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Nieskyer Lackfabrik nach Brand weiter auf Kurs

Die Flammen haben am Freitag nur ein Nebengebäude erwischt. Auf die Produktion hat das keine Auswirkungen. Bis auf eine.

Das alte Lager (links) wurde vom Brand und im Zuge der Löscharbeiten völlig zerstört. Das Produktionsgebäude (rechts) blieb verschont. Bianca Schäfer ist froh, dass ihre Firma Höpner Lacke bei dem Unglück noch glimpflich davon gekommen ist.
Das alte Lager (links) wurde vom Brand und im Zuge der Löscharbeiten völlig zerstört. Das Produktionsgebäude (rechts) blieb verschont. Bianca Schäfer ist froh, dass ihre Firma Höpner Lacke bei dem Unglück noch glimpflich davon gekommen ist. © André Schulze

Der Rauch ist verzogen, die Flammen sind gelöscht. Bianca und Michael Schäfer atmen auf: Das Feuer, das am Freitagnachmittag zu einem Großeinsatz der Wehren aus dem Raum Niesky mit 80 Einsatzkräften führte, hat für den Fortbestand von Höpner Lacke keine bleibenden Spuren hinterlassen.

Was noch während des Brandes so dramatisch aussah und wegen der Gefahr, dass die Flammen auf angrenzende Produktions- und Lagerräume überschlagen könnten, auch war, hat einen glimpflichen Verlauf genommen. "Betroffen war letztlich nur ein Lager von vielleicht zehn mal zehn Metern. Keine Rohstoffe, keine Büros, keine Produktionsanlagen", gibt Bianca Schäfer Entwarnung und nimmt damit zu Gerüchten Stellung, die Firma müsse um ihr Überleben kämpfen. "Wir sind weiterhin sehr gut aufgestellt. Auf Verträge und Warenlieferungen hat das Unglück überhaupt keinen Einfluss."

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Feuerwehren haben "akkurate Arbeit" geleistet

Die alte Halle, in der früher auch Farben gemischt worden waren, sollte perspektivisch zu einem Lager umgebaut werden. Dazu waren polnische Auftragnehmer mit der Entkernung des Areals beschäftigt, sollten nicht mehr benötigte Aufbauten wegreißen. Zugleich wollte man einen Tiefmischer, der bereits vor mehreren Jahren stillgelegt worden war, verfüllen. Irgendwie kam es bei diesen Arbeiten zum Brandausbruch. Die Polizei ermittelt deshalb wegen fahrlässiger Brandstiftung.

"Unser Glück war, dass dort nur ein paar leere Fässer, nicht mehr brauchbare Füllstoffe und einige Eimer Reklamationsware standen - also nichts, was für uns großen Wert gehabt hätte", sagt Bianca Schäfer. Ihr Mann lobt die "akkurate Arbeit" der beteiligten Feuerwehren. "Hier wusste wirklich jeder, was zu machen war", so Michael Schäfer. Wenn die Stromleitungen repariert seien, könne dank dieses Einsatzes nahtlos weiterproduziert werden.

Belegschaft wird weiter aufgestockt

Erschüttert waren die Inhaber, wie schnell das Betriebsgelände zum Schauobjekt für Gaffer wurde. "Am Wochenende war das eine regelrechte Völkerwanderung. Am Sonnabend hatten wir sogar Besuch von einem Reisebus", schüttelt Bianca Schäfer über so viel Unvernunft nur den Kopf. Andererseits habe sie auch viele besorgte Anrufe bekommen, bei denen ihr Unterstützung angeboten worden sei.

In ihrer Entwicklung will sich die Firma Höpner Lacke durch den Brand nicht beirren lassen. "Wir haben erst in diesem Jahr den Vertrieb neu strukturiert und damit viele Kunden hinzugewonnen", erzählt die Geschäftsführerin. Im kommenden Frühjahr sollen aufgrund der guten Auftragslage zwei weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Damit wächst die Belegschaft auf zehn Beschäftigte.

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