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Jetzt Laptop für Weihnachten bestellen?

Lieferengpässe machen Nieskyer Elektronik-Händlern zu schaffen. Aber es gibt auch Ausnahmen.

Steffen Urban verkauft in seinem Geschäft vorwiegend Unterhaltungselektronik. Dass es Engpässe bei Lieferanten gibt, hat der Händler noch nicht bemerkt.
Steffen Urban verkauft in seinem Geschäft vorwiegend Unterhaltungselektronik. Dass es Engpässe bei Lieferanten gibt, hat der Händler noch nicht bemerkt. © André Schulze

Ist es ratsam, schon jetzt an Weihnachten und an die Geschenke zu denken? Wer einen speziellen Computer oder Drucker haben oder verschenken möchte, ist damit gut beraten. Denn die Geräte in der Computerbranche werden rar. Lars Kiehle, Inhaber des gleichnamigen Computerservice in Niesky, sagt, dass die Liefertermine immer weiter nach hinten rutschen. "Mittlerweile haben wir Lieferzeiten erst für den Februar und März, manche Artikel sind gegenwärtig gar nicht lieferbar", sagt der Computerfachmann.       

Dabei handelt es sich vor allem um Laptops und Drucker im mittleren Preissegment, die für Kiehle nur schwer am Markt zu beschaffen sind. Somit muss mancher Kunde auf später vertröstet werden, wenn das eine oder andere Gerät wieder lieferbar sein sollte.  Damit zeigt sich der durch Corona herbeigeführte Nachteil einer globalisierten Welt in der China die Werkbank der Welt geworden ist. Durch den Virus mussten die Werke schließen, die Produktion ruhte. Damit brach der Export zusammen.    

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Computer für die Heimarbeit

Betroffen sind aber nicht nur die Hersteller, die in China produzieren, sondern auch die Unternehmen, die einzelne Komponenten aus China beziehen und in ihren Produkten einbauen. Inzwischen laufe die Produktion bei vielen Herstellern und Zulieferern zwar wieder, mitunter weiterhin aber nur eingeschränkt. Hinzu kommt, dass nicht nur in deutschen Geschäften auf die Lieferungen aus Fernost gewartet wird, sondern weltweit.  

Falk Hajok, Inhaber von Euronics Röhle in Niesky, bestätigt, dass es besonders "in der Computerbranche momentan sehr schlecht ausschaut". Einen Grund sieht der Fachhändler darin, dass Leute durch Corona auf einmal von zu Hause aus arbeiten müssen und auch die Kinder ihre Schulaufgaben zu Hause am Computer zu erledigen hatten. "Das zeigte sich in einer verstärkten Nachfrage nach Laptops und Druckern", stellt Falk Hajok für sein Geschäft fest.  

Kühlschränke und Waschmaschinen sind vorrätig

Zwar hat Falk Hajok keine leeren Regale in seinem Geschäft, aber dass weniger Artikel lieferbar sind, merkt er auch in anderen Segmenten: "Für bestimmte Fernseher gibt es jetzt längere Lieferzeiten und auch in der Unterhaltungselektronik ist nicht alles sofort lieferbar." Was noch läuft, ist die "weiße Ware". Also Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner und so weiter.  

Nachteilig wirkt sich in dieser Situation aus, dass die Einzelhändler kaum noch über große Lager verfügen, wo sie sich was hinstellen können. Die Lagerhaltung ist dem "Heute-bestellen-und-morgen-liefern" gewichen. Aber wenn die Ware auch beim Großhändler nicht ankommt, bricht das ganze System zusammen. Diese Sorgen hat dagegen Steffen Urban nicht. Er hat sein Geschäft in Rothenburg und handelt vorwiegend mit Unterhaltungselektronik und dem Segment  "weiße Ware". 

Computer und Drucker führen Urbans nicht, deshalb kann sich der Geschäftsinhaber darüber kein Urteil bilden, ob es bei Lieferungen Engpässe gibt. Wenn Kunden einen bestimmten Fernseher wollen, der nicht im Geschäft steht, dann bestellt er ihn bei seinen Großhändlern. "Bisher musste ich keinen Kunden wegschicken, weil ein Gerät nicht lieferbar ist", sagt der Rothenburger. Und er hofft darauf, dass das auch so bleibt. 

Gebremstes Kaufverhalten in der Bevölkerung

Mit Einzubeziehen in die Betrachtung ist das Kaufverhalten der Menschen. Das zeigt, dass sich die Kauflaune der Bevölkerung weiter in Grenzen hält. Das bestätigt der Handelsverband Deutschland (HDE). Die deutliche Aufhellung der Verbraucherstimmung aus den zurückliegenden zwei Monaten lässt nach, stellt der HDE anhand seines monatlichen Konsumbarometers für September fest. "Die Verbraucherstimmung hat sich im Vergleich zu den Krisenmonaten März bis Mai deutlich erholt, aktuell fehlt dem Trend allerdings die Dynamik für weitere spürbare Ausschläge nach oben", sagt HDE-Sprecher Stefan Hertel. Der Verband führt die eher abwartende Haltung der Verbraucher auf die wieder angestiegenen Corona-Infektionszahlen zurück.

Deshalb fällt das Kaufverhalten auch unterschiedlich aus. Für Jens Kräßke, der in Sproitz seinen Computerservice betreibt, mangelt es nur an Komponenten. "Engpässe gab es zum Beispiel bei Prozessoren", sagt er. Aber sonst wurde ihm bisher alles geliefert, was er bestellt hat. "In einem bis zwei Tagen ist die Ware da." Wobei Jens Kräßke keine Computer von der Stange kauft, es sind individuelle Konfigurationen entsprechend der Wünsche seiner Kunden. Denn sie haben nach seiner Meinung erkannt, dass Billiggeräte keine lange Lebensdauer haben und am Ende dem Kunden teurer kommen.     

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