merken
PLUS Niesky

Breitband: 1.600 zusätzliche Anschlüsse

Im Landkreis profitieren deutlich mehr Haushalte vom Glasfaserausbau als gedacht. Doch nicht jeder weiß, wie er damit umgehen muss. Wie in Biehain und jetzt in Zodel.

Leerröhren für den Breitbandausbau sind derzeit ein verbreitetes Bild im Landkreis Görlitz.
Leerröhren für den Breitbandausbau sind derzeit ein verbreitetes Bild im Landkreis Görlitz. © André Schulze

Fast flächendeckend wird derzeit im Landkreis Görlitz gebuddelt. Das Ziel: Möglichst schnell Leerrohre für die Breitbandversorgung in die Erde legen, um später Glasfaserkabel hineinzublasen. Doch nicht überall geht das reibungslos.

4.200 Kilometer Glasfaserkabel werden im Landkreis Görlitz in den Clustern 1 bis 9 verlegt. Dazu braucht es 800 Kilometer Tiefbau, was zusammen rund 70 Millionen Euro kostet. Nach Angaben von Wirtschaftsdezernent Thomas Rublack sollen die Arbeiten in 31 Kommunen mit 3.200 Adresspunkten bis zum dritten Quartal 2022 fertig sein. Doch nun werden für weitere sieben Millionen Euro zusätzlich rund 1.600 Adresspunkte vorbereitet. Dies verzögert den Bauabschluss bis Jahresende 2022.

Anzeige
Familienabenteuerland Sachsen
Familienabenteuerland Sachsen

Die schönsten Regionen Sachsens, die besten Ausflugsziele und kulinarischen Highlights. Hier gibt's Geheimtipps, die garantiert noch nicht Jeder kennt.

Bisher 120 Millionen für Breitbandausbau im Kreis

Cluster 10 mit 13 Kommunen, 29 Schulen und 4.130 Adresspunkten befindet sich laut Rublack aktuell in der Vorbereitung und wird teilweise sogar schon umgesetzt. Das verursacht Kosten von weiteren 44 Millionen Euro und soll 2024 abgeschlossen sein. Ein Beispiel dafür ist die Grundschule Hohendubrau, die den Anschluss Ende April bereits bekommen hat. Insgesamt werden in die Breitbandversorgung der genannten Cluster etwa 120 Millionen Euro gesteckt.

Allerdings rollt bereits eine weitere Versorgungswelle an. Denn: Der Bund hat eine sogenannte Graue-Flecken-Förderung aufgelegt. Das heißt: Alles, was eine Übertragungsgeschwindigkeit unter 100 Mbit/s hat, gilt in Zukunft als unterversorgt. "Damit wird es weitere Adresspunkte geben und wir steigen in ein neues Markterkundungsverfahren ein", so Rublack.

Noch immer aber gibt es Irritationen in der Bevölkerung, wer wie vom Breitbandausbau profitiert. Denn die Förderung kann sehr unterschiedlich sein. Wer zu den "weißen Flecken" zählt, dessen Anschluss also nicht wirtschaftlich darstellbar wäre, bekommt ihn bis ins Haus gelegt. Wer zu jenen Adresspunkten gehört, die entlang der Ausbaustrecke liegen, dem wird das Glasfaserkabel bis zur Grundstücksgrenze gezogen. Von dort aus ist jeder Hauseigentümer selbst verantwortlich. Die beauftragten Unternehmen bieten - falls gewünscht - dafür meist zwei Lösungen an. Den Anschluss vom Gartenzaun ins Haus entweder für einen Einmalbetrag oder für einen zweijährigen Internetvertrag. "Das sind nur Angebote. Das muss keiner machen", erklärt NetCommunity-Chef Peter Himmstedt, dessen Firma wie Telekom und die aus der ENSO hervorgegangene Sachsen Energie AG zu den Auftragnehmern zählt.

Einwohner in Zodel sind noch verunsichert

In Zodel erlebt er jetzt erneut Verunsicherung. Dort haben sich entlang der Trasse bisher nur drei Haushalte für einen Anschluss entschieden. Rund 50 wären aber möglich. Weil der Ausbau voranschreitet, ist Eile geboten. Nur zwei Wochen sind für den Entschluss noch Zeit. Und Himmstedt hat weitere Orte im Blick, wo demnächst ebenfalls Kabel in die Erde kommen: Auch Holtendorf und Pfaffendorf werden mit dem Weiße-Flecken-Programm erschlossen. Dort haben Anrainer ebenfalls die Möglichkeit, sich - auf private Kosten - gleich mit anschließen zu lassen.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Niesky