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Hunde stöbern Wildschweine auf

Mit Kadaverspürhunden will Sachsen entlang der Neiße schneller krankes und totes Schwarzwild auffinden. Jäger können sich dafür ausbilden lassen.

Entlang der Neiße steht seit gut einem Jahr ein Schutzzaun gegen das Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest. Jetzt kommen Spürhunde zum Einsatz, die kranke und tote Wildschweine im Bereich des Grenzflusses aufspüren sollen.
Entlang der Neiße steht seit gut einem Jahr ein Schutzzaun gegen das Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest. Jetzt kommen Spürhunde zum Einsatz, die kranke und tote Wildschweine im Bereich des Grenzflusses aufspüren sollen. © André Schulze

Mit Hilfe von Spürhunden sollen schneller von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierter Wildschweine aufgefunden werden. Die Hunde kommen an der sächsische-polnischen Grenze zum Einsatz. Darüber informiert das Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Ministerium sieht das Auffinden von mit dem ASP-Virus infizierten Fallwild als wichtigen Bestandteil in der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest an, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Zudem unterstützt damit der Freistaat den Landkreis bei dem Bekämpfen der Tierseuche.

Spürhunde aus Mecklenburg-Vorpommern

Bei den Hunden handelt es sich um vier speziell ausgebildete Hundegespanne aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Einsatz ist auf unterschiedlichen Flächen vorgesehen. Mit steigenden Temperaturen kann die Vegetation in den Wäldern das Auffinden von Kadavern erheblich erschweren. Kranke Wildschweine verstecken sich bevorzugt im Dickicht. Dabei kann die empfindliche Spürnase eines Hundes wesentlich effektiver Kadaver auffinden. "Der Einsatz von einem Kadaversuchhund ersetzt ungefähr zehn Fallwildsucher. Dadurch können schneller große Flächen abgesucht werden", erklärt Pressesprecherin Juliane Morgenroth. Zudem ermöglichen Spürhunde zum Teil auch die Suche in für Menschen schwer zugänglichem Gelände wie Bergbauflächen und Teichlandschaften.

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In der Vergangenheit kamen bereits Hunde im Restriktionsgebiet zum Einsatz. Zur Unterstützung werden in den nächsten Wochen diese speziell ausgebildeten Kadaversuchhunde eingesetzt. Ergänzt wird die Suche nach Schwarzwild durch Drohnen, die auch zur Ortung von Wildschweinen zwecks Entnahme eingesetzt werden können. Besonders in den unzugänglichen Gebieten mit Tagebaurestlöchern und Teichlandschaften sollen sie eine große Hilfe sein.

Sachsen will selbst Hunde ausbilden

Da es nur eine geringe Anzahl speziell auf Wildschweinkadaver ausgebildete Hunde in Deutschland gibt, wird Sachsen eigene Hundeteams ausbilden, die nach ihrer Ausbildung bevorzugt im Freistaat zum Einsatz kommen. Wie die Ministeriumssprecherin sagt, laufen dazu die Vorbereitungen. In Kooperation mit dem Sachsenforst und den Jagdverbänden will das Sozialministerium Ausbildungskurse für Kadaversuchhunde etablieren. In diesen Kursen können geeignete Hunde mit ihren privaten Hundeführern sich professionell ausbilden lassen. Näheres ist dazu auf der Homepage des Landesjagdverbandes Sachsen zu erfahren.

Der Einsatz der Hunde bei der Fallwildsuche obliegt dem Freistaat Sachsen. Auch die Kosten dafür trägt das Land, heißt es aus dem Görlitzer Landratsamt. Der Kreis rechnet mit einer weiteren Ausbreitung der Schweinepest. Aus diesem Grund beschloss der Kreistag ein 1,5 Millionen Paket zur Bekämpfung der ASP. Die Behörde selbst stimmt sich im Rahmen der Task Force Tierseuchenbekämpfung mit dem zuständigen Ministerium ab und ist daher in Kenntnis über den Einsatz der Spürhunde. Diese begleiteten bereits in dieser Woche in schwer zugänglichen Gebieten die Fallwildsuche.

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