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In Kreba erhalten E-Bikes neuen Saft

Zwischen Schloss und Turnhalle soll eine Ladestation für Elektro-Fahrräder gebaut werden. Die Gemeinde setzt damit ein Zeichen.

Klaus Gerstenberger aus Kreba findet die geplante Ladestation für E-Bikes an der Sporthalle nützlich für die Besucher sowie die Nutzer des Radweges.
Die Überdachung für Fahrradständer und Ladesäule hat die Gemeinde bereits geschaffen.
Klaus Gerstenberger aus Kreba findet die geplante Ladestation für E-Bikes an der Sporthalle nützlich für die Besucher sowie die Nutzer des Radweges. Die Überdachung für Fahrradständer und Ladesäule hat die Gemeinde bereits geschaffen. © André Schulze

Kreba-Neudorf soll demnächst eine Ladestation für Elektro-Fahrräder bekommen. Das wird nicht nur die Radtouristen freuen, die über den Froschradweg nach Kreba kommen, sondern auch die Einwohner selbst. So wie Klaus Gerstenberger. Der 74-Jährige hat seit zwei Jahren ein E-Bike, seine Ehefrau ebenso. "Fürs Alter ist das eine gute Anschaffung", sagt der Elektromeister.

Aber wenn beim herkömmlichen Fahrrad nur Luft aufzupumpen und die Kette zu ölen ist, braucht ein E-Bike mehr Zuwendung. Es muss ständig unter Strom stehen und daher aller rund 100 Kilometer nachgeladen werden. Da können schon mal zwei, drei Stunden ins Land gehen. Klaus Gerstenberger sieht es als sinnvoll an, wenn seine Gemeinde eine öffentliche Ladestation anschafft.

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Ladebox vom Energieunternehmen

Der Schlosspark eignet sich gut als Standort. Nicht nur für die Radtouristen, sondern auch für die Sportler. Während sie in der neuen Turnhalle zum Training oder Spiel sind, kann draußen das Elektro-Fahrrad Strom tanken. Von diesem Gedanken lässt sich Bürgermeister Dirk Naumburger leiten. Im Gemeinderat stellte er das Vorhaben vor und die Räte beschlossen am Montag, dass das auch so wird.

Allein wird die Gemeinde die Ladebox nicht besorgen und installieren, dazu hat sie sich einen Partner gesucht. Das Unternehmen SachsenEnergie (Vormals Enso) wird der Gemeinde eine solche Ladestation zur Verfügung stellen. Kostenlos, als Sponsoring sozusagen. Kreba-Neudorf muss nur die baulichen Voraussetzungen wie ein Fundament schaffen und für die Stromkosten aufkommen. "Günstiger können wir an so eine Ladestation nicht kommen", betont der Bürgermeister. Die 4.223 Euro, die diese Box kostet, übernimmt SachsenEnergie als Sponsoring.

Bisher drei Ladesäulen im Landkreis

Das bestätigt Mediensprecherin Nora Weinhold: "SachsenEnergie unterstützt bei der Errichtung der Ladesäulen und übergibt diese an die Gemeinden. Diese sind dann für den Betrieb und die Wartung zuständig." Dabei stehe man erst am Anfang, was das Aufstellen von Fahrrad-Ladesäulen betrifft. Im Landkreis Görlitz gibt es bisher nur zwei von SachsenEnergie aufgestellte E-Bike-Ladesäulen: in Oybin am Haus des Gastes und in Ostritz auf dem Marktplatz, in Kreba kommt die dritte hinzu. "Weitere Standorte im Landkreis sind derzeit nicht in Planung", sagt Nora Weinhold. Insgesamt hat das Energieunternehmen in seinem Netzgebiet zehn E-Bike-Ladesäulen stehen. Im Landkreis Bautzen soll demnächst eine weitere Säule in der Kleinstadt Wilthen errichtet werden.

