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Schnelles Internet erreicht den Norden des Kreises

Die Telekom gibt in Rothenburg den Startschuss für den Ausbau. In einer Ecke Sachsens, die bislang nur eins war - ein riesengroßes Funkloch.

Ein Glasfaserkabel ist irgendwann zu Ende und muss mit dem nächsten Kabel verbunden werden. Die haardünnen Stränge werden zusammengeschweißt und in einer wasserdichten Kupplung untergebracht. Wie das "Spleisen" funktioniert, zeigt Telekom-Monteur Eric
Ein Glasfaserkabel ist irgendwann zu Ende und muss mit dem nächsten Kabel verbunden werden. Die haardünnen Stränge werden zusammengeschweißt und in einer wasserdichten Kupplung untergebracht. Wie das "Spleisen" funktioniert, zeigt Telekom-Monteur Eric © André Schulze

Die Zahlen sind astronomisch: 1.600 Kilometer Glasfaserkabel werden in den kommenden zwei Jahren im nördlichen Landkreis verlegt. Dazu braucht es 156 Verteiler, um rund 3.500 Haushalten ein schnelles Internet bis ins Wohnzimmer zu bringen. Erklärtes Ziel ist es, höhere Bandbreiten bis zu einem Gigabit/Sekunde zu erreichen. Das heißt, ein im Internet herunter geladenes Video von einem Gigabit braucht nur eine Sekunde, bis es auf dem eigenen Rechner zu sehen ist. Davon sollen nicht nur die Bürger profitieren, sondern auch Unternehmen, Institutionen und Schulen.  

Für diese schnelle Geschwindigkeit will die Telekom sorgen. In Rothenburg an der Polizeifachhochschule startete das Unternehmen am Donnerstag ganz offiziell den bereits im Frühjahr begonnenen Tiefbau. Die Planungen dafür sind bereits erfolgt beziehungsweise laufen parallel weiter. Mit moderner Technik und neuen Verfahren kommt das Glasfaserkabel in die Erde. Das wurde am Donnerstag dem sächsischen Innenminister Roland Wöller und Landrat Bernd Lange praktisch gezeigt.    

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Moderne Technik beschleunigt das Kabelverlegen

Peter Horn von der Schubert Kabel- und Tiefbaugesellschaft aus Uhyst zeigte das schnelle Graben eindrucksvoll. Ein Glasfaserkabel ist bei seiner Vorführung aber nicht verlegt worden. Deshalb musste Peter Horn seinen gezogenen Graben am Ende selbst mit der Schaufel zuschütten. So wird es in der realen Erschließung nicht zugehen, aber mit den modernen Technologien schon. Darauf verweist Alexander Vogler als Telekom-Niederlassungsleiter der Region Ost. "Der Einsatz solcher Technik ermöglicht uns - beispielsweise bei Grabungen -  drei bis vier mal schneller zu sein als mit einem herkömmlichen Bagger." Und auch bodenschonender, was besonders die Grundstücksbesitzer zu schätzen wissen.  

Betroffen von dem Ausbau durch die Telekom sind jetzt vier Gebiete, vom Landkreis Görlitz als Auftraggeber, in die Cluster 4, 6, 7 und 9 aufgeteilt. Dazu gehören die Städte und Gemeinden Rothenburg, Hähnichen, Boxberg, Kreba-Neudorf, Weißwasser, Weißkeißel, Krauschwitz, Gablenz, Bad Muskau und Niesky mit seinen Ortsteilen. 25,5 Millionen Euro werden in diese Orte investiert, um damit die "weißen Flecken" auf der Landkarte verschwinden zu lassen. Das Geld stellen der Bund und das Land Sachsen  bereit.

Meilenstein in der Ausbildung

Einer, der auf eine schnelle Datenleitung wartet, ist Carsten Kaempf als Rektor der Hochschule der Sächsischen Polizei. Einerseits ist die Digitalisierung Bestandteil der Initiative "Campus 4.0". Andererseits erschließt sich die Hochschule neue Zugänge wie zum Deutschen Forschungsnetzwerk. Außerdem werden an der Einrichtung inzwischen Polizisten zur Bekämpfung der Internetkriminalität ausgebildet. Nicht nur für sie ist entsprechende digitale Technik schon in der Ausbildung ein Muss. "Für uns ist der jetzt beginnende Breitbandausbau ein wichtiger Meilenstein für die Aus- und Fortbildung der sächsischen Polizei", sagt der Rektor mit Blick auf den Umbau und die Erweiterung der Rothenburger Hochschule.  

Für die Bürger wichtig

Die Erschließung der Haushalte mit Glasfaserkabel ist kein Selbstläufer, auch der Bürger muss dafür etwas tun, sich vor allem dazu bereit erklären,  einen solchen Anschluss zu bekommen. Darauf verweist Dezernent Thomas Rublak. Die Anwohner erhalten ein Schreiben des Landkreises zusammen mit der Vereinbarung, in der sie der Deutschen Telekom das Betreten des Grundstücks und das Kabelverlegen erlauben sowie der Datenschutz-Grundverordnung. Der mitgesandte Auftrag zur Errichtung eines Breitbandanschlusses sollte vom jeweiligen Grundstückseigentümer unterzeichnet und an die Telekom gesendet werden. "Erst mit Ihrer Einwilligung kann Ihr Haus einen kostenfreien Glasfaseranschluss erhalten", sagt Thomas Rublak zu den betroffenen Hauseigentümern.

Für den Nutzer eines Glasfaseranschlusses kommen einige Aufwendungen zu, wie die Telekom informiert. So endet das Glasfaserkabel in einem Hausübergabepunkt mit nachgeschalteter Glasfaserdose. An diese wird ein Glasfaser-Modem angeschlossen mit dem der über ein LAN-Kabel verbundene Router betrieben werden kann. Sollte dieser Router bereits ein Glasfaser-Modem in sich haben, entfällt das zusätzliche Modem. Diese beiden Geräte muss sich der Nutzer aber selbst anschaffen.   

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Peter Horn von der Schubert Kabel- und Tiefbaugesellschaft aus Uhyst demonstriert, wie das Glasfaserkabel in die Erde kommt. Einen Bagger macht dieses Gerät überflüssig.
Peter Horn von der Schubert Kabel- und Tiefbaugesellschaft aus Uhyst demonstriert, wie das Glasfaserkabel in die Erde kommt. Einen Bagger macht dieses Gerät überflüssig. © André Schulze
Der Innenminister des Freistaates Sachsen, Roland Wöller, hier mit der Landrat Bernd Lange (im Hintergrund) , probiert mit Telekom-Monteur Eric Hellthaler das Zusammenfügen der einzelnen Glasfasern aus. 
Der Innenminister des Freistaates Sachsen, Roland Wöller, hier mit der Landrat Bernd Lange (im Hintergrund) , probiert mit Telekom-Monteur Eric Hellthaler das Zusammenfügen der einzelnen Glasfasern aus.  © André Schulze
Fingerspitzengefühl und gute Augen sind notwendig, um in einer Kupplung zwei Glasfaserkabel zu verbinden. Laut Telekom kann so etwas schon mal zwei Arbeitstage in Anspruch nehmen.
Fingerspitzengefühl und gute Augen sind notwendig, um in einer Kupplung zwei Glasfaserkabel zu verbinden. Laut Telekom kann so etwas schon mal zwei Arbeitstage in Anspruch nehmen. © André Schulze

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