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Endspurt in Hähnichen

Keiner der drei Bewerber bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag erhielt die absolute Mehrheit. Die spannende Frage: Treten sie alle noch einmal an?

Matthias Zscheile aus Trebus konnte am Sonntag die meisten Stimmen auf sich vereinen. Knapp 40 Prozent der Wähler wollen ihn als Bürgermeister.
Matthias Zscheile aus Trebus konnte am Sonntag die meisten Stimmen auf sich vereinen. Knapp 40 Prozent der Wähler wollen ihn als Bürgermeister. © André Schulze

Seit Wahlsonntag zeichnet sich eine Tendenz ab, wer der neue Bürgermeister in der Gemeinde Hähnichen werden könnte. Aber da keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, kommt es am 9. Mai zu einem zweiten Wahlgang für die Einwohner. 702 gültige Stimmen hat der Wahlausschuss gezählt. Mit 39,9 Prozent verbucht Einzelkandidat Matthias Zscheile den größten Anteil. Gefolgt von Patrick Schultze (CDU-Mandat) mit 31,5 Prozent und Heiko Titze (AfD) mit 28,6 Prozent.

Für Matthias Zscheile haben sich am Sonntag "alle Hoffnungen und Erwartungen erfüllt, denn ich trete als Favorit an", sagt der Kandidat aus Trebus. Dass es einen klaren Sieger geben wird, hat er in dem ersten Wahlgang nicht erwartet. Denn die Hürde liegt hoch, um über die Hälfte der Wähler für sich zu gewinnen. Zscheile hat am Sonntag die Stimmenauszählung im Gemeindeamt live mitverfolgt.

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Auch wenn Zscheile der einzige Bewerber ist, dessen Gesicht kein Wahlplakat schmückt, ist seine Wahlkampfstrategie: "Weniger ist mehr" doch beim Wähler angekommen. "Mit Augenmaß und ohne falsche Versprechungen" möchte der 60-jährige Hochschul-Professor ehrenamtlicher Bürgermeister sein. Die Hände in den Schoß legen wird der Fachmann in Sachen Holz die verbleibenden zwei Wochen nicht. "Ich werde mit meinem Team noch nachlegen, um mein Interesse an der Gemeinde und ihren Bürgern deutlich zu machen", betont Zscheile - und: Er möchte nicht politisieren, sondern setzt auf Sachlichkeit.

Das Interesse der Bürger geweckt

Patrick Schultze ist Inhaber und Geschäftsführer von Schwarz-Reisen mit Firmensitz in Hähnichen. Der "Freund der CDU", wie sich der parteilose Schultze selbst bezeichnet, hat beim ersten Wahlgang den Mittelplatz eingenommen.
Patrick Schultze ist Inhaber und Geschäftsführer von Schwarz-Reisen mit Firmensitz in Hähnichen. Der "Freund der CDU", wie sich der parteilose Schultze selbst bezeichnet, hat beim ersten Wahlgang den Mittelplatz eingenommen. © André Schulze

Patrick Schultze freut sich über die hohe Wahlbeteiligung. Fast drei Viertel der Wahlberechtigten haben am Sonntag ihre Stimme abgegeben. "Das zeigt doch das Interesse der Einwohner, wer für sie der künftige Bürgermeister sein soll", sagt der Inhaber und Geschäftsführer von Schwarz-Reisen. Mit seinem Mittelplatz ist der in Rietschen wohnende Kandidat zufrieden. "Vor einer Wahl weiß man nie genau, wie es ausgehen kann. Auch der zweite Wahlgang ist für Überraschungen noch gut", ist Schultze überzeugt.

Diese Zeit möchte er nutzen, um weiter am Wähler dranzubleiben. "Ich werde noch einige Aktionen nicht nur in Hähnichen auch in den anderen drei Ortschaften machen", kündigt der 36-Jährige an. Wichtig ist ihm, Gespräche mit den Bürgern zu führen, um sich bekannter zu machen und seine Sichtweise auf kommunale Dinge darzulegen. "Aufgeben werde ich nicht, denn es bleibt spannend, wer am Ende der Bürgermeister ist", gibt sich Schultze kämpferisch.

Wo die Kandidaten die meisten Stimmen holten

Heiko Titze aus Hähnichen tritt als Kandidat der AfD zur Bürgermeisterwahl an. Er punktet mit seiner Ortsverbundenheit. Für eine Stellungnahme war Heiko Titze am Montag nicht zu erreichen.
Heiko Titze aus Hähnichen tritt als Kandidat der AfD zur Bürgermeisterwahl an. Er punktet mit seiner Ortsverbundenheit. Für eine Stellungnahme war Heiko Titze am Montag nicht zu erreichen. © André Schulze

Auf den dritten Platz in der Wählergunst kommt Heiko Titze aus Hähnichen. Gerne hätten wir auch seine Meinung zum Wahlausgang am Sonntag in Erfahrung gebracht und ihn gefragt, ob er auch beim zweiten Wahlgang dabei ist. Aber die SZ konnte Herrn Titze telefonisch nicht erreichen. Mit 201 gültigen Stimmen kam das AfD-Mitglied auf einen Stimmenanteil von 28,6 Prozent.

Auf die vier Wahllokale bezogen, holte Heiko Titze die meisten Stimmen in Spree. Von 157 gültigen Stimmen entfielen 81 auf seine Person. Patrick Schultze war in Hähnichen am erfolgreichsten. Dort gehörten ihm 115 von den 264 gültigen Stimmen. Matthias Zscheile punktete mit großem Abstand in seinem Heimatdorf Trebus. 134 von 178 Wähler kreuzten seinen Namen an.

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