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Erste Weiche für Eisenbahn-Testzentrum gestellt

Freistaat, Landkreis und Kommunen wollen das Vorhaben nördlich von Niesky schnell zum Laufen bringen - und einen Investor gewinnen.

Im Bombardier-Werk am Standort in Bautzen gibt es bereits ein Testcenter. Es hat aber nur eine 200 Meter lange Gleisanlage.
Im Bombardier-Werk am Standort in Bautzen gibt es bereits ein Testcenter. Es hat aber nur eine 200 Meter lange Gleisanlage. © SZ/Uwe Soeder

Die erste Weiche für das neue Eisenbahn-Testzentrum "Tetis" bei Niesky ist gestellt: in Form einer Absichtserklärung. Vertreter der Sächsischen Staatsregierung, des Landkreises Görlitz sowie der anliegenden Kommunen Niesky und Hähnichen haben diese gemeinsam jetzt auf den Weg gebracht. Wie das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr informiert, unterstützt diese Erklärung die Vorbereitung des Verwaltungsverfahrens und ein frühzeitiges Einbeziehen der Öffentlichkeit in den Bau dieses Schienentestrings.

Die Teststrecke erfordert eine umfassende Planung, zusammen mit zahlreichen Behörden und Fachstellen. Dass diese Arbeiten zügig und abgestimmt erledigt werden, darauf haben sich die Partner verständigt. Dazu gehören auch Vertreter der Landesdirektion Sachsen, der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung und der Wirtschaftsförderung Sachsen. Landrat Bernd Lange sagte dazu: "Nun gilt es, den Planungsprozess in enger Abstimmung mit den beteiligten Kommunen zügig voranzubringen, um der Region Perspektiven aufzuzeigen." Er versicherte, dass sich der Landkreis Görlitz dem Vorhaben engagiert stellen und dieses nach Kräften mitgestalten wird.

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Bestandteil des Strukturwandels

Das Bahn-Testzentrum gehört zu den Sofortprojekten für den Strukturwandel in Sachsen und soll neue industrielle Arbeitsplätze in der Region sichern. "Mit der traditionsreichen Bahnindustrie verfügt die Oberlausitz über einen wertvollen Wachstumskern", betont der sächsische Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig. Der Minister geht davon aus, dass Tetis die gesamte Bahnbranche nachhaltig stärken kann. Das Projekt kann zahlreiche neue und hochwertige Arbeitsplätze schaffen sowie zur Sicherung von zehntausenden Beschäftigungsverhältnissen in der sächsischen wie deutschen Bahnindustrie beitragen.

Diese Erwartung wird aber nicht von allen Menschen geteilt. Zweifel bestehen darin, dass dieses Großvorhaben bis 2025 umgesetzt werden kann. Nach ersten Entwürfen wird das Testzentrum eine Fläche von 45 Hektar einnehmen und mitten im Wald gebaut. Auf einem 20 Kilometer langen Oval werden Züge und Waggons getestet - und das funktioniert nicht geräuschlos. Aus diesem Grund hat sich eine Bürgerinitiative in Niesky gegründet, die das Vorhaben kritisch begleitet. Nach ihrem Verständnis sollen neue Arbeitsplätze nicht auf Kosten der Menschen hier und der Natur geschaffen werden.

Wirtschaftsschub für Niesky

Die Stadt Niesky knüpft daran die Erwartung, dass das Testzentrum positive Wirkungen auf die Industrie- und Gewerbestandorte in der Stadt hat. Vor diesem Hintergrund und weil es Nachfragen von Investoren gibt, setzt die Stadt auf eine Weiterentwicklung des Gewerbegebietes Nord. Dazu wurde im vergangenen Jahr ein neuer Bebauungsplan aufgestellt.

Das Testzentrum für Eisenbahntechnik in Sachsen soll sowohl der Forschung und Entwicklung im Bahnsektor als auch den Herstellern von Bahnfahrzeugen sowie deren Zulieferbetrieben von Nutzen sein. Voraussetzung ist aber, dass sich ein Investor und Betreiber für diese Bahnanlage findet. Deshalb ist laut Wirtschaftsministerium eine in die Tiefe gehende Varianten-Untersuchung oder Trassierung erst möglich, wenn sich ein konkreter Antragsteller zu dem Vorhaben bekannt hat.

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