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Horkas Kirchplatz in neuem Glanz

Nicht nur das Denkmal ist restauriert, auch der Platz ist neu gestaltet worden. Zahlreiche Spender unterstützten das Vorhaben.

Von Steffen Gerhardt
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Die feierliche Einweihung des Kirchvorplatzes an der Wehrkirche fand mit dem Posaunenchor am Sonntag statt.
Die feierliche Einweihung des Kirchvorplatzes an der Wehrkirche fand mit dem Posaunenchor am Sonntag statt. © SZ/Steffen Gerhardt

Einen Wunsch haben sich die Horkaer jetzt erfüllt: Der Platz vor der Wehrkirche, an dem auch jeder Kraftfahrer vorbeikommt, wenn er durch Horka fährt, ist zu einem ansehnlichen Ort geworden. Am Sonntag fand seine feierliche Einweihung statt, nachdem Bauleute und Restauratoren ihre Arbeiten beendet haben.

Der November ist bewusst für die Einweihung gewählt, sagte Bürgermeister Christian Nitschke. Denn am Totensonntag vor 150 Jahren fand die erste Einweihung statt. Dabei handelte es sich damals um einen Obelisken mit acht Namen. Alles Männer aus Horka und Mückenhain, die 1870/71 den Deutsch-Französischen Krieg nicht überlebten. Insgesamt 100 Soldaten aus den beiden Orten zogen 1870 in den Krieg gegen Frankreich, berichtet die Ortschronik.

Alte Eichen mussten weichen

Nach dem Ersten Weltkrieg bekam der Obelisk zwei Flügel aus schlesischem Mamor. Darauf stehen die 96 Namen der im Krieg gefallenen Soldaten. Alles Horkaer Bürger. Das erweiterte Denkmal wurde erst im September 1924 eingeweiht. Am Sonntag folgte nun die dritte Weihe nach einer umfangreichen Sanierung dieser Gedenkstätte. Pfarrer Ulf Schwäbe bedauerte, dass die Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzten Friedenseichen aus Gründen ihres Alters und ihres morschen Zustandes gefällt werden mussten. Dafür stehen an gleicher Stelle zwei Jungeichen und geben dem Platz mehr Licht.

Bürgermeister Christian Nitschke (links), Jens Mett, Vorsitzender des Fördervereins Historische Wehranlage in Horka, geben die drei Tafeln über das Kriegerdenkmal in Horka frei.
Bürgermeister Christian Nitschke (links), Jens Mett, Vorsitzender des Fördervereins Historische Wehranlage in Horka, geben die drei Tafeln über das Kriegerdenkmal in Horka frei. © SZ/Steffen Gerhardt

Den Platz wieder vorzurichten, steht schon einige Jahre auf der Liste der Gemeindevorhaben. Aber zuerst musste die Grundstücksfrage geklärt werden, denn das Denkmal steht auf Landkreisboden. Die Übertragung ging zäh vonstatten, sagte der Bürgermeister, aber 2017 gelang es der Gemeinde Horka, das Grundstück vor der Wehrkirche zu kaufen. Fortan reiften die Sanierungspläne. Schließlich konnte die Gemeinde das Vorhaben im Leader-Förderprogramm unterbringen und es auch genehmigt bekommen.

95 private Spender

Doch ohne eigenes Geld konnte das Projekt nicht starten. Kommune, Kirchengemeinde und der Förderverein Historische Wehranlage in Horka starteten eine Spendenaktion. Knapp über 15.000 Euro kamen zusammen. Neben dem Senioren- und dem Kirchenverein spendete auch die Kirchengemeinde und 95 Bürger beziehungsweise Familien. Denn insgesamt kostete die Neugestaltung rund 89.000 Euro.

Auf drei Tafeln am Eingang zum Kirchhof wird über das Kriegerdenkmal informiert und den Spendern gedankt. Gleich daneben befinden sich zwei Sitzbänke. "Sie machen diesen Platz zu einem Ort des Verweilens", sagt der Pfarrer. Darüber freut sich auch der Bürgermeister. Noch mehr aber über die neu verlegte Regenentwässerung. "Damit dürfte die Zeit der Pfützen auf dem Platz vorbei sein", ist Nitschke überzeugt.