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Junge Leute verwirklichen ihren Traum vom eigenen Klub

Groß Krauscha bei Görlitz macht es vor: Eigeninitiative, Hilfe vom Gemeinderat und ein überlassenes Wohnhaus. Nun fehlt nur noch eine Kleinigkeit zum großen Glück.

Die Jugendlichen Franz, Heidi, Anna, Luca, Philipp (vorn von links) sowie Initiator Marco Friedland und Max (hinten) beleben den neu gebauten Jugendclub in Groß Krauscha.
Die Jugendlichen Franz, Heidi, Anna, Luca, Philipp (vorn von links) sowie Initiator Marco Friedland und Max (hinten) beleben den neu gebauten Jugendclub in Groß Krauscha. © André Schulze

Mit der Einweihung kommt auch das Aufatmen: "Wir haben es geschafft!". Die Rede ist vom neuen Jugendklub in Groß Krauscha, der jetzt den Jugendlichen aus Neißeaue offen steht. Ein und ein dreiviertel Jahr hat es gedauert, bis dieser Moment da war und die Eröffnungsfeier steigen konnte.

Der einheimischen Jugend ein Dach über den Kopf geben, das ist auch der Wunsch von Gemeinderat Marco Friedland. Denn das bisherige Domizil der jungen Leute ist keines auf Dauer gewesen. Ihnen standen die Räume des ehemaligen Friseurs im Ortschaftszentrunm Groß Krauscha zur Verfügung. Aber Nässe und Schimmel ließen am Ende nur noch einen Raum zur Nutzung zu.

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Architekt erarbeitet Projekt

Letztendlich passte der Vorschlag von Marco Friedland, das "Erbstück" seines Großvaters in Form einer kleinen Bauernwirtschaft für die Jugendlichen herzurichten. Die Familie ist damit einverstanden gewesen. Doch ein altes Wohnhaus in einen normgerechten Jugendklub umzuwandeln, ist nicht einfach und auch nicht billig. 

Per Wiesner, Gemeinderat und jetzt Bürgermeister von Neißeaue, gab den jungen Leuten den Tipp und die Unterstützung, eine Förderung über das Leader-Programm zu beantragen. Die Antragstellung erfolgte über den Krauscha-Verein, der der Träger des Jugendklubs ist. Davon konnte nicht nur der Architekt, sondern auch die Baumaterialien bezahlt werden. Rund 100.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Vieles machten die Jugendlichen in Eigenleistung, wie das Entkernen des Hauses. Installationsarbeiten wie Elektrik, Heizung und Sanitär überließen sie den Fachleuten.   

Zwei Räume für das Jugendleben

Das Innere ist komplett umgekrempelt. Ein großer Aufenthaltsraum mit selbst gezimmerter Bar entstand. Dazu Toiletten und ein Raum für die Heizung sowie ein Klubzimmer am anderen Ende des Hauses. Als Hausherr koordinierte Marco Friedland die Bauarbeiten.  "Die Jugendlichen können sagen, wir haben uns etwas Eigenes geschaffen", so Friedland. Das Umfeld stimmt dazu auch. Ein großer Garten mit Wiese und die nächsten Wohngebäude stehen entfernt vom Jugendklub. 

Drei Jugendliche haben sich zusammen den Hut aufgesetzt, das Jugendleben in dem neuen Klub zu managen. Denn er steht allen Jugendlichen von Neißeaue offen. Der Jugendklub selbst zählt rund ein Dutzend Mitglieder. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Wer die Räume nutzen will, bekommt den Schlüssel zum Klub. Die geschaffenen Kapazitäten sollen auch für andere Interessierte offen stehen. Sei es für eine Hochzeit, den Geburtstag oder ein Abend für die Feuerwehr.   

Die ersten Gäste für Feiern

Zuvor ist aber noch ein Problem zu lösen. Dem Jugendklub fehlt es an Sitzmöbeln in beiden Räumen. Ganz gleich ob Tische, Bänke oder Stühle. "Wer also auf seinem Dachboden noch gut erhaltene Möbel hat, die er nicht mehr nutzt, kann sie uns gern anbieten", sagt Marco Friedland. Zur Einweihungsfeier standen ausgeborgte Biertischgarnituren bereit, aber nun wollen die Jugendlichen auf eigenen Möbeln sitzen. Das will auch der älteste Besucher zur Einweihung, ein 84-jähriger Mann aus Groß Krauscha. Er meldete bereits bei den jungen Leuten an, dass er nächstes Jahr hier seinen 85. Geburtstag feiern möchte. Auf richtigen Stühlen.   

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