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Eisstadion trägt zur guten Nieskyer Klimabilanz bei

Angesichts von häufigeren Wetterkapriolen ist Klimaschutz in aller Munde. Niesky ist schon seit Jahren Vorreiter auf diesem Gebiet. Und hat auch weiterhin viel vor.

Im Nieskyer Eisstadion soll innerhalb der nächsten vier Jahre die telemetrische Datenübertragung Einzug halten - und damit die positive Klimabilanz in der Stadt fortgesetzt werden.
Im Nieskyer Eisstadion soll innerhalb der nächsten vier Jahre die telemetrische Datenübertragung Einzug halten - und damit die positive Klimabilanz in der Stadt fortgesetzt werden. © André Schulze

Die jüngsten Starkregenfälle sind an Niesky glücklicherweise vorübergegangen. Trotzdem schickt der Deutsche Wetterdienst immer wieder Warnmeldungen heraus, wenn sich Unwetterfronten nähern oder Hitzewellen dafür sorgen, dass zum Wassersparen aufgerufen wird und das Getreide auf den Halmen verdorrt.

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Seit 2006 beteiligt sich die Stadt deshalb am European Energy Award (eea) - einem Zertifizierungsverfahren, dem tatsächliche Verbesserungen in den teilnehmenden Kommunen zugrunde liegen. Erst jüngst hat Niesky diese Auszeichnung schon zum vierten Mal bekommen. Die von der Sächsischen Energieagentur (Saena) bestätigte Erfolgsquote von 75 Prozent der ursprünglichen Ziele ist ein stattliches Ergebnis.

Niesky reduziert CO2-Emissionen um 73 Prozent

Das sieht auch Barbara Giesel so, der vor allem die Konstanz in den Bemühungen der Stadt wichtig ist. "Unser Ziel ist ein ressourcenbewusstes Verhalten, um die Energieeffizienz zu verbessern", stellt die Fachbereichsleiterin Technische Dienste im Rathaus klar. Damit wolle man einen eigenen Beitrag zur Kohlendioxidreduzierung leisten.

Dass dies schon recht gut klappt, verdeutlicht ein Blick auf die Zahlen. So betrug die von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen verursachten CO2-Emissionen im Jahre 2010 witterungsbereinigt bei Strom und Wärme noch 1.069 Tonnen. Neun Jahre später lag der Wert nur noch bei 285 Tonnen. Das entspricht einer Reduzierung um stattliche 73 Prozent. "Damit setzt unsere Stadt die sich ständig erhöhenden Anforderungen in diesem Bereich vorbildlich um", schätzt Giesel ein.

Niesky verwendet Ökostrom und Ökowärme

Ein wichtiger Punkt, der dazu beigetragen hat, ist der Einsatz von Ökostrom und Ökowärme. So wurde nach Angaben der Fachbereichsleiterin mit Ökostrom der Güte 24 Gramm Kohlendioxid je Kilowattstunde ein "überdurchschnittlicher Wert" erreicht. Gleiches treffe auf die Ökowärme in den Nieskyer Fernwärmegebieten zu. Dort liegt der Wert bei 100 Gramm Kohlendioxid je Kilowattstunde.

In Niesky wurde in den vergangenen Jahren viel in die Fernwärmeversorgung investiert. So versorgt die Heizzentrale in der Ringstraße die umliegenden Wohnblöcke. Das kommt der Klimabilanz der Stast zugute.
In Niesky wurde in den vergangenen Jahren viel in die Fernwärmeversorgung investiert. So versorgt die Heizzentrale in der Ringstraße die umliegenden Wohnblöcke. Das kommt der Klimabilanz der Stast zugute. © André Schulze

Aber auch andere Punkte waren bei der positiven Entwicklung der Klimabilanz ganz wesentlich. So wurden zum Beispiel die Heizungsanlagen in den Grundschulen See und Niesky sowie im Bauhof optimiert. Dies bedeutet, dass die Kessel optimal mit dem Verhalten der Nutzer abgestimmt werden: Ist keiner in den Räumen drin, müssen sie auch nicht beheizt werden. An der Grundschule in See gibt es darüber hinaus ein Schülerteam, das sich im Rahmen von Projektarbeit um die Energieeinsparung kümmert. "Die Kinder passen unter anderem auf, dass in den Pausen das Licht ausgemacht wird", erläutert Barbara Giesel. Beim Ablesen der Zählerstände am Jahresende werde man sehen, wie erfolgreich die Mädchen und Jungen um die Verringerung des Energieverbrauchs gerungen haben.

Niesky hat jetzt kommunalen Energietechniker

Die Umrüstung mehrerer Straßenabschnitte auf LED-Leuchtmittel sowie die Inbetriebnahme der elektrifizierten Niederschlesien-Magistrale mit dem Halt in Niesky haben nach Einschätzung der Amtsleiterin ebenfalls zur Verbesserung der Klimabilanz beigetragen. Damit alle Optimierungsfäden in einer Hand liegen, wurde ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung zum kommunalen Energietechniker ausgebildet.

Auch in den nächsten vier Jahren - so lange läuft der Zeitraum für die nächste eea-Zertifizierung - will Niesky dranbleiben an der Verbesserung der Klimabilanz. Schüler-Projekte wie das in See sollen ausgebaut werden. Zudem will man weitere Straßen mit den sparsameren LEDs ausrüsten. Schließlich geht es um die Einführung der telemetrischen Datenübertragung in öffentlichen Gebäuden. Hierfür sind die Grundschule Niesky und das Eisstadion im Freizeitpark vorgesehen. Außerdem will die Stadt neben der Teilnahme am European Energy Award noch höher hinaus: Künftig strebt man die Zertifizierung als "Kommune mit ausgezeichnetem Energiemanagement" an. Dort werden weitaus strengere Maßstäbe angelegt.

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