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Bautzen abgeblitzt: Bäcker-Azubis lernen in Görlitz

Die Proteste aus dem Nachbarkreis nützen nichts. Der Freistaat setzt den Berufsschulplan am 1. August in Kraft. Damit kann jetzt geplant werden.

Der theoretische Teil der Bäckerausbildung findet künftig in Görlitz statt. Sachsen setzt den entsprechenden Teilschulnetzplan am 1. August 2021 in Kraft.
Der theoretische Teil der Bäckerausbildung findet künftig in Görlitz statt. Sachsen setzt den entsprechenden Teilschulnetzplan am 1. August 2021 in Kraft. © Archiv/Steffen Unger

Wer künftig Bäcker werden will, wird seine theoretische Ausbildung in Görlitz absolvieren. Das steht jetzt fest. Genauso, wo Jugendliche anderer Berufe zur Berufsschule gehen werden. Denn: Zum 1. August setzt der Freistaat Sachsen den Teilschulnetzplan für die berufsbildenden Schulen in Kraft. Damit steht fest, wo welche Ausbildung in den nächsten zehn Jahren angeboten wird.

Dieser Entscheidung war ein mehr als einjähriger Beteiligungsprozess vorausgegangen, in den die Landkreise und Beruflichen Schulzentren (BSZ) mit einbezogen wurden. Der Landkreis Görlitz hatte der vom Kultusministerium erarbeiteten Vorlage Ende April sein Einvernehmen erteilt. Der Landkreis Bautzen hat dies neben dem Landkreis Mittelsachsen bis zuletzt verweigert. Das Kultusministerium sieht die Einwände aber nicht als substanziell an und wird sich darüber hinwegsetzen, kündigte das Ministerium an.

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Damit ist nun klar, dass auf die vier Berufsschulzentren in Görlitz, Weißwasser, Löbau und Zittau einige Veränderungen zukommen. So werden zum Beispiel Hotel- und Restaurantfachleute aus der Oberlausitz künftig in Zittau ausgebildet, ebenso Raumgestalter und Kaufleute für Büromanagement. Zahlreiche Ausbildungsberufe der Metallbranche werden dagegen in Görlitz angesiedelt. In Löbau wiederum werden die grünen Berufe konzentriert. Und künftige Fachinformatiker drücken die Schulbank in Weißwasser.

Freistaat will alle 60 BSZ in der Fläche erhalten

Angehende Friseure lernen ihr Handwerk nur noch in Görlitz - und nicht mehr in Bautzen. Grund hierfür ist die stark rückläufige Bewerberzahl. Dies war jedoch nicht der einzige Grund dafür, weshalb die Positionen der beiden Oberlausitzer Nachbarkreise bis zuletzt weit auseinanderlagen. Hauptstreitpunkt war die Verlagerung der Bäckerausbildung von Bautzen nach Görlitz.

Nach den Intentionen des Freistaates verfolgt die Neustrukturierung der Berufsausbildung jedoch das Ziel, alle Standorte zu stärken und sie auf bestimmte Bereiche zu spezialisieren. Damit sollen die derzeit 60 Berufsschulen im Freistaat langfristig erhalten werden. Bautzen profitiert unter anderem von der Konzentration der Mechatroniker- sowie der Elektrotechniker- und Elektronikerausbildung.

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