merken
PLUS Niesky

Ist ein neues Bürgerzentrum in Rothenburg sinnvoll?

Der Bedarf schrumpft. Doch die Idee lebt weiter. Nun soll eine Konzeptstudie entstehen. Das Ergebnis dürfte entscheidend für den Standort werden.

Der alte Kindergarten in der Martin-Ulbrich-Straße ist längst abgerissen. Doch ob an seiner Stelle das neue Bürgerzentrum entsteht, ist noch nicht ganz klar.
Der alte Kindergarten in der Martin-Ulbrich-Straße ist längst abgerissen. Doch ob an seiner Stelle das neue Bürgerzentrum entsteht, ist noch nicht ganz klar. ©  Archiv/André Schulze

Die Stimmen, die ein neues Bürgerzentrum in Rothenburg infrage stellen, werden immer lauter. Dafür gibt es gleich zwei Gründe. Doch auch die Befürworter besitzen ein gewichtiges Argument.

Lange Zeit wurde das Bürgerzentrum in einem Atemzug mit der Oberschule und der Sporthalle genannt, wenn es um die wichtigsten Neubauvorhaben der nächsten Zeit in Rothenburg ging. Doch während für die beiden letztgenannten Projekte die Planungsarbeiten schon längst begonnen haben und es bezüglich der Standorte gar keine Diskussionen mehr gibt, ist dies beim Bürgerzentrum anders. Das Vorhaben steht zwar nicht auf der Kippe, aber sein Standort und die Art und Weise der Umsetzung wird immer mehr hinterfragt.

Anzeige
Dresdner Christstollen genießen
Dresdner Christstollen genießen

Kommen Sie in Weihnachtsstimmung mit hauseigenen Spezialitäten der Fürstenbäckerei Matzker!

Vereinshaus anstatt des Bürgerzentrums?

Klar ist, dass den Bedürfnissen der benachbarten Kita in der Martin-Ulbrich-Straße mehr Rechnung getragen werden soll. Deshalb ist die Idee eines eigenständigen Krippengebäudes entstanden, das zusammen mit dem Bürgerzentrum auf der verfügbaren Fläche angeordnet werden soll. Wie das geschehen kann, ist Inhalt einer Konzeptstudie, die der Stadtrat mit knapper Mehrheit im Oktober in Auftrag gegeben hat und die bereits in der November-Sitzung belastbare Aussagen liefern soll.

Denn dass hier noch nicht alle Messen gelesen sind, liegt auf der Hand. Nur sieben Stadträte befürworteten dieses Prozedere, fünf enthielten sich, vier stimmten sogar dagegen. Dass es also künftig ein Bürgerzentrum mit der ursprüglich angedachten Bedeutung und Größe geben wird, ist alles andere als sicher. Vor allem in der CDU mehren sich die kritischen Töne. Laut Robert Eichler ist der Raumbedarf im Laufe der Zeit viel geringer geworden. Nach Angaben von Tino Kittner wollen nur noch drei Rothenburger Vereine das neue Bürgerzentrum nutzen. Für Uwe Garack (Freie Wähler) ist der Begriff "Bürgerzentrum" zu hoch gegriffen, ein "Vereinshaus" drücke den Bedarf viel realistischer aus.

Bürgerhaus und Krippengebäude möglich

MIt welchem Namen und in welcher Form auch immer - Bürgermeisterin Heike Böhm möchte festhalten an dem Objekt. Finanzierungsschwierigkeiten, die auch zulasten der Kita-Verbesserungen gehen könnten, werde es nicht geben. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", stellt die Rathauschefin klar. Und: "Die für das Bürgerzentrum nötigen Eigenmittel liegen als Verkaufserlös des Vorgängergebäudes an der Friedensstraße schon auf der Bank."

Mahnend hebt zudem Stadtkämmerin Jane Stangret die Hand: Das Ziel "Bürgerzentrum" müsse in den weiteren Beschlussvorlagen des Stadtrates klar formuliert sein, sonst funktioniere die Förderung des Projektes nicht mehr. Immerhin liege der Fördermittelbescheid gerade dafür schon vor.

Kritikern, für Baumaßnahmen zugunsten der Kita werde das Geld nicht reichen, nimmt Heike Böhm den Wind aus den Segeln: "Es gibt Möglichkeiten dafür", ist sie sicher. "Deshalb sollten wir beide Projekte nicht gegeneinander ausspielen."

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Niesky