So sieht eine der Ladesäulen für E-Bikes aus, die das Unternehmen SachsenEnergie in den Kommunen installiert. Demnächst auch in Kreba-Neudorf im Schlosspark.
So sieht eine der Ladesäulen für E-Bikes aus, die das Unternehmen SachsenEnergie in den Kommunen installiert. Demnächst auch in Kreba-Neudorf im Schlosspark. © SachsenEnergie

Das Dresdener Energieunternehmen unterstützt seit drei Jahren die Kommunen im Netzgebiet bei der Errichtung von Ladesäulen für E-Bikes und Pedelecs. "Die Ladesäulen stehen meist an beliebten Ausflugszielen oder ganz zentral, wie beispielsweise am Marktplatz", erläutert Nora Weinhold die Aufstellstrategie. Wer zum Auftanken anhält, kann während des Ladevorgangs entspannt die Umgebung erkunden oder sich stärken. An jeder der Ladesäulen gibt es Schließfächer, die ausreichend Platz für Akku, Ladegerät, Helm und Rucksack bieten.

So wird das auch in Kreba sein. Die Ladestation verfügt dann über drei abschließbare Ladefächer. Wichtig ist dabei, dass jeder Pedalritter das für sein E-Bike notwendige Ladekabel mitführt. Denn ähnlich wie bei den Mobiltelefonen in der Anfangszeit hat jeder Fahrradhersteller sein typenspezifisches Ladekabel. Aber in eine Schuko-Steckdose passen sie alle. Jedes der drei Ladefächer enthält eine Schutzkontaktsteckdose mit 230 Volt. Die Dauer des Ladevorgangs ist von der Leistung des jeweiligen Akkus abhängig. "Die Akkuladung beginnt nach Münzeinwurf und Schließen der Tür. Öffnet man die Tür wieder, endet der Ladevorgang und man erhält seine Münze zurück", erläutert die Pressesprecherin die Bedienung einer solchen Box. Das heißt, der Fahrradfahrer kann im Gegensatz von zu Hause den Akku kostenlos laden. Für den Strom muss er nichts bezahlen und seine Pfandmünze bekommt er zurück.

Kreisbehörde verweist auf Förderprogramme

Für den Landkreis ist die Ladeinfrastruktur für Radfahrer ebenfalls ein Thema. Allein schon aus der Tatsache heraus, dass ein Großteil des Radwegenetzes dem Landkreis Görlitz gehört. Die Kreisbehörde verweist auf verschiedener Förderprogramme. Unter anderem auf das Programm "Radnetz Deutschland", das vonseiten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur Gelder bereitstellt. Über dieses Programm können Ladestationen an den D-Netz-Routen gefördert werden. Im Landkreis zählen dazu der Oder-Neiße-Radweg (D12) und die Mittellandroute (D4) "Antragsteller ist hier die jeweilige Kommune oder Dritte. Der Landkreis Görlitz plant derzeit keine Anträge", sagt Kreissprecherin Julia Bjar.

Des Weiteren gibt es die Förderrichtlinie "Ladeinfrastruktur vor Ort". Diese läuft über die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen. Sie ist für Elektrofahrzeuge vorgesehen, aber mit ihr lassen sich möglicherweise die Angebote bündeln. Oder man fragt bei seinem örtlichen Energieversorger nach, so wie es Kreba-Neudorf getan hat. Einen Fahrradständer mit Überdachung hat die Gemeinde an der Schlossmauer gegenüber der Turnhalle bereits geschaffen. Nun müssen die Arbeiten zur Montage der Ladestation noch erfolgen.

Eine komplette Übersicht aller Ladestationen für E-Bikes gibt es derzeit leider nicht, teilt das Landratsamt mit. Das Amt für Kreisentwicklung steht aber mit der Sächsischen Energieagentur Saena in Kontakt, ob es hier Möglichkeiten einer Darstellung auf Papier oder im Internet gibt. Übrigens führte die Energieagentur am Dienstag online eine Infoveranstaltung durch, die das Thema Ladeinfrastruktur zum Thema hatte. An dieser haben Touristiker und auch Gewerbetreibende teilgenommen. Denn das Thema Aufladen ist inzwischen nicht mehr nur eins für Kraftfahrer mit einem Elektroauto.

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