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Betrüger ziehen mit Pfarrer-Masche durch Niesky

Im Auftrag der Kirche wird um Geld gebeten. Doch die weiß gar nichts davon. Die Polizei warnt. Vor allem vor illegalen Handwerkern.

Vom Betteln mit der Pfarrer-Masche hat die Polizei bisher nichts erfahren. Dagegen sind rund um Niesky schon mehrere Fälle von Wanderarbeitern festgestellt worden, die illegal ihre Dienstleistungen anbieten.
Vom Betteln mit der Pfarrer-Masche hat die Polizei bisher nichts erfahren. Dagegen sind rund um Niesky schon mehrere Fälle von Wanderarbeitern festgestellt worden, die illegal ihre Dienstleistungen anbieten. © SZ/Uwe Soeder

Janis Kriegel ist entsetzt über das, was sich da seit Kurzem in Niesky abspielt. In der Facebook-Gruppe "I love Niesky" warnt der Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde die Bevölkerung der Stadt vor einer Masche, mit der Gauner offenbar zu Geld kommen wollen.

Kriegel schreibt: "Liebe Nieskyer, zurzeit ziehen gerade professionalisierte Bettler durch unsere Stadt und geben an, dass sie im Auftrag des Pfarrers kommen würden." Er habe diese Leute allerdings nicht beauftragt, stellt er klar. Die Ganoven stammen seinen Kenntnissen nach aus Siebenbürgen in Rumänien und hätten es auf das Geld der Einwohner abgesehen. Eindringlich bittet Kriegel die Menschen in der Stadt: "Nicht darauf reinfallen!"

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Dass die Bettler mit der Pfarrer-Masche offenbar durch ganz Niesky ziehen, beweisen die Wortmeldungen verschiedener Facebook-Nutzer. Thomas Lange schreibt: "Passt da wirklich auf! Die kommen direkt in die Grundstücke und klingeln." Fina Jasmin Büttner hat schon Erfahrungen mit den Geldsammlern gemacht: "Waren gestern da." Ebenso bei Petra Balting. "Bei uns waren sie mit Zettel in der Hand." Sie hätten ihr Haus durch Hochwasser verloren, stand da drauf. Dann sei es schnell um Geld gegangen. Fünf Euro hätten die Betrüger verlangt. Kristin Krause meint: "Ja, auf dem Rewe-Parkplatz stand einer und hat andere Leute angebettelt. Geht gar nicht sowas."

Die Polizei hatte bisher noch keine Kenntnis von den Nieskyer Vorfällen. Sprecherin Anja Leuschner weist jedoch darauf hin, dass die "Zuständigkeit bei Betteln und aggressivem Betteln grundsätzlich bei den Gemeinden und den dortigen Ortspolizeibehörden" liegt, da es sich dabei in der Regel um Verstöße gegen Stadt- und Gemeindesatzungen, Sondernutzungsvorschriften und Gewerbevorschriften handelt.

Allerdings gibt es derzeit rund um Niesky ein weiteres Phänomen. "Seit April sind vermehrt Wanderarbeiter verschiedener europäischer Nationalitäten mit Transportern unterwegs, die zu vermeintlich günstigen Preisen Handschlagverträge für Dienstleistungen in Haus, Hof und Garten anbieten", erläutert die Sprecherin. Meist würden die Arbeiten nicht oder nur minderwertig durchgeführt und durch unsachgemäße Ausführung teils erhebliche Schäden verursacht. "Die Tricks sind immer ähnlich", so Anja Leuschner. Die Dienstleistungen würden günstig, mitunter gegen Vorkasse angeboten. "Dann werden die Arbeiten vielleicht begonnen, aber nicht zu Ende gebracht. Manchmal heißt es auch unter dem Vorwand, man müsse Material besorgen: Geben Sie uns schon mal etwas Geld.“

Die Polizei rät deshalb: Wer Handwerker vor der Tür stehen hat, die keinen seriösen Eindruck machen oder Wucherpreise verlangen, sollte am besten sofort die Polizei anrufen und das Kennzeichen notieren. Wer schon Arbeiten beauftragt hat und dann Probleme feststellt, sollte zur Beweissicherung viele Fotos von allen Beteiligten, von der ausgeführten Arbeit und von den genutzten Fahrzeugen machen. Im Zweifel gilt: Seriöse Firmen bieten ihre Arbeit nicht durch „Klingelputzen“ an.

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