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Beeinträchtigt Corona das Oktoberfest in Rothenburg?

An diesem Wochenende werden hunderte Besucher erwartet. Gleichzeitig steigt die Inzidenz. Die Folgen sind noch nicht ganz klar.

Maik Klyk organisiert das Oktoberfest auf dem Schlossplatz in Rothenburg. Es gilt als Ersatzveranstaltung für das ausgefallene Sommerfest.
Maik Klyk organisiert das Oktoberfest auf dem Schlossplatz in Rothenburg. Es gilt als Ersatzveranstaltung für das ausgefallene Sommerfest. © André Schulze

Die Vorfreude steigt in Rothenburg. Am Wochenende wird endlich wieder gefeiert. Nachdem das traditionelle Sommerfest in diesem und im vergangenen Jahr dem Coronavirus zum Opfer gefallen war, gibt es eine Ersatzveranstaltung - so der Plan. Der soll unbedingt umgesetzt werden, von dem heimtückischen Krankheitserreger wollen sich Stadt und Organisator nicht ausbremsen lassen.

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Dass das Fest auf dem Schlossplatz stattfinden wird, scheint klar. Und auch die Bedingungen, unter denen dies geschehen kann, stehen nun fest. Oder doch nicht ganz. Zumindest hat das Landratsamt mitgeteilt, dass ab Dienstag die sogenannte 3-G-Regel im Kreis Görlitz gilt. Sie tritt in Kraft, nachdem an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz über 35 gelegen hat. Daraus folgt, dass bei Veranstaltungen und Festen in Innenräumen von den Besuchern ein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis vorgelegt werden muss. Außerdem sind die Kontaktdaten zu erfassen. "Zelte werden dem Innenbereich zugeordnet", stellt Kreissprecherin Franziska Glaubitz klar. Demnach gelte auch da die 3-G-Regel.

Noch keine Entscheidung über 3-G-Regel

Allerdings scheint hier das letzte Wort noch nicht gesprochen. Maik Klyk jedenfalls, der das Oktoberfest auf eigenes Risiko privat organisiert, geht nach wie vor davon aus, "dass wir ohne Auflagen feiern können." Das Amt habe ihm zugesichert, dass ein Zelt mit geöffneten Seitenteilen als Freifläche gelte. "Wenn es aber notwendig sein sollte, müssen wir uns den Anordnungen eben fügen." Franziska Glaubitz indes bleibt eine endgültige Aussage schuldig und verweist auf die Individualität des Falles. Sämtliche Rahmenbedingungen müssten betrachtet werden, schließlich sei manches Auslegungssache. Die Gesundheitsbehörde werde sich noch abschließend dazu äußern.

Tritt die 3-G-Regel nicht in Kraft, gibt es kaum Einschränkungen für die Gäste. Dann bleibt auch das große Festzelt mit seiner Kapazität von 500 Personen davon unberührt. Denn: "Es ist eigentlich nur ein Dach, damit die Leute im Fall der Fälle nicht nass werden", erklärt Klyk.

Desinfektionsmittel an Fahrgeschäften

Ein paar Besonderheiten gibt es trotzdem. Das Hygienekonzept sieht vor, dass jeder Schausteller an seinem Geschäft Handdesinfektionsmittel vorhalten muss. Außerdem werden Getränke nicht in Gläsern ausgeschenkt. Bier, Wein, Saft, Sekt und Selters bekommen die Besucher in Bechern über die Theke gereicht. Die sind zwar - um die Abgabe der Behältnisse anzuregen - mit Pfand belegt, werden aber wegen des Gesundheitsschutzes nach Gebrauch sofort entsorgt.

Seitdem Maik Klyk von der Ausschreibung eines Herbstfestes durch die Stadt erfahren hatte, ließ ihn der Wunsch, es zu organisieren, nicht mehr los. "Ich bin seit 1985 als Diskotheker unterwegs, betreibe seit 25 Jahren außer einem Getränkemarkt in Nieder Seifersdorf auch einen Veranstaltungsservice. Da kommen jede Menge Erfahrungen zusammen. Und man kennt viele Künstler." Deshalb sei es nicht schwierig gewesen, das Programm für die dreitägige Veranstaltung zusammenzustellen.

Erotik-Star Melanie Müller steht auf der Bühne

So dürfen sich die Gäste am Freitagabend auf Erotik-Star Melanie Müller freuen, die in diesem Jahr Promi-Big-Brother im Fernsehen für sich entschieden hat und auf "Malle" mit Ballermann-Songs auf der Bühne steht. Am Sonnabendabend tritt mit Michael Fischer ein aufstrebender Schlagersänger auf. Und für Sonntag ist ein buntes Bühnenprogramm mit den Original Heideländer Musikanten, dem Männergesangsverein Rothenburg sowie dem Travestie- und Gesangskünstler "Miss Chantal" avisiert. Außerdem sind die Gesangszwillinge Claudia und Carmen sowie die Schlagersternchen Nicole Sander und Jan Lindner aus Görlitz zu erleben. Sie alle treten im Festzelt auf, für das ein Eintrittsgeld fällig wird.

Auf dem restlichen Schlossplatz postieren sich mehrere Schausteller. Allerdings ist das erst vor Kurzem durch die Stadt sanierte Areal nicht für alle geeignet. Deshalb gibt es zum Beispiel keinen Autoscooter. "Es war nicht ganz einfach, passende Attraktionen zu finden", bekräftigt Maik Klyk. Immerhin hat er neben Schieß- und Losbude sowie Ballwerfen auch Trampolin und Kinderkarussell engagiert. "Ich denke, dass für jeden etwas dabei sein wird", ist er überzeugt. Der Zugang zum eingezäunten Festgelände ist ausschließlich von der Marktseite möglich.

Oktoberfest muss sich finanziell selbst tragen

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Weil es von der Stadt keinen - wie beim Sommerfest üblichen - Zuschuss gibt, muss der Veranstalter selbst die "schwarze Null" erwirtschaften. Dafür sollen neben den Eintrittsgeldern fürs Festzelt möglichst viel verkaufter Imbiss und Getränke sorgen. Klyk hofft auf mindestens 500 Besucher pro Tag, insgesamt also reichlich 1.500. Zum Vergleich: Trotz rückläufiger Zahlen kamen zum Sommerfest zuletzt Gäste aus der ganzen Oberlausitz im hohen vier- oder niedrigen fünfstelligen Bereich.

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