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Uhsmannsdorfer bäckt immer größere Brötchen

Mit seinem Lieferservice überrascht Robin Walther alle Skeptiker. Der Appetit nach frischer Bäckerware ist so groß, dass er das Geschäft allein nicht mehr bewältigen kann.

Seit drei Jahren liefert der Uhsmannsdorfer Robin Walther frische Tschirch-Backwaren ins Haus. Natürlich umweltbewusst in Papiertüten, nur fürs Foto musste ein Plastikbeutel her.
Seit drei Jahren liefert der Uhsmannsdorfer Robin Walther frische Tschirch-Backwaren ins Haus. Natürlich umweltbewusst in Papiertüten, nur fürs Foto musste ein Plastikbeutel her. © André Schulze

Mit seinen 21 Jahren ist Robin Walther schon ein "alter Hase". Nicht vom Alter her, aber was sein Unternehmen anbelangt. Seit 2019 beliefert er Kunden rund um seinen Heimatort Uhsmannsdorf mit frischer Bäckerware - und das mit zunehmendem Erfolg.

Diese Geschäftsidee sei "das Beste gewesen, was mir bisher eingefallen ist", schwärmt der junge Mann und zeigt stolz den Beutel mit Brot und Brötchen vom Ober-Neundorfer Bäckermeister Michael Tschirch. Vor gut drei Jahren hat Robin Walther seine eigene Firma gegründet und lebt seitdem seinen Traum. "Selbstständig arbeiten zu können ist für mich die Erfüllung. Es bietet so viele Vorteile - ich möchte nie wieder etwas anderes tun."

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Dabei war der Reigen der Skeptiker am Anfang groß. Frühmorgens, noch vor dem Aufstehen, Brötchen zu anderen Leuten schaffen? Für ein paar Cent. Und noch die Spritkosten obendrauf! Das könne nicht gutgehen, bekam er in der Anfangszeit nicht nur einmal zu hören. Doch - wie es gut ging. Und immer besser geht! Erst vor Kurzem hat der Uhsmannsdorfer die erste Angestellte in seiner Firma begrüßt - eine Studentin, die sich so ihre Ausbildung finanziert. Und Walther könnte gut und gerne weitere Verstärkung vertragen. "Ich brauche noch Leute, die sich nicht zu schade sind, am Wochenende zeitig aus den Federn zu steigen."

Liefergebiet ist viel größer geworden

Er selbst hat damit überhaupt keine Probleme. Denn er spürt immer mehr, was frühes Aufstehen in Verbindung mit der passenden Geschäftsidee einbringen kann. Natürlich gab es in den vergangenen Jahren auch Phasen, "wo ich überlegt habe: Ist es das wert?" Dann aber kam der Punkt, ab dem es sich lohnte. Seitdem ging alles deutlich einfacher, auch mental. "Ich kam zu der Einsicht: Alles richtig gemacht!"

Steil nach oben geht es vor allem, seitdem Robin Walther seine Kunden auf der firmeneigenen Homepage begrüßt. Dort wird das Bestellverfahren samt Kosten in allen Einzelheiten erklärt. Zudem gibt es ein Formular, mit dem das Gewünschte gleich online geordert werden kann. So erfahren Interessenten, dass inzwischen nicht nur in Uhsmannsdorf und Rothenburg ausgeliefert wird. Aktuell umfasst das Liefergebiet auch Horka, Neißeaue, Hähnichen, Niesky und - außer Thiemendorf - auch Waldhufen. "Wer schon im nächsten Ort, dort aber gleich am Rande wohnt, den nehmen wir noch in die Tour mit auf", zeigt sich der Jungunternehmer äußerst flexibel.

Allerdings hat er im Laufe der Zeit auch Änderungen vorgenommen. Bot er anfangs frische Brötchen jeden Tag in der Woche an, hat er - den Wünschen der Kunden entsprechend - seine Aktivitäten auf das verlängerte Wochenende von Freitag bis Sonntag verlegt. Am Freitag wird Tschirchs Backware bis 6.30 Uhr zugestellt, am Sonnabend und Sonntag bis 8.30 Uhr. Zuletzt hatten an diesen drei Tagen rund 180 Frühstücksgourmets die Brötchen ihrer Wahl bestellt. Nicht nur zwei oder drei, sondern teilweise viel mehr. "Manche ordern für die ganze darauffolgende Woche und backen sich die Semmeln noch einmal frisch auf", freut sich Walther über die zum Teil langen Listen.

Probelieferungen kommen sehr gut an

Viel geholfen, meint er, hätten ihm auch die Probelieferungen. "Da werden dem Interessenten kostenlos fünf Brötchen zugestellt. Wer damit zufrieden ist, bestellt dann oft regelmäßig." Pro Lieferung berechnet Walther 99 Cent. Zusammen mit dem Großeinkaufsrabatt bei der Bäckerei macht das in der Summe inzwischen so viel aus, "dass ich ordentlich davon leben kann."

Auf die Idee gekommen war der Uhsmannsdorfer quasi aus der Not heraus. Ohne die früh verstorbenen Eltern zog er bei den Großeltern ein und wollte ihnen bei der täglichen Arbeit in Haus, Hof und Garten unter die Arme greifen. "Dazu brauchte ich einen Job, der mir tagsüber die Freiheiten dazu lässt." Im Internet entdeckte er Brötchenlieferdienste, die das in großem Stil bereits im Altbundesgebiet und in Österreich tun. "Ich muss nicht so riesig werden, habe meine Idealgröße jetzt wahrscheinlich gefunden", meint Walther. Er möchte seine Firma festigen und vielleicht punktuell noch etwas in der Fläche tun. Die arbeitsfreie Woche kommt nicht nur seiner Oma zugute. "Ich bin ja völlig unabhängig, kann an den See fahren, wenn die Sonne lacht. Oder zu den unmöglichsten Zeiten mit Freunden in den Biergarten gehen." Nur bei einer Sache versteht er keinen Spaß: Von Freitag bis Sonntag müssen Brot und Brötchen pünktlich bei den Kunden sein.

www.broetchenservice-walther.de

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