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Wie Niesky seine weißen Flecken los wird

In der Stadt bekommen jetzt die unterversorgten Haushalte schnelles Internet. Aber auch in Hohendubrau geht es voran. In der Schule ist die Freude groß.

Leere Schutzrohre für den Breitbandausbau werden dieser Tage in der Schleiermacherstraße in Niesky verlegt. Damit hat die Resterschließung durch die Telekom begonnen.
Leere Schutzrohre für den Breitbandausbau werden dieser Tage in der Schleiermacherstraße in Niesky verlegt. Damit hat die Resterschließung durch die Telekom begonnen. © André Schulze

Ein schnelles Internet soll in diesem Jahr noch flächendeckend für die Stadt Niesky und ihre Ortsteile anliegen. Seit vergangenem Montag ist die Telekom dabei, die noch bestehenden weißen Flecken von der Breitband-Landkarte zu tilgen. Betroffen davon sind die Straßen, in denen bisher nur schwaches oder noch kein Internet angelegen hat.

Der Anfang im Verlegen von Glasfaserkabel wird in der Schleiermacher- und Fichtestraße gemacht. Dort ist der Bautrupp bereits mit dem Grabenschachten und Kabelverlegen beschäftigt. Die Stadt wird diese Tiefbauarbeiten gleich nutzen, um ein neues Elektrokabel für die zu erneuernde Straßenbeleuchtung mit zu verlegen, sagt Sachgebietsleiter Enrico Bachmann. Dadurch muss die Straße nicht ein zweites Mal für ein weiteres Kabel aufgerissen werden.

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Haushalte bekommen 100 Megabit

Fortgesetzt wird die Erschließung im Bereich Neuhof, nördlich der Bahnlinie. Konkret in der Spremberger- und Gubener Straße. Auch dort sind die vorhandenen weißen Flecken noch zu tilgen. In der Bauverwaltung geht man davon aus, dass Ende Juni auch der Ortsteil Kosel zu einem schnelleren Internet kommen wird. Dann beginnt auch dort das Verlegen von Glasafserkabel. Ziel der Telekom ist es, dass in den im Nachgang erschlossenen Gebieten mindestes 100 Megabit in den Häusern anliegen. Die Planung sieht vor, dass das dieses Jahr für Niesky noch abgeschlossen wird.

Bei Null braucht in Niesky nicht angefangen zu werden, vor allem im Stadtzentrum ist ein leistungsstarkes Netz vorhanden. Erreicht wird das nach einem Ertüchtigen der Kupferkabel und der Montage von zusätzlichen Leitungsverstärkern, was das Telekommunikationsunternehmen bereits vor zwei Jahren vorgenommen hat. Dazu bauen die Stadtwerke Niesky ihr Netz für schnelles Internet über die Stadt hinaus stark aus. Neben dem Nutzen von Internet und Telefon können auch Fernsehprogramme über dieses Netz empfangen werden.

Die Resterschließung durch die Telekom ist mit einigem Aufwand verbunden, aufgrund der langen Wegstrecken. Dafür wird es notwendig sein, dass insgesamt 44 Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen sind, um auch den letzten Zipfel von Kosel zu erreichen.

Schule Hohendubrau profitiert als erste

Die Freude ist Kerstin Wilke anzusehen. Sie ist die Leiterin der Grundschule Hohendubrau im Schloss Gebelzig. Ihre Schule ist das erste Haus in Gebelzig, das mit einem Gigabit per Glasfaser versorgt wird.
Die Freude ist Kerstin Wilke anzusehen. Sie ist die Leiterin der Grundschule Hohendubrau im Schloss Gebelzig. Ihre Schule ist das erste Haus in Gebelzig, das mit einem Gigabit per Glasfaser versorgt wird. © André Schulze

In Gebelzig ist nicht nur schnelles, sondern schnellstes Internet bereits angekommen. Konkret in der Grundschule Hohendubrau. "Wir sind überglücklich darüber", sagt Schulleiterin Kristin Wilke. Denn immerhin knapp ein Gigabite hat die Schule als Leistung zur Verfügung. "Da macht das Lernen gleich viel mehr Spaß", ist die Schulleiterin mit ihren Schülern einer Meinung.

Vor allem deshalb, weil die Gemeinde Hohendubrau dafür gesorgt hat, dass digitale Technik zur Verfügung steht. So sind die Unterrichtsräume mit digitalen Wandtafeln ausgestattet und zwei Medienwagen stehen bereit, bestückt mit jeweils 20 kleinen Laptops für die Schüler. Auch wenn der Unterricht auf Schmalspur läuft, sind immerhin 33 Mädchen und Jungen im Schulhaus zur Notbetreuung und die vierte Klasse hat Präsenzunterricht. Nun wartet die Schule darauf, dass sie das Schulprogramm "Lernsax" eingerichtet bekommt, damit die insgesamt 77 Schüler mit dieser Plattform des Kultusministeriums lernen können. Das soll in den nächsten Tagen geschehen.

102 Kilometer Glasfaser im Boden

In der Gemeinde Hohendubrau erfolgt die Breitbandversorgung über das Unternehmen SachsenEnergie (vormals Enso und Drewag). Hohendubrau zählt zusammen mit den Gemeinden Mücka, Quitzdorf am See und Waldhufen zu einem Cluster. Wie SachsenEnergie informiert, sind durch das Unternehmen bereits 60 Kilometer Tiefbau durchgeführt und 102 Kilometer Glasfaser verlegt worden. Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf Gebelzig. Die Schule ist der erste Nutzer. Der Ort wird mit Fertigstellung des Netzes zugeschaltet. Danach soll es für Hohendubrau in Dauban, Groß Saubernitz und Thräna weitergehen.

Wann die ersten Hausanschlüsse zugeschaltet werden, darauf will sich das Energieunternehmen nicht konkret festlegen. Geplant ist, zum Jahreswechsel den Zugang zu einem schnelleren Internet möglich zu machen. Zuvor muss aber die Zuführungsleitung von Steinölsa aus in die Gemeinde gelegt werden. Allein bei diesem Strang sind rund 4.000 Glasfasern zu verbinden.

Schulleiterin Kristin Wilke ist froh, nicht bis zum Jahresende warten zu müssen. Denn dann müsste sie, ihre Kolleginnen und die Schüler weiterhin mit nur zwei Megabit auskommen. "Da reichte es schon, wenn drei bis vier Schüler im Internet sind, dass auf meinem Rechner nichts mehr ging." Diese Zeiten sind zum Glück vorbei, jetzt kann klassenweise mit dem Internet gearbeitet werden.

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