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Ab September wird es ruhiger am Nieskyer Bahnhof

Das verspricht die Deutsche Bahn mit dem Einsatz von Elektranten. Sie sollen Dieselloks mit Strom versorgen.

Dieselloks sollen nicht mehr mit laufenden Motoren auf den Rangiergleisen in Niesky und Horka (im Foto) stehen. Die Bahn will ab September Elektranten zum Einsatz bringen, die die Loks mit Strom versorgen.
Dieselloks sollen nicht mehr mit laufenden Motoren auf den Rangiergleisen in Niesky und Horka (im Foto) stehen. Die Bahn will ab September Elektranten zum Einsatz bringen, die die Loks mit Strom versorgen. © André Schulze

Der Protest der Anwohner in Neuhof gegen den Lärm am Nieskyer Bahnhof bleibt der Deutschen Bahn nicht verborgen. Die SZ berichtete darüber, dass vor allem die Motorengeräusche der Dieselloks in den Nachtstunden und am Wochenende für Ärger bei den nördlich der Bahnmagistrale wohnenden Menschen sorgen. Nun will die Bahn ihre angekündigte Lärmreduzierung umsetzen.

Die Elektranten werden zum 1. September in Betrieb genommen, teilt ein Bahnsprecher auf Nachfrage der SZ mit. Damit besteht die Möglichkeit zur Abschaltung der Antriebsmotoren von den in Niesky stehenden Diesellokomotiven. Damit diese "Stromkästen" auch von den Lokomotivführern genutzt werden, will die DB die Güterverkehrsunternehmen, die den Anschluss Kodersdorf-Gewerbegebiet häufig bedienen, auf die Möglichkeit zur Nutzung der Elektranten hinweisen. Mit der separaten Stromzuführung werden die Betriebssysteme der Lok am Laufen gehalten, der Dieselmotor kann deshalb abgeschaltet werden.

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Gleis 4 bleibt zum Rangieren

In diesem Zusammenhang stellt die Deutsche Bahn klar, welche Funktionen die beiden Gleise 3 und 4 am Nieskyer Bahnhof haben. Bahnsprecher Jörg Bönisch sagt, dass ein Heißläufergleis dem Abstellen eines Zuges mit schadhaften Wagen dient. Dafür ist in Niesky das Gleis 3 vorgesehen. "Eine Nutzung des Gleises 4 durch den Güterverkehr bedeutet daher keine Einschränkungen für den eventuell erforderlichen Feuerwehreinsatz in Notfällen", ergänzt Bönisch.

Das bedeutet, dass weiterhin auf Gleis 4 und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Neuhof die Holzzüge aus Kodersdorf umgekoppelt werden. Eine E-Lok übernimmt den Zug zum weiteren Abtransport - oder eine dieselbetriebene Rangierlok für die Fahrt ins Sägewerk.

Auf Horka konzentrieren

Die Deutsche Bahn ist überzeugt, dass für den Anschluss Kodersdorf mit einer "moderat positiven Entwicklung des Verkehrsaufkommens" in den nächsten Jahren auszugehen ist. Als Dienstleister stellt sie den Eisenbahnverkehrsunternehmen frei, sowohl den Bahnhof Niesky als auch den Güterbahnhof Horka für das Zusammenstellen der Züge zu nutzen. Die Forderung der Neuhofer ist schon seit Längerem, dass sich der Rangierverkehr mehr auf Horka konzentrieren sollte, obwohl die Strecke von Kodersdorf aus sieben Kilometer länger ist.

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