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Freistaat übernimmt Kosten für Schweinepest-Tests

Damit werden die Mastbetriebe in der Sperrzone der Kreise Görlitz und Bautzen entlastet. Und das nur einen Tag, nachdem Sachsens Regierungschef Kretschmer vor Ort war.

Die Kosten für Laboruntersuchungen auf das Schweinepest-Virus übernimmt bei Mastbetrieben in der Sperrzone II ab 1. September der Freistaat.
Die Kosten für Laboruntersuchungen auf das Schweinepest-Virus übernimmt bei Mastbetrieben in der Sperrzone II ab 1. September der Freistaat. © André Schulze

Landwirte, die in dem von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gefährdeten Gebiet - der sogenannten Sperrzone II - Hausschweine mästen oder Futtermittel für die Tiere anbauen, müssen sich auf zwei gravierende Änderungen einstellen.

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Alle Mastschweine, die aus der weite Teile der Landkreise Görlitz und Bautzen umfassenden Sperrzone II zur Schlachtung in den einzigen dafür zertifizierten Betrieb in Schleswig-Holstein gebracht werden sollen, müssen zuvor auf das ASP-Virus getestet werden. Dies geschieht in der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen und musste bisher vom betreffenden Landwirt bezahlt werden. Ab 1. September werden die Kosten dafür vom Sächsischen Sozialministerium übernommen. Damit solle garantiert werden, dass nur erregerfreie Tiere das gefährdete Gebiet verlassen und das Virus nicht herausgetragen wird, erläutert Sprecherin Juliane Morgenroth.

Bis Jahresende werden 6.400 Proben untersucht

Betroffen davon sind nach Angaben des Ministeriums derzeit zehn Mastbetriebe in den beiden Kreisen. Die Landesuntersuchungsanstalt erwartet wöchentlich etwa 320, bis zum Jahresende rund 6.400 Proben. Dafür seien rund 45.000 Euro eingeplant, so Morgenroth weiter. In den aktuell ausgewiesenen Restriktionsgebieten des Freistaates befänden sich ungefähr 95.000 Hausschweine - knapp ein Fünftel des gesamten Bestandes in Sachsen.

Gras und Getreide, das in der Sperrzone II geerntet wurde und an Hausschweine verfüttert werden soll, muss ab sofort speziell gekennzeichnet werden, wenn es nicht zuvor thermisch behandelt wurde.
Gras und Getreide, das in der Sperrzone II geerntet wurde und an Hausschweine verfüttert werden soll, muss ab sofort speziell gekennzeichnet werden, wenn es nicht zuvor thermisch behandelt wurde. © privat

Bereits am 19. August ist eine Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen in Kraft getreten. Darin wird die Kennzeichnungspflicht für Futtermittel neu geregelt, die in der Sperrzone II gewonnen wurden, bei denen das Virus vor der Verwendung aber nicht durch Erhitzung und Trocknung abgetötet wurde. Dieses Futter muss folgende Kennzeichnung tragen: "Herkunft des Erzeugnisses: Sperrzone II, Nicht als Futtermittel für Schweine verwenden". Dies gelte vor allem für Gras, Heu, Stroh und Getreide, so Juliane Morgenroth.

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Bereits am Mittwoch hatten der Görlitzer Landrat Bernd Lange und der stellvertretende Kreis-Tierarzt Dr. Udo Mann Ministerpräsident Michael Kretschmer während seiner Vor-Ort-Informationstour zur Afrikanischen Schweinepest im Raum Lodenau auf die Belastungen hingewiesen, denen Schweinehalter im Restriktionsgebiet ausgesetzt sind. Kretschmer sicherte daraufhin Unterstützung zu.

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