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Gersdorferin bringt Rothenburger in Schwung

Bis Jahresende entsteht in der Diakonie St. Martin ein Gesundheitszentrum. Chefin ist Kristin Sturm, die auch für Görlitz große Pläne hat.

Kristin Sturm (links) ist Geschäftsführerin der neuen St. Martin Gesundheitszentrum GmbH, Marleen Kretschmer die fachliche Leiterin für den Standort Rothenburg. Im früheren Empfangsbereich des Martinshofes im Wichernhaus soll ein Sportraum entstehen.
Kristin Sturm (links) ist Geschäftsführerin der neuen St. Martin Gesundheitszentrum GmbH, Marleen Kretschmer die fachliche Leiterin für den Standort Rothenburg. Im früheren Empfangsbereich des Martinshofes im Wichernhaus soll ein Sportraum entstehen. © André Schulze

Bisher hatte Kristin Sturm einen vergleichsweise kurzen Arbeitsweg: in ein paar Minuten von Gersdorf nach Görlitz. Dort leitet die 35-Jährige in der Schlaurother Straße die Physiotherapie der Diakonie St. Martin. Den zweiten Standort gibt es in Rothenburg. Natürlich war die Therapeutin tageweise auch dort. Zuletzt allerdings immer mehr, bis zum Jahreswechsel wird sich das noch einmal verstärken. Denn dann geht im Martinshof das St. Martin Gesundheitszentrum in Betrieb. Kristin Sturm ist Geschäftsführerin, der Weg zur Arbeit dauert dann eine kleine Weile länger.

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Die Idee dazu lieferte die Praxis quasi selbst. "Bisher hatten wir ja die klassische Physiotherapie. Es gibt aber auch Patienten, die brauchen Leistungen der Ergotherapie und der Logopädie", erklärt Kristin Sturm. Die Kommunikation unter den drei Disziplinen sei "nicht die beste" gewesen, umschreibt die junge Frau den aktuellen Zustand. "Es gab Punkte, die durchaus besser hätten laufen können."

Ganzheitliche Betreuung zum Wohle der Patienten

Dieser Ansatz - die Ressourcen im Zusammenspiel aller Seiten optimal zu nutzen - wird nun mit dem Gesundheitszentrum umgesetzt. Weg von der reinen Physiotherapie, hin zur ganzheitlichen Betreuung. "Als ich das vor rund einem Jahr dem Vorstand vorstellte, war kurz darauf klar: Das machen wir", schildert Kristin Sturm die Entstehungsgeschichte. Geeignete Räumlichkeiten hätten sich im Wichernhaus ergeben, wo früher der Empfang und die Verwaltung der Diakonie untergebracht waren.

"Natürlich müssen wir nun einiges umbauen und modernisieren", erklärt die Chefin des neuen St. Martin Gesundheitszentrums. Der alte Empfang verwandelt sich in einen Sportraum. Außerdem entstehen je ein Geräte- und ein Wellnessraum. Aus den bisherigen Büros werden Therapieräume für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Jeder Therapeut bekommt einen Computer in seine Kabine und kann die Behandlung des jeweiligen Patienten sofort dokumentieren. So wird der Austausch der Informationen erleichtert. "Jeder weiß, was der andere gemacht hat und wo er selbst ansetzen muss", so Kristin Sturm. Diese Technikoffensive sei Teil der Digitalisierung, die laut Gesetzgeber bis 2026 in Therapiepraxen abgeschlossen sein soll.

Sechsstellige Summe wird in Umbau investiert

Inzwischen haben die Arbeiten zur Umgestaltung des Wichernhauses begonnen. Statt der selbsttätigen Schiebetüren wurden verschließbare Nottüren eingesetzt, in manchen Räumen läuft der Trockenbau. Zudem lassen Elektrokabel die notwendigen Veränderungen erahnen. Eine sechsstellige Summe investiert die Tochtergesellschaft der Diakonie St. Martin in ihre Zukunft, weiß aber auch ein starkes Mutterunternehmen hinter sich.

Statt wie bis jetzt sechs Mitarbeiter soll das neue Gesundheitszentrum zehn Therapeuten haben. Die sollen nicht nur die Behandlung von Patienten übernehmen. "Wir möchten unser eigenes kleines Team haben, wollen deshalb auch die Rezeption besetzen und die Reinigung unserer Räume selbst erledigen", plädiert Kristin Sturm für möglichst große Eigenständigkeit.

"Ich denke, dass wir mit diesen Veränderungen neue Maßstäbe in der Behandlungsqualität setzen können", hofft die Geschäftsführerin. "Von der Befundaufnahme über die Gestaltung der Therapie bis hin zur Formulierung eines Behandlungsziels wollen wir alles interdisziplinär und gemeinsam mit dem Patienten machen."

Die Umgestaltung des Standorts Rothenburg ist jedoch nur die erste Etappe für das St. Martin Gesundheitszentrum. Nach dessen Inbetriebnahme im Januar 2022 wird auch in Görlitz die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten intensiviert. "Wo wir jetzt sind - in der Schlaurother Straße 12 - werden wir wahrscheinlich nicht den notwendigen Platz finden. Wir wollen aber dort in der Nähe bleiben", formuliert Kristin Sturm ihr Ziel für Görlitz.

Rothenburg ist wichtiger Gesundheitsstandort

Mit dem neuen Therapiezentrum, das nicht nur den Bewohnern des Martinshofes, sondern auch der Bevölkerung offen steht, wird Rothenburg noch wichtiger für die Gesundheit der Menschen in der Region. Allein die Diakonie betreibt mit dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), in dem Fachärzte für Allgemeinmedizin, Dermatologie, Augenheilkunde, Psychiatrie, Neurologie, Gynäkologie sowie Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde untergebracht sind, ein weiteres Tochterunternehmen in diesem Bereich. Hinzu kommt das Orthopädische Zentrum Martin-Ulbrich-Haus, das vor einigen Jahren ein auf diese Spezialdisziplin fokussiertes MVZ mit Außenstellen in Niesky und Görlitz gegründet hat.

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