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Wie in alte Häuser neues Leben einzieht

Die Wassermühle in Förstgen und das Schloss Niederspree sollen Touristen und Naturfreunde anlocken. Hohendubrau setzt auf neue Arztpraxen.

Leiterin Annett Hertweck in der alten Wassermühle in Förstgen, die von der Naturschutzstation umgebaut wird zu einem Museum, Café und einer Pension.
Leiterin Annett Hertweck in der alten Wassermühle in Förstgen, die von der Naturschutzstation umgebaut wird zu einem Museum, Café und einer Pension. © André Schulze

Es ist eine alte Mühle, aber sie gleicht in diesen Tagen mehr einem Bienenstock. Handwerker schwärmen ein und aus und zwischen ihnen immer wieder viele freiwillige Helfer. Sie alle haben das gleiche Ziel: Die Wassermühle in Förstgen zu einem touristischen Kleinod zu machen.

Nicht nur für die Touristen und Naturfreunde, die in der umliegenden Heide- und Teichlandschaft umherstreifen, sondern auch für die Einheimischen. Es sieht in der Förstgener Mühle noch sehr nach Baustelle aus, aber es lässt sich bereits die künftige Raumstruktur erkennen. Annett Hertweck schwärmt für das über 110 Jahre alte Objekt. "Es wird richtig herrlich", sagt die Leiterin der Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" als Träger des Baubvorhabens.

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Die mit Backsteinen gebaute Wassermühle soll ein Café und ein Museum für die Öffentlichkeit bekommen. Das benachbarte Wohnhaus wird eine Herberge sein. In beiden Häusern sind bereits neue Fenster drin.
Die mit Backsteinen gebaute Wassermühle soll ein Café und ein Museum für die Öffentlichkeit bekommen. Das benachbarte Wohnhaus wird eine Herberge sein. In beiden Häusern sind bereits neue Fenster drin. © André Schulze

Café, Museum und Pension unter einem Dach

In die aus Backsteinen gebaute alte Mühle zieht im Erdgeschoss ein kleines Café ein. Im Obergeschoss wird Mühlengeschichte anschaulich gezeigt und im zweiten Obergeschoss etwas für die Umweltbildung getan - in einem Seminarraum. Schließlich bleibt noch der Dachboden. Dort nisten die Fledermäuse. Somit hat jedes Stockwerk seine Funktion. Diese setzt sich im Nebengebäude fort. Das ehemalige Wohnhaus des Mühlenmüllers wird zu einer Pension ausgebaut. "Wir schaffen fünf Zimmer mit zehn Betten. Eines davon wird barrierefrei", zählt Annett Hertweck auf.

Momentan sind die Handwerker dabei, Wasser und Heizung zu installieren, damit Anfang Juni der Estrich eingebracht werden kann. Neue Holzfenster hat die Mühle bereits. Diesen werden die Türen folgen, wenn der Innenausbau soweit vorangeschritten ist. Gefördert wird der Mühlenausbau über das Leader-Programm. Beantragt wurde die Förderung bereits 2019, nachdem im Jahr zuvor die Naturschutzstation die Mühle vom Sohn des letzten Müllers, Volkmar Lindner, gekauft hatte. 2020 kam der Antrag für die benachbarte Herberge dazu.

Baupreise werden zum Problem

Mit Sorge schaut Annett Hertweck auf die sich entwickelnden Baupreise. Diese könnten den finanziellen Rahmen sprengen, wenn sie weiter in die Höhe schießen. "Deshalb sind wir über jede helfende Hand dankbar", betont sie. Und fleißige Hände gibt es schon zahlreich an jedem Wochenende, die Woche über nach Feierabend. Es sind die Mitglieder vom Naturschutzverein Östliche Oberlausitz, die sich hier schaffen, aber auch die Förstgener sind mit Interesse dabei - wie die Sportgruppe des Ortes.

Annett Hertweck kann von einigen guten Taten berichten: "Von einer Frau haben wir eine komplette Küche für unser Café bekommen, andere stellen Inventar zur Verfügung oder helfen uns mit ihren Fahrzeugen aus. Für diese uneigennützige Hilfe sind wir jedem sehr dankbar!" Das Gleiche gilt für das Museum. Neben der Mühlentechnik soll es Einblick in das frühere dörfliche Leben geben. Historische Ausstellungsstücke werden dazu gesucht.

