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Faserstoff-Hersteller sucht 30 Mitarbeiter

Ein neues Unternehmen investiert am Rothenburger Flugplatz. Die zweijährige Durststrecke ist damit vorbei.

Auf dem Gelände der Naturfaserstoffe Rothenburg GmbH & Co. KG werden zusätzliche Hallen errichtet. Hier hatte früher der Pellethersteller Eko Energy seinen Sitz.
Auf dem Gelände der Naturfaserstoffe Rothenburg GmbH & Co. KG werden zusätzliche Hallen errichtet. Hier hatte früher der Pellethersteller Eko Energy seinen Sitz. © André Schulze

"Eko Energy" ist vom Eingangstor des Geländes längst verschwunden. Seit Kurzem steht ein anderer Name da: Naturfaserstoffe Rothenburg GmbH & Co. KG. Damit beginnt ein neues Kapitel auf dem Areal, das zuletzt vor drei Jahren durch einen schweren Brand und das folgende Aus des Pelletherstellers in die Schlagzeilen geraten war.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt nahm die Zukunft bereits am 1. Januar 2020 ihren Anfang. Damals ging das Objekt, über das im Frühjahr 2019 ein Insolvenzverfahren eröffnet worden war, an die im württembergischen Rosenberg ansässige Rettenmaier-Gruppe. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Dirk Wittkowski von der Anwaltskanzlei Henningsmeier hatte es mehrere Interessenten gegeben. Zu einem Verkauf der Eko Energy-Immobilie kam es aber vorerst nicht. Erst das wirtschaftlich breit aufgestellte Unternehmen aus dem "Ländle" nutzte die Chance.

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Faserkomprimate für die Tiernahrung

Komplett aus heiterem Himmel kam das Interesse aber nicht. Immerhin befindet sich seit vielen Jahren auch die Firma Celltechnik im benachbarten Lodenau unter dem Dach der Rettenmaier-Gruppe. Räumliche Nähe und mögliche Synergieeffekte ließen das neuerliche Engagement des Unternehmens im Raum Rothenburg sinnvoll erscheinen. Celltechnik-Chef Volker Altus bestätigte damals den Erwerb des Areals, ließ aber die künftige Verwendung offen.

Nun stellt sich hier mit der in Ilmenau ansässigen CFF GmbH eine andere Firma aus dem Rettenmaier-Kosmos neu auf. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen ein weltweit agierender Spezialist für die Verwendung von natürlichen und funktionellen Fasern aus Cellulose in verschiedenen Branchen. Bisher würden die aus organischen und nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Fasern an Standorten in Thüringen und Belgien produziert.

Dort, wo am Rande des Flugplatzes früher der Name Eko Energy stand, ist jetzt die Bezeichnung der neuen Firma zu lesen: Naturfaserstoffe Rothenburg GmbH & Co. KG.
Dort, wo am Rande des Flugplatzes früher der Name Eko Energy stand, ist jetzt die Bezeichnung der neuen Firma zu lesen: Naturfaserstoffe Rothenburg GmbH & Co. KG. © André Schulze

An der Neiße kommt jetzt ein weiterer Standort hinzu. In einer großformatigen Stellenanzeige hatte die neu gegründete Naturfaserstoffe Rothenburg GmbH & Co. KG vor Kurzem Kraftwerker, Facharbeiter für dezentrale Energieerzeugung, Maschinen- und Anlagenführer sowie Laboranten gesucht. Insgesamt 30 Mitarbeiter würden gebraucht. Sie sollen die mehr als 150 Beschäftigte zählende Belegschaft der bisherigen Werke verstärken.

Allem Anschein nach wird ein Teil der von Eko Energy hinterlassenen Gebäude weiter genutzt. Sie würden umfassend saniert und ihrer künftigen Verwendung angepasst, heißt es aus dem Unternehmen. Zusätzlich gebaut werden Produktions- und Verpackungshallen, außerdem Lagerkapazitäten für Rohstoffe und Fertigware. Das bereits vorhandene Biomasse-Kraftwerk soll wieder in Betrieb genommen werden und Produktionsstrecke samt Trocknungsanlage mit nachhaltiger Energie versorgen. Die baldige Wiederbelebung des Kraftwerkes hatte kurz nach der Übernahme des Standortes durch die Rettenmaier-Gruppe schon Celltechnik-Chef Volker Altus in Aussicht gestellt. Da die Anlage aber 20 Prozent ihrer Leistung als Strom und 80 Prozent als Wärme abgibt, müssen entsprechende Produktionskapazitäten nachgewiesen werden, um sämtliche Genehmigungen für die Betriebsaufnahme zu erhalten.

Geeignet für Ferkelaufzucht bis Fischnahrung

Hergestellt werden in dem Werk am Rothenburger Flugplatz Inhaltsstoffe für die Tierernährung und -hygiene. CFF hat dafür den Markennamen Qualicel geprägt. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um Faserkonzentrate. Sie seien "das Multi-Talent in der Tierernährung" und "für alle Tierarten" verwendbar - mit einem hohen ernährungsphysiologischen Wert und einer Vielzahl funktioneller Eigenschaften. Als Anwendungsbereiche führt die Firma unter anderem die Ferkel- und Kälberaufzucht, aber auch die Geflügelhaltung, Aquakultur in der Fischproduktion sowie den Einsatz bei Heim- und Hobbytieren wie Pferd, Kaninchen und anderen Nagern an.

Persönlich haftende Gesellschafter der Naturfaserstoffe Rothenburg GmbH & Co. KG sind laut Wirtschaftsdatenbanken seit Juli 2020 die Celltechnik Rothenburg Verwaltungs GmbH mit Sitz in Rosenberg und die JR Beteiligungs KG, ebenfalls aus Rosenberg. Am 3. Juli 2020 wurde das Unternehmen in das Handelsregister beim Amtsgericht Dresden eingetragen.

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