmierten umgehend die Feuerwehr. Diese konnte den Brandherd schnell lokalisieren und während sie die Verkleidung der Anlage nach und nach entfernte, erlosch bereits das Feuer. 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz. „Der Schaden konnte aufgrund des hervorragenden Einsatzes der Feuerwehren in Grenzen gehalten werden. Unser Brandschutzkonzept hat seinen Teil zur raschen und sicheren Abwicklung beigetragen“, fasst Reiner Dürkop den Vorfall zusammen.

Dass nicht nur in die Produktion, sondern auch in den Brandschutz und damit in die Sicherheit der Belegschaft investiert wird, hatte sich am Freitag ausgezahlt. Die in der Lackiererei betroffenen Mitarbeiter wussten was zu tun ist und brachten sich in Sicherheit an einem zentralen Anlaufpunkt. Aber auch für die Feuerwehren ist der Autozulieferer inzwischen eine bekannte Adresse. Dazu beigetragen hat eine gemeinsame Übung der Feuerwehren aus Kodersdorf und angrenzender Gemeinden im vergangenen September. Im Mittelpunkt stand dabei der Aufbau einer Wasserversorgung von den Hydranten bis ins Werk.

Wasserschaden blieb aus

Das war auch am Freitag zunächst notwendig, um dem Feuer Einhalt zu gebieten. Dass es von selbst ausging und damit keine Löschmittel gebraucht wurden, war dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass dem Feuer in der Anlage der Sauerstoff knapp geworden war. Somit hielt sich der Schaden gering, auch wenn über dessen Höhe keine Angaben gemacht werden. Denn zu den Brandfolgen brauchte nicht auch noch die Halle vom Löschschaum gesäubert werden.

Laut Geschäftsleitung ist das der erste Brand in dem Kodersdorfer Werk. Das wurde im Oktober 2017 eröffnet. Als Familienbetrieb und Traditionsunternehmen zählen sich die Kodersdorfer als eines der inzwischen acht Werke plus einem Vertriebszentrum mit zusammen rund 4.800 Mitarbeitern. Peter Wilhelm Borbet führt in dritter Generation das Unternehmen fort, das 1881 im westfälischen Altena mit einer Messinggießerei gegründet wurde. In Kodersorf werden täglich rund 10.000 Fahrzeugfelgen von rund 560 Mitarbeitern gefertigt. Als Zulieferer der Autoindustrie ist Borbet stark abhängig davon, ob und wie die Bänder in den Autofabriken laufen. Das machte sich vor allem im vergangenen Jahr bemerkbar, als durch Corona der Absatz von Kraftfahrzeugen in Europa um ein Viertel auf 16 Millionen Autos zusammenbrach. Weniger Autos bedeutet weniger Felgen - und das rechnet Borbet mal vier.

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