In diesem ebenerdigen Raum in der Wassermühle soll das Café einziehen. Betrieben wird es zunächst über die Naturschutzstation..
In diesem ebenerdigen Raum in der Wassermühle soll das Café einziehen. Betrieben wird es zunächst über die Naturschutzstation.. © André Schulze

Nach der Mühle kommt das Schloss dran

Am 11. September besteht die Naturschutzstation 30 Jahre. Das soll gefeiert werden, am besten mit der Eröffnung des Mühlencafés samt Museum in Förstgen. Vor den Naturschützern und Handwerkern liegt dafür noch ein großes Stück Arbeit. Und das geht anschließend weiter: im Schloss Niederspree. Aus dem früheren Naturschutzzentrum Schloss Niederspree soll ein Landschulheim werden.

Mit Strom und Wasser ist das Schloss Niederspree wieder versorgt. Nun wartet man auf den Bescheid auf Fördermittel, um mit der Modernisierung des Schlosses beginnen zu können.
Mit Strom und Wasser ist das Schloss Niederspree wieder versorgt. Nun wartet man auf den Bescheid auf Fördermittel, um mit der Modernisierung des Schlosses beginnen zu können. © André Schulze

Das Projekt von einem Görlitzer Architekturbüro liegt bereits vor, ebenso der Antrag auf Fördergelder bei der zuständigen Behörde. Diese sollen aus dem Strukturwandelfonds zum Kohleausstieg kommen. Beantragt sind 2,5 Millionen Euro, die in den Ausbau des zu DDR-Zeiten als Forstschule, Pilotenunterkunft und Stasi-Objekt genutzten Schlosses fließen sollen. Entschieden ist aber noch nichts, in Förstgen wartet man auf den Bescheid für den Umbau. Dann erst darf es losgehen.

Ziel ist es, dass das Schloss zwei Schulklassen Platz und Unterkunft bietet, damit sie im Niederspreer Teichgebiet ihre Umweltprojekte umsetzen können. Aber auch von Hochschulen und Universitäten in Deutschland gibt es bereits Anfragen zu studentischen Projekten in Niederspree. Darüber hinaus soll das Schloss ein Ort für die Ferienangebote der Naturschutzstation sein.

Ärztezentrum für Hohendubrau

Der Allgemeinheit soll ebenfalls die Sanierung eines Gebäudes dienen, dass in Dauban steht. Es geht um das ehemalige Landambulatorium und heutige Ärztehaus. Nach Vorstellung der Gemeinde soll das Gebäude ein modernes Arztzentrum für die Bürger in Hohendubrau und darüber hinaus werden. Bereits jetzt praktizieren dort ein Allgemeinmediziner und eine Physiotherapeutin. Dazu sind noch zwei Wohnungen vermietet. Mit der Modernisierung soll das Haus für weitere Ärzte sowie soziale Einrichtungen und Dienste als ihr Domizil attraktiv sein.

Das Vorhaben schiebt die Gemeinde schon einige Jahre vor sich her, nun soll es in den nächsten zwei, drei Jahren umgesetzt werden. Knapp 864.000 Euro sind für die grundhafte Sanierung veranschlagt. Dreiviertel der Baukosten werden als Fördermittel der Gemeinde ausgereicht. Dieser günstige Fördersatz macht es Hohendubrau finanziell erst möglich, den Wunsch umzusetzen. Dennoch sind die Kosten auf drei Haushaltsjahre gesplittet. Dieses Jahr ist die Planung dran. Die einzelnen Arbeiten wurden durch den Gemeinderat bereits Ende April an die Baugewerke vergeben.

In Dauban wartet das Ärztehaus auf seine Sanierung. Es soll für Mediziner und soziale Dienste attraktiver und moderner werden.
In Dauban wartet das Ärztehaus auf seine Sanierung. Es soll für Mediziner und soziale Dienste attraktiver und moderner werden. © André Schulze

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