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Kreis Görlitz setzt weiter auf Flugzeug-Recycling

In Rothenburg soll ein Zentrum für Nachhaltigkeit entstehen. Am liebsten mit der Airbus-Zerlegung. Doch das ist offen.

Der erste Airbus auf dem Flugplatz Rothenburg ist zerlegt und recycelt. Sollte das Projekt fortgeführt werden, müsste der Hangar erweitert werden.
Der erste Airbus auf dem Flugplatz Rothenburg ist zerlegt und recycelt. Sollte das Projekt fortgeführt werden, müsste der Hangar erweitert werden. ©  Archiv/André Schulze

Der erste ausrangierte Airbus ist zerlegt. Doch ob die sogenannte Industrialisierung der noch in den Kinderschuhen steckenden Geschäftsidee auf dem Gelände des Flugplatzes Rothenburg stattfinden wird, ist noch nicht sicher.

Denn: Nun werten die Elbe Flugzeugwerke (EFW), in deren Regie das Pilotprojekt lief, das Ganze zusammen mit ihren Partnern aus. Im Landkreis Görlitz, der mit dem Dresdner Unternehmen 2019 dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet hatte, ist die Hoffnung groß, dass der Standort an der Neiße den Zuschlag für die massenhafte Zerlegung von Schrottflugzeugen erhalten wird. Wirtschaftsdezernent Thomas Rublack, zugleich auch Geschäftsführer der Flugplatz Rothenburg/Görlitz GmbH, äußert sich vorsichtig optimistisch: "Es ist unser Ziel, die jetzt beteiligten Partner möglichst für die Region und den Standort zu gewinnen."

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Flugzeug-Recycling als Anker für Nachhaltigkeit

Im Rahmen der vorliegenden Machbarkeitstudie müssten die Möglichkeiten erörtert werden, "den Verkehrslandeplatz in Rothenburg für die Thematik Wertstoffrecycling und Nachhaltigkeit zu öffnen", so Rublack weiter. Dabei setzt der Landkreis auf das Engagement der Elbe Flugzeugwerke. Denn: Die Nachnutzung von Flugzeugen sei dazu geeignet, "verschiedene Prozesse und Verfahren der Wiedergewinnung von Rohstoffen und Komponenten zu schaffen, zu skalieren und darüber hinaus auch eine Erweiterung in andere Branchen und Bereiche in den Blick zu nehmen", erklärt der Wirtschaftsdezernent. Beste Voraussetzungen also, um das auf dem Flugplatzgelände angedachte Zentrum für Nachhaltigkeit in Gang zu bringen. Dringend notwendig deshalb, dass Rothenburg den Zuschlag für den Recyclingstandort der EFW erhält.

Gerade weil die Neißestadt offenbar nicht allein im Rennen ist, will Thomas Rublack den Vorsprung des hier durchgeführten Pilotprojekts nutzen. "Wir haben im Rahmen der Erprobung die unterschiedlichsten Erfahrungen sammeln können", führt er aus. "So war zu Beginn die Nutzung des Hangars nicht prioritär, wurde jedoch aufgrund der äußeren Bedingungen notwendiger." Erforderliche Anpassungen seien nun von den Auswertungen abhängig. EFW-Sprecherin Anke Lemke hatte auf SZ-Nachfrage erst kürzlich betont, dass der Hangar erweitert werden müsse.

Nachhaltigkeitszentrum soll neue Jobs schaffen

An der Wichtigkeit des Themas lässt Thomas Rublack keinen Zweifel aufkommen: "Wir haben großes Interesse daran, dass Thema Wertstoffkreisläufe in Rothenburg umzusetzen." Die Weiterentwicklung des jetzt begonnenen Prozesses biete die Chance zur Schaffung von guten und sicheren Arbeitsplätzen. "Dafür sind wir bereit, unseren Anteil beizutragen, benötigen aber die Partner für die weitere Umsetzung." Auf der Basis der jetzt gesammelten Erkenntnisse müssten in Zukunft strategische Entscheidungen für den Verkehrslandeplatz getroffen werden.

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